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Indien als strategischer Partner für die deutsche und europäische Asienpolitik
Immer deutlicher tritt Indien als einflussreiche
Großmacht der Region Asien-Pazifik und als globaler
Akteur auf den Plan. Ein eindrucksvolles Wirtschaftswachstum,
florierende Märkte und nicht zuletzt die stabilen
demokratischen Strukturen des Landes begründen sein
geopolitisches Gewicht und machen es zu einem attraktiven
Verbündeten. Die USA haben Indien bereits als wichtigen
Partnerstaat in Südasien identifiziert und dem nicht
zuletzt mit einem Paradigmenwechsel in ihrer Nukleardoktrin
Ausdruck verliehen.
Europa wird sich nur zögerlich der Chancen bewusst, die
eine Partnerschaft mit dem südasiatischen Riesenstaat
bietet. Zwar existiert seit diesem Herbst ein neuer Aktionsplan
für die indisch-europäischen Beziehungen, der auch
sicherheitspolitische Maßnahmen beinhaltet, doch die
Wirtschafts- und Technologiepolitik steht noch immer weit oben
auf der Agenda. Zudem stand die Indienpolitik lange im Schatten
der Faszination Europas für China und seine Entwicklung.
Welche Rolle nimmt Indien in der Außenpolitik
Deutschlands und der EU ein? Reflektiert diese Indien-Politik
die gewachsene weltpolitische Rolle des südasiatischen
Staats? Ein kurzer Überblick zeigt, dass die
europäisch-indischen Beziehungen ausbaufähig
sind.
Grundlagen
Analysen
-
Indien in der deutschen Außenpolitik. Stand und
Ausblick
von Christian Wagner, SWP-Studie, August 2005 [pdf]
Deutschland und Indien teilen eine Reihe gemeinsamer
Interessen, beide Staaten haben ähnliche Vorstellungen
von der Ordnung des internationalen Systems, die sie
für eine strategische Partnerschaft
prädestinieren. Jedoch orientieren sich deutsche und
europäische Vorstellungen von internationalem Einfluss
sich an den Vorstellungen von Zivilmacht und Soft Power.
Demgegenüber besitzt Indien ein eher klassisch
geprägtes Verständnis von Großmacht, das
militärische Kapazitäten und die
Möglichkeiten nuklearer Abschreckung als
unverzichtbare Bestandteile internationalen Einflusses
ansieht.
-
Amerikanisch-indische Sicherheitsbeziehungen. Aufbruch zu
einer neuen "Ära"?
von Benjamin Schreer und Christian Wagner, SWP-Aktuell,
Juli 2005 [pdf]
Für die USA ist Indien ein wesentlicher Baustein der
künftigen Sicherheitsarchitektur in Asien. Am 28. Juni
2005 unterzeichneten der amerikanische
Verteidigungsminister Donals Rumsfeld und sein indischer
Kollege Pranab Mukherjee das "New framework for the
U.S.-India Defense relationship". Es soll die sicherheits-
und verteidigungspolitischen Beziehungen beider Länder
auf eine neue Grundlage stellen. Wie weit trägt die
Ankündigung einer neuen "Ära" in den
amerikanisch-indischen Sicherheitsbeziehungen? Welche
Auswirkungen hat diese Entwicklung für die
europäische Außen- und Sicherheitspolitik?
-
Promotion of Free Trade between India, Bangladesh and the
European Union
von Chandrima Sikdar und Debesh Chakraborty, Juli 2005
[pdf]
Die Autoren untersuchen die Auswirkungen, die
verstärkter Handel zwischen Indien, Bangladesh und der
EU hätte.
-
India and an Enlarging European Union
von Rajendra K. Jain, September 2004 [pdf]
Die EU-Osterweiterung hat ambivalente Implikationen
für Indien. Zwar kann dessen Exportwirtschaft von
einem größeren europäischen Markt
profitieren, doch die Beitrittsstaaten sind auch
Konkurrenten um Absatzmärkte und Investitionen.
- Indiens Sicherheitsinteressen und die GASP
von Klaus Voll, in: Hans-Georg Ehrhardt (Hg.): Die Europäische
Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Baden-Baden 2002,
S. 163-180.
Spätestens seit den erfolgreichen Tests seiner Nuklearwaffen sind die Großmachtinteressen Indiens unverkennbar. Doch die militärische Aufrüstung diene vor allem dem Selbstschutz, so der Autor. Grenzstreitigkeiten mit Pakistan und China bergen die ständige Gefahr offener Konflikte, die auch nuklear eskalieren könnten. Ein Aufgeben umstrittener Regionen könne im Dominoeffekt die Desintegration der Indischen Union nach sich ziehen. Die EU sollte verstärktes Interesse an Indien als weltgrößter Demokratie und Stabilitätsanker der Region zeigen und eine Mittlerrolle im Konflikt der drei regionalen Kontrahenten übernehmen.
Dokumente
Ausgewählte Literatur
Aktuelle Literatur
erstellt von der Bibliothek und Dokumentationsstelle der DGAP,
Stand November 2005
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