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Die Entwicklung der Atomwaffen- und Raketenprogramme in Indien und Pakistan

Susanne Mahrwald

1947/1948

Die indische Regierung unter Premierminister Jawaharlal Nehru beginnt im Rahmen der Modernisierungspolitik ein Atomprogramm zur Energieversorgung.

Am 15. April 1948 verabschiedet die indische Regierung den „Atomic Energy Act“, woraufhin am 10. August die nationale Atomenergiekommission (IAEC) gegründet wird, um die Studien über Nuklearenergie zu intensivieren. Leiter der Kommission wurde Homi Jehangir Bhabha – Kernphysiker und „Vater der indischen Atombombe“.

1954

Am 3. August wird das indische Departement für Atomenergie (DAE) eingerichtet, das bis heute direkt dem indischen Premierminister untersteht. Dem Departement ist die Forschungsinstitution Atomic Energy Establishment, Trombay (AEET) untergeordnet, in der sich führende Wissenschaftler und Ingeneure mit der Nuklearforschung beschäftigen.

1955

Mit Hilfe der Briten wird der erste indische Forschungsreaktor „Apsara“ gebaut. Nach langen Verhandlungen liefert Kanada einen weiteren Forschungsreaktor namens „Cirus“, der auch waffenfähiges Plutonium produzieren kann.

1956

In Pakistan wird die Forschungseinrichtung „Atomic Energy Research Council“ gegründet, die nach einigen strukturellen Veränderungen bis heute als „Pakistan Atomic Energy Commission“ besteht.[1] Die Kommission betreibt Forschung für die friedliche Nutzung von Atomenergie in den Bereichen Landwirtschaft, Medizin und Industrie. Dennoch werden auch Projekte für die Entwicklung von Nuklearwaffen durchgeführt.

1964

Die erfolgreichen chinesischen Atomwaffentests sowie der 1962 verlorene Grenzkrieg mit China um die Region Aksai Chin im Nordwesten Indiens, veranlasst die indische Regierung ein eigenes Atomwaffenprogramm zu beginnen. Dies hat wiederum direkte Auswirkungen auf die Atomwaffenpolitik Pakistans. Denn seit der Teilung Britisch-Indiens 1947 und dem ersten Krieg um Jammu und Kaschmir (1947-1949), fühlt sich Pakistan unterlegen und versucht daher im Hinblick auf Sicherheit und Verteidigung mit Indien gleichzuziehen. Die Meinung des pakistanischen Außenministers Zulfiqar Ali Bhutto spiegelt das deutlich wieder: „If India builds the bomb, we will eat grass or leaves, even go hungry, but we will get one of our own."[2]

1965

In Zusammenarbeit mit den USA geht in Pakistan der erste Forschungsreaktor („PARR-I“) nahe Rawalpindi in Betrieb. Der Reaktor wird 1990 mit technischer Unterstützung von China umgebaut und aufgerüstet.

1967

Die indische Premierministerin Indira Gandhi ändert zu Ehren des tödlich verunglückten Bhabha den Namen der AEET in „Bhabha Atomic Research Center“ (BARC[3]), das bis heute das führende Nuklearforschungszentrum in Indien ist.

1968

Indien verweigert die Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags[4] mit der Begründung, dass dieser Vertrag diskriminierend sei und den atomwaffenlosen Staaten das Recht auf den Erwerb von Atomwaffen zum Schutz der eigenen territorialen Integrität verwehrt. Dies schaffe ein Ungleichgewicht zwischen den atomaren und den nicht-atomaren Staaten. Auch Pakistan lehnt eine Unterzeichnung des Vertrags ab.

1969

Im indischen Kalpakkam wird das Forschungszentrum „Reactor Research Centre“ errichtet, das nach der Ermordung von Indira Gandhi (31. Oktober 1984) im Dezember 1985 in „Indira Gandhi Centre for Atomic Research“ umbenannt wird.

1972

Nach der schweren Niederlage Pakistans gegen Indien in Folge der Abspaltung von Ostpakistan (Bangladesh) im Jahre 1971, initiiert die Regierung unter Zulfiqar Ali Bhutto das pakistanische Atomwaffenprogramm. Kanada exportiert die Technologie für den Reaktor in Karachi (Karachi Nuclear Power Plant - KANUPP) und liefert auch den nuklearen Brennstoff dafür. Allerdings werden die Brennstofflieferungen 1976 schon wieder eingestellt.

1974

Am 18. Mai führt Indien seine ersten, als „friedliche Nuklearexplosion“ bezeichneten Atomwaffentests in Pokhran, Rajastan durch. Sanktionen erfolgen allerdings keine.

Als Reaktion auf die indischen Atomtests intensiviert die pakistanische Regierung ihr Atomprogramm. Geplant war die Energiegewinnung auf Plutoniumbasis. Doch die von der Nuclear Suppliers Group (NSG) verschärften Kontrollen für den Handel mit Nukleartechnologien schränken die Vorhaben der pakistanischen Regierung erheblich ein. Unverhoffte Unterstützung offeriert der Nuklearwissenschaftler Abdul Qadir Khan, der seinerzeit bei dem deutsch-niederländisch-britischen Urananreicherungskonsortium URENCO angestellt ist und zum „Vater der pakistanischen Atombombe“ werden sollte.

1976

A.Q. Khan entwendet Erkenntnisse über Zentrifugendesigns, Produktionsprozesse und über das Zulieferungsnetzwerk von URENCO und kehrt damit nach Pakistan zurück. Von der pakistanischen Regierung wird er mit dem Aufbau und der Ausstattung eines Forschungszentrum in Kahuta beauftragt, das zunächst „Khan Research Laboratories“ genannt wurde und heute aufgrund der Proliferations-Affaire „Kahuta Research Laboratories“ heißt.

1979

Nachdem bekannt wird, dass Pakistan eine Urananreicherungsanlage gebaut hat, verhängen die USA im April militärische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Pakistan. Aber im Zuge der sowjetischen Invasion in Afghanistan werden die Sanktionen im Dezember schon wieder aufgehoben. Da Pakistan während des folgenden Afghanistankriegs von 1979 bis 1989 der wichtigste Verbündete der USA im anti-sowjetischen Kampf ist, billigt die amerikanische Regierung das fortlaufende pakistanische Atomwaffenprogramm stillschweigend.

1980

Neben der Entwicklung von Atomwaffen beginnt Pakistan Anfang der 1980iger Jahre sein Raketenprogramm und entwickelt eigenständig erste Kurzstreckenraketen („Hatf-I“ und „Hatf-II“) mit einer Reichweite zwischen 80 und 300 Kilometer. Allerdings wird heute vermutet, dass Pakistan damals technische Unterstützung von China erhalten hat.

1983

Unter dem Dach der „Defence Research Development Organisation“ initiiert der führende indische Raketeningenieur Abdul Kalam das indische Raketenprogramm „Integrated Guided Missile Development Programme“ (IGMDP). Ziel ist die Entwicklung von Trägersystemen für die Nuklearwaffen. Im Laufe der Jahre werden verschiedene Raketentypen entwickelt, dazu gehören „Prithvi“, „Agni“, „Akash“, „Trishul“ und „Nag“. Die benötigten Technologien dazu werden in Frankreich, Schweden, den USA und Deutschland erworben.

1984

Der pakistanische Präsident Zia ul-Haq gibt bekannt, dass sein Land über eine Urananreicherungsanlage verfügt, die jedoch zu friedlichen Zwecken eingesetzt werden soll. Die US-Behörden warnen daraufhin die pakistanische Regierung, das waffenfähige Uran (235 U) nicht mehr als 5 % anzureichern, da ansonsten Konsequenzen folgen würden.

1985

In den USA wird das „Pressler Amendment“ erlassen. Dieses Gesetz verbietet die Unterstützung sowie den Verkauf von militärischem Equipment an Pakistan, es sei denn die pakistanische Regierung kann nachweisen, dass sie nicht über Nuklearwaffen verfügt. Allerdings wird dieses Gesetz erst nach dem Ende des Afghanistan-Kriegs angewendet.

1986

Es wird vermutet, dass die Urananreicherungsanlage in Kahuta, Pakistan soviel waffenfähiges Uran produziert, dass einige Atomsprengköpfe pro Jahr hergestellt werden können.

Am 15. September unterzeichnen Pakistan und China ein Abkommen, in dem die friedliche Nutzung von Nuklearenergie vereinbart ist.

1987

Die pakistanische Regierung beginnt mit der Entwicklung eines zweiten Raketentyps („Abdali“), doch technische Probleme führen zur Einstellung der Produktion in den frühen Neunziger Jahren. Es wird aber spekuliert, dass der Erwerb von 30 chinesischen M-11 Kurzstreckenraketen ebenfalls ein Grund für die Einstellung des Programms gewesen sein könnte. Erst in den späten Neunziger Jahren wird das Raketenprogramm erneut gestartet.

1988

Am 25. Februar testet Indien erfolgreich seine erste Kurzstreckenrakete „Prithvi-I“ mit einer Reichweite von 150 Kilometer.

Am 31. Dezember unterzeichnen Pakistan und Indien ein bis heute gültigen Vertrag, der einen Angriff auf Atomanlagen und entsprechende Einrichtungen, wie z.B. Atom- und Forschungsreaktoren oder Anlagen für Kernbrennstoffverarbeitung und Urananreicherung, verbietet. Außerdem sollen am 1. Januar jeden Jahres Informationen über Atomanlagen ausgetauscht werden.[5]

1989

Im Mai testet Indien die erste Kurzstreckenrakete der „Agni“-Serie, die eine Reichweite von 700 bis 800 Kilometer hat. Ein weiterer Raketentest folgt im November, als die Kurzstreckenrakete „Nag“ getestet wird.

1990

Im Juli stellen pakistanische Wissenschaftler sechs Nuklearsprengköpfe fertig. Vier Jahre später gibt der damalige Premierminister Nawaz Sharif bekannt, dass Pakistan über eine Atombombe verfügt.

Nach dem Ende des Afghanistan-Kriegs und dem allmählichem Niedergang der Sowjetunion verliert Pakistan seine strategische Bedeutung für die USA. Das Atomwaffenprogramm wird nicht mehr gebilligt, daher stoppen die USA im Oktober ihre militärische und wirtschaftliche Hilfe für Pakistan.

1996

Am 27. Januar testet Indien erfolgreich eine Kurzstreckenrakete vom Typ „Prithvi-II“ mit einer Reichweite von 250 Kilometer.

Gegen Ende des Jahres erwirbt Pakistan sensible Nukleartechnologie von China, mit der die Kapazität für die Urananreicherung verdoppelt werden kann. 

1998

Im April testet Pakistan erfolgreich seine Boden-Boden Rakete „Ghauri-I“ mit einer Reichweite von 1.500 Kilometer.

Am 11. und 13. Mai führt die indische Regierung fünf unterirdische Atomwaffentests in Pokhran, Rajastan durch und begründet die Tests damit, dass die Bedrohung durch China und Pakistan zugenommen hat. Als Reaktion darauf testet Pakistan am 28. und am 30. Mai insgesamt sechs Nuklearsprengsätze in Belutschistan. Damit werden beide Staaten de facto zu Atommächten. Die Atomwaffentest bleiben jedoch nicht ohne Folgen, denn die USA verhängt gegen beide Staaten Wirtschaftssanktionen, die u.a. die Unterstützung für wirtschaftliche Entwicklung, den Verkauf von militärischen Equipment und Nukleartechnologien sowie Kredite von amerikanischen und internationalen Banken (IMF, WB) umfassen. Doch unter dem Brownback Act I und II werden im November und in den folgenden Monaten einige Beschränkungen (z.B. für US Banken) wieder gelockert. Im April 2001 werden schließlich alle Sanktionen aufgehoben.

1999

Am 11. April testet Indien eine Mittelstreckenrakete vom Typ „Agni-II“ mit einer Reichweite von 2.000 bis 2.500 Kilometer. Pakistan schließt sich der Testreihe an und testet am 14. und 15. April die Raketen von Typ „Ghauri-II“ („Hatf-V“) und „Shaheen-I“ („Hatf-IV“) mit einer Reichweite von 2.300 bzw. 750 Kilometer. Zuvor haben beide Staaten am 21. Februar ein „Memorandum of Understanding“[6] unterzeichnet, in dem sich beide Staaten u.a. darauf verständigen, seinen Nachbarn über bevorstehende Raketentests zu informieren.

Zwischen Mai und Juni kommt es erneut zu kriegerischen Kampfhandlungen in Kaschmir, nachdem pakistanische Truppen in der Region um die Stadt Kargil die Waffenstillstandslinie („Line of Control“) überscheiten. Indische Truppen und der Einsatz der Luftwaffe können jedoch einen schnellen Sieg Indiens herbeiführen. Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Atomwaffentests aber auch der Kargil-Krise veröffentlicht die indische Regierung im August eine vorläufige Nukleardoktrin, in der u.a. festgelegt ist, dass Indien auf einen nuklearen Erstschlag verzichtet. Eine ähnliche Doktrin existiert auf pakistanischer Seite bis heute nicht.

2002

Nach dem Anschlag auf das Landesparlament von Kaschmir im Oktober 2001 und dem schweren Anschlag auf das indische Parlament im Dezember 2001 droht die angespannte Lage zwischen Indien und Pakistan zu eskalieren. Beide Atommächte stehen kurz vor einem Krieg und lassen Truppen an der gemeinsamen Landesgrenze aufmarschieren. Raketentests verschärfen zudem die Situation. Indien testet im April erstmalig seinen Marschflugkörper „Brahmos“, der mit russischer Hilfe entwickelt wird. Pakistan antwortet darauf mit Tests der Raketen „Abdali" (Hatf-II), „Ghauri-II“ („Hatf-V“) und „Ghaznavi“ (Hatf-III). Der drohende offene Konflikt zwischen den Atommächten kann schließlich durch hartnäckige Vermittlungen der internationalen Gemeinschaft und dem Einlenken der beiden betroffenen Staaten überwunden werden. Seitdem ist eine konstante Verbesserung der Beziehungen zwischen Indien und Pakistan zu beobachten.

Im Oktober testet Pakistan zweimal die Kurzstreckenrakete „Shaheen-I“ („Hatf-IV“) mit einer Reichweite von 750-800 Kilometer.

2003

Im März testet Pakistan erfolgreich eine Kurzstreckenrakete vom Typ „Abdali“ („Hatf-II“). Nur wenige Stunden zuvor testete auch Indien erfolgreich eine Kurzstreckenrakete („Prithvi-II“), allerdings ohne die pakistanische Regierung vorher davon in Kenntnis zu setzen. Im Herbst folgen in Pakistan weitere drei Raketentests mit den Kurzstreckenraketen „Ghaznavi“ („Hatf-III“) und „Shaheen-I“ („Hatf-IV“). 

Für Pakistan ist das Jahr zudem durch den Proliferationsskandal von A.Q. Khan gekennzeichnet. In der Zeit zwischen 1987 und 2003 baute Khan ein riesiges Proliferationsnetzwerk auf und verkaufte eine Vielzahl von Nukleartechnologien an Länder wie Nordkorea, Iran und Libyen. Bis heute bestreitet die pakistanische Regierung, daran beteiligt gewesen zu sein bzw. das Netzwerk unterstützt zu haben. Dennoch wird spekuliert, dass sowohl Angehörige vergangener Regierungen als auch des Militärs maßgeblich am Netzwerk beteiligt gewesen sind.

2004

In Folge der illegalen Proliferation von Nukleartechnologien wird A.Q. Khan als Berater des pakistanischen Premierministers entlassen und unter Hausarrest gestellt. Nach einer öffentlichen Entschuldigung im pakistanischen Fernsehen, wird Khan, der trotz des Skandals als Nationalheld gilt, von Präsident Musharraf begnadigt.

Während des gesamten Jahres erfolgen in Indien und Pakistan Raketentests. Im März testet Pakistan erfolgreich seine erste Mittelstreckenrakete „Shaheen-II“ („Hatf-VI“) mit einer Reichweite von 2.500 Kilometer. Weitere Test folgen mit den Raketen „Ghauri“ („Hatf-V“), „Ghaznavi“ („Hatf-III“) und „Shaheen-I“ („Hatf-IV“). Indien testet u.a. die Kurzstreckenraketen „Akash“, „Prithvi-III“ und „Agni-II“.

2005

Im Verlauf dieses Jahres überwiegt die Anzahl der indischen Raketentests, da Pakistan vermutlich mit den anhaltenden Gefechten in den Stammesgebieten im pakistanisch-afghanischen Grenzraum ausgelastet ist. Die pakistanische Regierung testet nur die Mittelstreckenrakete „Shaheen-II“. Als Reaktion auf den indischen Marschflugkörper-Test Ende des Jahres 2004 folgt jedoch noch der Testflug des ersten pakistanischen Marschflugkörpers „Barbur“, der zudem eine größere Reichweite hat, als das indische Modell. In einer Stellungnahme sagt Präsident Musharraf, dass damit die militärische Balance in der Region wiehergestellt sei.[7] Indien dagegen testet seine Kurzstreckenraketen  „Akash“, „Prithvi“, und „Trishul“ sowie den Marschflugkörper „Brahmos“.

Am 18. Juli kündigen der amerikanische Präsident George W. Bush und der indische Premierminister Manmohan Singh an, ein Nuklearabkommen zur friedlichen Nutzung der Atomenergie abzuschließen. Die amerikanische Regierung lehnt jedoch aufgrund der Proliferations-Affäre um A.Q. Khan ein ähnliches Abkommen mit Pakistan ab.[8]

Am 3. Oktober unterzeichnen Indien und Pakistan einen Vertrag, mit dem sich beide Staaten dazu verpflichten, 72 Stunden vor einem Raketentest den anderen darüber zu informieren.

2006

Das ganze Jahr über testen Indien und Pakistan verschiedene Raketentypen. Am 9. Juli testet Indien u.a. die Mittelstreckenrakete vom Typ „Agni-III“ mit einer Reichweite von 3.000 bis 3.500 Kilometer. Allerdings fällt die Rakete vor Erreichen ihres Ziels ins Meer. Erst der zweite Test im April 2007 ist erfolgreich. Damit ist der Weg für die Entwicklung von Interkontinentalraketen geebnet.

Ebenfalls im Juli beginnt Pakistan mit der Errichtung eines Reaktors, der ausreichend Plutonium für schätzungsweise 40 bis 50 Atomwaffen pro Jahr herstellen kann.[9]

2007

Am 21. Februar unterzeichnen Pakistan und Indien ein Abkommen über Nuklearwaffensicherheit.[10]

Zwischen Februar und Juli testen Indien und Pakistan abwechselnd verschiedene Raketen, dazu gehören die pakistanische und indische Mittelstreckenrakete „Shaheen-II“ und Agni-III  sowie der pakistanische und indische Marschflugkörper „Babur“ und „Brahmos“.

Im Juli erklärt Lt. Col. Zafar Ali, ein pakistanischer Experte für nukleare Sicherheit (Strategic Plans Division), dass Pakistans Atomwaffen durch das Militär gesichert sind und es keine Gefahr gäbe, dass sie in die Hände von Terroristen gelangen könnten.[11] Anders als die indischen Kommando- und Kontrollstrukturen gelten die pakistanischen als weniger zuverlässig.

Die genaue Anzahl der in Indien und Pakistan vorhandenen Nuklearsprengköpfe ist unbekannt und kann nur geschätzt werden. Laut Carnegie Endowment for International Peace verfügt Indien bisher über 75-110 Nulearsprengköpfe und Pakistan über 50-110 Nuklearsprengköpfe. Im Vergleich dazu besitzen die USA über 10.000 und Russland sogar 16.000 Nuklearsprengköpfe.[12]

 



[1]Vgl.: Pakistan Atomic Energy Commission, http://www.paec.gov.pk.
[2]Christopher Clary: „Dr. Khan's Nuclear WalMart“, In: Disarmament Diplomacy, Nr. 76, März/ April 2004, S. 31-36, http://www.acronym.org.uk/dd/dd76/76cc.htm.
[3]Vgl.: Bhabha Atomic Research Center, http://www.barc.ernet.in.
[4] Vgl.: Treaty on the Non-proliferation of Nuclear Weapons (NPT), 1968, http://www.state.gov/www/global/arms/treaties/npt1.html.
[5] Agreement on the Prohibition of Attack Against Nuclear Installations and Facilities, Islamabad, 31. Dezember 1988, http://www.fas.org/nuke/guide/india/doctrine/nucl.htm.
[6] „Memorandum of Understandig”, Lahore, 21. Februar 1999.
[7] „Birthday Gift to President Musharraf: Rashid: 1st Cruise Missile Tested“, In: Daily Times, 12. August 2005. http://www.dailytimes.com.pk/default.asp?page=story_12-8-2005_pg1_2.
[8]B. Muralidhar Reddy: „No Nuclear Deal with Pakistan”, In: The Hindu, 5. März 2006, http://www.hindu.com/2006/03/05/stories/2006030514510100.htm.
[9]David Albright, Paul Brannan: „Commercial Satellite Imagery Suggests Pakistan is Building a Second, Much Larger Plutonium Production Reactor: Is South Asia Headed for a Dramatic Buildup in Nuclear Arsenals?“, Institute for Science and International Security, 24. Juli 2006, http://www.isis-online.org/publications/southasia/newkhushab.pdf.
[10] Vgl.: Agreement On Reducing The Risk From Accidents Relating to Nuclear Weapons,
Neu Delhi, 21. Februar 2007, http://www.stimson.org/southasia/?SN=SA200702231219.
[11] Khalid Hasan: „Pakistan’s Nuclear Crown Jewels Safe in Military’s Custody“, In: Daily Times, 17. Juli 2007, http://www.dailytimes.com.pk/default.asp?page= 2007%5C07%5C17%5Cstory_17-7-2007_pg7_10.
[12] Carnegie Endowment for International Peace: „Poliferation Status 2007“, http://www.carnegieendowment.org/files/2007_map_prolif_status1.pdf.


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Jahrbuch Internationale Politik: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik
von Josef Braml, Karl Kaiser, Hanns W. Maull, Eberhard Sandschneider, Klaus Werner Schatz (Hrsg.)

Veröffentlicht am 2. Juni 2008

Das neu konzipierte Standardwerk der internationalen Politik bietet eine systematisch-vergleichende Analyse eines aktuellen Themas: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik. Autorinnen und Autoren sind renommierte deutsche Experten sowie maßgebliche Repräsentanten der operativen Politik, des Bundeskanzleramts, des Bundestags und von Bundesministerien. Neben der wechselseitigen Politikberatung leistet das Jahrbuch – in Zusammenarbeit mit den Medien und anderen Multiplikatoren – auch Öffentlichkeitsberatung.

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