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Mitteleuropa
Cyrus Salimi-Asl, Eric Wrasse und Gereon Schuch
Mit Ihrem Beitritt zur Europäischen Union (EU) sind die
Staaten Mitteleuropas einem großen Transformationsdruck
ausgesetzt, der „europäische“ Einfluss auf
politische Institutionen, Politikfelder und politische
Einstellungen nimmt zu. Wie sich die nationale Politik dieser
Staaten verändert, das beleuchtete das erste
Mitteleuropa-Forum im Januar 2005 in Budapest.
Thema des Forums war eine vergleichende Analyse der
Europäisierungsprozesse. Rund 30 deutschsprachige
Nachwuchswissenschaftler aus neun Ländern untersuchten,
inwieweit Regeln, Abläufe, Politikgrundsätze und
–stile sowie gemeinsame Werte und Normen, die sich auf
EU-Ebene herausgebildet haben, Eingang finden in Politik,
Debatten und Identitäten Mitteleuropas.
Das Mitteleuropa-Forum wurde gemeinsam veranstaltet vom
Mitteleuropa-Programm der DGAP, der Konrad Adenauer Stiftung
(Außenstelle Budapest) sowie der Andrássy
Universität und gefördert vom Lektorenprogramm der
Robert Bosch Stiftung. Die Ergebnisse des Forums wurden
veröffentlicht in:
Cyrus Salimi-Asl u.a. (Hg.):
Die Transformation nationaler Politik.
Europäisierungsprozesse in Mitteleuropa.
DGAP-Schriften zur internationalen Politik. Berlin: 2005
[pdf].
Grundlagen
Analysen
-
EU-induzierter politischer Wandel in den neuen
Mitgliedstaaten: von der Transformationsforschung zu
neo-institutionellen Ansätzen.
Loretta Huszak, in: Cyrus Salimi-Asl u.a. (Hg.): Die
Transformation nationaler Politik.
Europäisierungsprozesse in Mitteleuropa.
DGAP-Schriften zur internationalen Politik. Berlin: 2005,
S. 51-76 [pdf].
Anhand des Transformationsprozesses der neuen
EU-Mitgliedsstaaten, untersucht die Autorin den Wandel der
Forschung von transformationsorientierten hin zu
neoinstitutionellen Ansätzen. Dazu stellt sie
zunächst die Transformationsforschung vor, die ab 1989
die wichtigste theoretische Richtung darstellte. In den
folgenden Jahren gewannen aber Ansätze
institutionellen Wandels und die Integrationsforschung
immer stärker an Einfluss. Abschließend wird
betont, dass der vorherrschende Forschungsansatz jeweils
von der Situation, in der sich die Länder in ihrem
Übergangsprozess befanden, abhing.
-
Schwierigkeiten des Dezentralisierungsprozesses der
Verwaltungs- und Entwicklungsstrukturen in den Visegrad
Ländern.
András Vissi und Laura Bertalan, in: Cyrus
Salimi-Asl u.a. (Hg.): Die Transformation nationaler
Politik. Europäisierungsprozesse in Mitteleuropa.
DGAP-Schriften zur internationalen Politik. Berlin: 2005,
S. 97-114 [pdf].
Der politische Umbruch von 1989 hat für die
Verwaltungssysteme der osteuropäischen Länder zu
einer Fülle von Veränderungen geführt.
Während die Struktur früher hierarchisch geordnet
und auf die regierende Staatspartei zugeschnitten war, muss
nun eine Reform bewältigt werden, durch die
rechtsstaatliche Prinzipien in den Ländern etabliert
werden können. Dabei kommt es natürlich zu
Hindernissen. Der Artikel stellt diese Hindernisse dar und
bezieht sie auf die Förderperiode 2007-2013 der
Europäischen Union. Dadurch soll ein Leitfaden zur
möglichst effizienten Durchführung der
Entwicklungsförderung entwickelt werden.
-
Welchen Einfluss hat der Europäisierungsprozess auf
die ungarische Sicherheitspolitik?
Krisztina Keller, in: Cyrus Salimi-Asl u.a. (Hg.): Die
Transformation nationaler Politik.
Europäisierungsprozesse in Mitteleuropa.
DGAP-Schriften zur internationalen Politik. Berlin: 2005,
S. 115-136 [pdf].
Die Autorin nimmt die Reform der ungarischen
Streitkräfte zum Anlass, den politischen
Einbindungsprozess des ungarischen Militärs in die
beiden Bündnisse NATO und EU zu untersuchen. Ihr
zufolge legen die nationalen Sicherheitspolitiker bei der
momentanen Reform lediglich Wert auf eine
Kompatibilität zur NATO, während die
Ansprüche der Europäischen Außen- und
Sicherheitspolitik (GASP) außer Acht gelassen werden.
Zudem wird untersucht, inwieweit der politische Wille
vorhanden ist, sich in Zukunft an Auslandseinsätzen
der EU oder der NATO zu beteiligen. Hierbei spielt die
angespannte Haushaltslage eine Rolle, die aufwendige
militärische Beteiligungen nicht ohne Weiteres
zulässt.
-
Welchen Einfluss hat der Europäisierungsprozess auf
die Außenpolitik Bulgariens?
Aleksandar Tsukev, in: Cyrus Salimi-Asl u.a. (Hg.): Die
Transformation nationaler Politik.
Europäisierungsprozesse in Mitteleuropa.
DGAP-Schriften zur internationalen Politik. Berlin: 2005,
S. 173-184 [pdf].
Der Beitrag setzt sich mit der Stellung und
Außenpolitik Bulgariens gegenüber der
Europäischen Union (EU) auseinander. Dazu wird
zunächst der Verhandlungsprozess dargestellt, an
dessen Ende Bulgarien zusammen mit Rumänien im Jahr
2007 in die EU eintreten konnte. Im nächsten Teil wird
die Wandlung der bulgarischen Außenpolitik im
Zeitraum 1997 – 2005 dargestellt, die im Zusammenhang
mit den Anforderungen der EU steht. Abschließend wird
ein Überblick über die wichtigsten
Außenbeziehungen Bulgariens gegeben, wie u.a. zu den
USA, Russland und den Balkanstaaten. In diesem Abschnitt
wird auch deutlich, dass die Integration in die EU nicht
ohne außenpolitische Probleme verläuft.
-
Die Europäisierung der Regionalpolitik in Ungarn und
Polen - Zur Umsetzung regionaler Phare-Programme.
Karin Pieper, in: Cyrus Salimi-Asl u.a. (Hg.): Die
Transformation nationaler Politik.
Europäisierungsprozesse in Mitteleuropa.
DGAP-Schriften zur internationalen Politik. Berlin: 2005,
S. 223-240 [pdf].
Die sogenannten PHARE-Programme sollten in Polen und Ungarn
auf regionaler Ebene dazu beitragen, dass die Länder
besser auf die komplexen Vergabeverfahren der
europäischen Strukturfonds vorbereitet werden.
Allerdings unterscheidet sich die Partizipation an den
Fonds in den verschiedenen Region der Ländern, weshalb
eine nähere Analyse der PHARE-Programme nötig
wird. Insbesondere werden hierbei Verwaltungsstrukturen
untersucht, die für die Unterschiede verantwortlich
sein können. Diese Untersuchung wurde durch die
Auswertung von zirka 70 Experteninterviews ermöglicht.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Auswirkungen der
Verwaltungspraxis während der Zeit des sozialistischen
Regimes.
-
Der Einfluss der EU Osterweiterung auf die tschechische
Asyl- und Migrationspolitik.
Vera Stýsklíková, in: Cyrus
Salimi-Asl u.a. (Hg.): Die Transformation nationaler
Politik. Europäisierungsprozesse in Mitteleuropa.
DGAP-Schriften zur internationalen Politik. Berlin: 2005,
S. 257-276 [pdf].
Nach dem Ende des Warschauer Paktes gab es in Europa
erhebliche Migrationsbewegungen. Diese hatten nicht nur die
Staaten der alten EU zum Ziel, sondern auch die relativ
reichen Staaten des ehemaligen Ostblocks, wie
beispielsweise Tschechien. Nachdem aber klar wurde, dass
das Asylrecht teilweise missbraucht wurde, verschärfte
die tschechische Regierung die Auflagen. Ähnliche
Tendenzen gab es auch in den Ländern Westeuropas. Der
Artikel untersucht gestützt auf Immigrations- und
Integrationstheorien den Einfluss des EU-Beitritts
Tschechiens auf die Asylpolitik des Landes. Die Autorin
kommt dabei zu dem Schluss, dass der Beitritt eine
Angleichung der tschechischen Politik an die Praktiken in
den ursprünglichen EU-Staaten zur Folge hatte.
-
Europäisierung ostmitteleuropäischer
Identitäten?
Anne Sophie Krossa, in: Cyrus Salimi-Asl u.a. (Hg.): Die
Transformation nationaler Politik.
Europäisierungsprozesse in Mitteleuropa.
DGAP-Schriften zur internationalen Politik. Berlin: 2005,
S. 387-406 [pdf].
Ost- und Mitteleuropas haben in den letzten Jahren zu sich
verändernden Identitäten geführt. Der
Artikel untersucht einerseits, welche Einflüsse es in
den ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes gab. Hat der
Identitätswandel eher zu einer Stabilisierung der
politischen Lage geführt, oder zusätzliche
Konflikte hervorgerufen? Zum anderen soll auch der Frage
nachgegangen werden, welche Folgen die Öffnung des
Eisernen Vorhangs auf die Identitäten in den
westeuropäischen Ländern hatte. Dieses sei, so
die Autorin, eine lange vernachlässigte Frage.
-
Der Einfluss europäischer Werte auf den
Demokratisierungsprozess der Slowakei
Radoslav Stefancik, in: Cyrus Salimi-Asl u.a. (Hg.): Die
Transformation nationaler Politik.
Europäisierungsprozesse in Mitteleuropa.
DGAP-Schriften zur internationalen Politik. Berlin: 2005,
S. 423-442 [pdf].
Mithilfe von Transaktionsansätzen zeichnet der Autor
den Übergang der Slowakei von einem kommunistischen
Staat, hin zu einer Demokratie nach. Dieser politische
Umbruch sei aber keinesfalls gleichmäßig und
ohne Probleme verlaufen. Das größte Hindernis
sei der aufkommende Nationalismus gewesen. So war es zu
Beginn der neunziger Jahre keineswegs klar, ob sich das
Land der EU zuwenden, oder sich eher von ihr isolieren
würde. Auch in anderen Ländern des ehemaligen
Ostblocks gab es diese nationalistischen Strömungen.
Zum einen sei dies verständlich, da die Staaten
zunächst eine eigene Identität finden mussten,
zum anderen hatte die damit einhergehende Ideologisierung
aber negative Folgen für die (rechts-) politische
Kultur.
-
[Weitere Analysen bei weltpolitik.net]
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