Michael Fürstenberg
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1960 |
Bald nach der Unabhängigkeit des Kongo von Belgien brechen Unruhen aus. Eine VN-Friedensmission wird eingerichtet, die den Abzug der Belgier überwachen und der kongolesischen Regierung assistieren soll, jedoch mehr und mehr in die kriegerischen Auseinandersetzungen um die sezessionistische Provinz Katanga verwickelt wird. |
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1964 |
Der Katanga-Konflikt endet mit dem Verbleib der abtrünnigen Provinz, die VN-Truppen werden abgezogen. |
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1965 |
Joseph Mobutu ergreift die Macht und sichert sich mit seiner Gegnerschaft zum sozialistischen Angola westliche Unterstützung. |
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1971 |
Mobutu benennt die Republik Kongo in Zaire um. Seine Herrschaft ist zunehmend gekennzeichnet von Machtmissbrauch und persönlicher Bereicherung. |
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1990 |
Mit Ende des Kalten Krieges verliert Mobutu größtenteils seine westliche Unterstützung, was eine zunehmende Instabilität seiner Herrschaft zur Folge hat. |
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1994 |
Nach dem Völkermord in Ruanda fliehen große Teile der Hutu-Bevölkerung, unter denen sich viele Verantwortliche für den Völkermord befinden, vor den vorrückenden Tutsi-Rebellen der RPF nach Zaire. Ehemalige Regierungsmilitärs und Milizen („Interahamwe“) nutzen die Flüchtlingslagern um sich zu reorganisieren und die Wiedereroberung Ruandas vorzubereiten. |
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1996 |
Ruanda und Uganda sponsern die Gründung der Rebellenbewegung ADFL unter der Führung von Laurent-Désiré Kabila. Mit Unterstützung ruandischer und ugandischer Truppen geht sie zunächst gegen die Hutu-Extremisten in den Flüchtlingslagern vor, und marschiert anschließend quasi unangefochten auf Kinshasa. |
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1997 |
Kabila erobert die Hauptstadt und erklärt sich zum Präsidenten. Zaire wird in Demokratische Republik Kongo umbenannt. |
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1998 |
Auf öffentlichen Druck hin überwirft sich Kabila mit seinen ruandischen und ugandischen Verbündeten und verweist sie des Landes. Diese gründen daraufhin im Osten des Kongo neue Rebellenbewegungen (RCD und MLC), die einen Aufstand gegen Kabila beginnen und erst kurz vor Kinshasa durch die Intervention Angolas, Namibias und Zimbabwes gestoppt werden, jedoch die Kontrolle über weite Teile des östlichen Kongo behalten. |
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1999 |
Spannungen zwischen den Verbündeten Ruanda und Uganda führen zur Aufsplitterung der RCD in verschiedene Fraktionen (RCD-G, RCD-ML, RCD-N), die jeweils von Ruanda oder Uganda unterstützt werden, und zwischen denen es teilweise zu Kämpfen kommt. Im Juli unterzeichnen die beteiligen Parteien in Lusaka ein Friedensabkommen, das den Rückzug fremder Truppen sowie die Einrichtung eines „Innerkongolesischen Dialogs“ und einer VN-Friedenstruppe vorsieht. Letztere wird zwar im November als Beobachtertruppe eingerichtet, alle anderen Bestandteile des Abkommens werden jedoch von allen Parteien weitestgehend missachtet. |
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2001 |
Laurent-Désiré Kabila wird erschossen. Sein Sohn Joseph wird neuer Präsident, und nimmt den Innerkongolesischen Dialog wieder auf. |
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2002 |
In einer Reihe mühsamer Gespräche in Südafrika vereinbaren die Parteien schließlich den Abzug der ruandischen und ugandischen Truppen sowie die Einrichtung einer Übergangsregierung, die alle Konfliktparteien sowie Vertreter der politischen Opposition und Zivilgesellschaft beinhalten, und innerhalb von zwei Jahren demokratische Wahlen vorbereiten soll. Aus den bisherigen Regierungs- und Rebellentruppen soll eine neue nationale Armee (FARDC) gebildet werden. |
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2003 |
Joseph Kabila wird als Präsident der Übergangsregierung eingeschworen, der neben vier Vizepräsidenten (RCD-G, MLC, Opposition, frühere Regierung) 36 Minister der verschiedenen Gruppen angehören. |
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In den östlichen Kivu-Provinzen und Ituri geht die Gewalt zwischen lokalen Milizen und gegen die Zivilbevölkerung jedoch weiter. Im Juli wird eine Eingreiftruppe der Europäischen Union in die Ituri-Provinzhauptstadt Bunia entstand, um bis zum Eintreffen einer mit einem erweiterten Mandat ausgestatteten VN-Truppe den Frieden zu sichern. |
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2004 |
Zunehmende Konflikte innerhalb der Übergangsregierung insbesondere zwischen Kabila und der von Ruanda unterstützen RCD-G. Abtrünnige RCD-Einheiten besetzen im Juni kurzzeitig die Stadt Bukavu in Süd-Kivu, um angebliche Massaker an der lokalen Tutsi-Bevölkerung zu verhindern. Zunehmende Aktivitäten von Hutu-Milizen provozieren Ruanda im November zu der Drohung, erneut in den Kongo einzumarschieren. |
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2005 |
Aufgrund der anhaltenden Gewalt und politischen Instabilität werden die für Mitte 2005 angesetzten Wahlen auf 2006 verschoben. Im März erklärt der politische Arm der Hutu-Milizen (FDLR) offiziell eine Aufgabe der Gewalt, Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung gehen jedoch weiter. Auf internationalen Druck geht die Regierungsarmee mit Unterstützung der VN-Friedenstruppe ab Mitte des Jahres verstärkt gegen die FDLR vor. |
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