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Fortsetzung: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?

Alexander Schwertner

3. Militanter Islamismus in Ägypten

Nach einer ersten Welle islamistisch motivierter Gewalt Ende der 80er Jahre sah sich Ägypten ab 1992 einer bisher nicht da gewesenen Eskalation der Gewalt in Form von Anschlägen und Überfällen auf Touristen, Mitglieder der Sicherheitskräfte, Minister und säkulare Intellektuelle ausgesetzt. Die Ermordung des international bekannten Schriftstellers Faraj Fuda und ihre Umstände setzten ein erstes Ausrufezeichen hinter die Tatsache, dass sich das politische Klima in Ägypten geändert hatte. Von 1991 bis 1997 sollen etwa 1500[7] Menschen der politisch motivierten Gewalt zum Opfer gefallen sein. Die Zahl der Verletzten soll noch um ein Vielfaches höher liegen. (Tal, 1998, 1) Dabei war eine Vielzahl unterschiedlicher militanter Gruppierungen an den Anschlägen und Morden beteiligt. Es ist fast unmöglich, jede Gruppierung, Zelle oder Splittergruppe auf ihre Ursprünge und Beziehungen zu untersuchen, doch sollen im Folgenden die drei islamistischen Hauptströmungen salafi, jihadi und takfiri hinsichtlich ihrer zugrunde liegenden Ideologie, ihrer Ziele, Organisationsstruktur und Vorgehensweise betrachtet werden. Hierbei wird die salafi-Bewegung, die die Muslim-Bruderschaft umschreibt, gesondert untersucht, da sie sich als Organisation und in ihrer Wirkung auf den Staat stark von den beiden anderen unterscheidet.

3.1 Takfiri

Zur Takfiri Bewegung werden, neben der wohl bedeutendsten Gruppe, der al-Takfiri wa al-Hijra noch al-Tawaqquf wal-Tabayyun, al-Najun min al-Nar, al Shawiqiyyun und al-Najun min al-Nasr gezählt.(Podeh, 1997, 45) An dieser Stelle soll die Hauptgruppe al-Takfiri wa al-Hijra[8] (im folgenden nur noch takfiri genannt) betrachtet werden. Der Name wird allerdings nur von der Presse und von Staatsorganen benutzt, selbst nennt sich die Gruppe Jama´at al-Muslimin (Gemeinschaft der Muslime).

Takfiri wurde seit 1971 von dem ehemaligen Muslim Bruder Shukri Mustafa aufgebaut. Mustafa, ein Anhänger der Theorien Qutb´s, war 1965 von der Regierung Nasser inhaftiert worden und begann mit dem Aufbau der Organisation nach seiner Entlassung. In Folge der Entführung und Ermordung des Ex-Regierungsministers und Vize-Kanzler der al-Azhar Universität, al-Zahabi, 1978 wurde er erneut festgenommen und schließlich hingerichtet. Die stark hierarchisch aufgebaute Organisation war vollkommen auf ihren Führer Mustafa ausgerichtet, dabei wurde seine absolute Position dadurch gestärkt, dass er von seinen Anhängern, in Anlehnung an den Messias, als der kommende Erlöser gesehen wurde. Dieser strenge Aufbau machte Takfiri zu einer sehr gut organisierten Gruppe, die in einzelne Zellen, Rekrutierungsgruppen und logistische Einheiten unterteilt war. Genau wie die Gruppe selbst wurde auch die Mitgliedschaft abgestuft aufgebaut. Ein volles Mitglied gab sein normales Leben völlig auf um der Gemeinschaft zu dienen. (Zeiden, 1999, 2) Genau wie die al-Jihad Gruppen, rekrutiert Takfiri als Mitglieder zumeist Personen der unteren Mittelschicht des armen Oberägyptens, die oftmals in die Zentren immigriert sind und dort in der städtischen Peripherie eine gesellschaftlich marginalisierte Gruppe bilden. Hinzu kommen noch Studierende der unteren urbanen Mittelschicht und einige alte Intellektuelle aus dem Umfeld der Muslim Bruderschaft. (Podeh, 1997, 46)

3.1.1 Ideologie

Die Grundlage der Gruppenideologie bildet die Ansicht, dass der wahre Islam nur im „Goldenen Zeitalter“ unter der Führung der vier ersten Kalifen (622-661) existiert hat. Um nun wieder in ein neue goldene Epoche einzutauchen, müssten die Muslime zurück zu ihren Ursprüngen. Der einzige Weg dahin führt über eine Befreiung von der westlichen Moderne und der Implementierung muslimischer Traditionen. Dabei wird durch eine geschichtlich verklärte Glorifizierung der islamischen Vergangenheit und eine Umdeutung von Traditionen und religiösen Texten ein, vermeintlich historisch begründetes, Ordnungskonzept propagiert. Die Umma soll den Rahmen dieser Ordnung bilden, die von einem wahren, in der Tradition Mohameds stehenden, Kalifen[9] geführt wird. Die islamische Gesellschaft formt dabei die Geburtsstätte und den Vorreiter der Umma in ihrem Kampf gegen nationale und internationale Feinde. Der Sturz der eigenen Regierung bildet den ersten Schritt auf dem Weg dahin. (Zeiden, 1999, 3) Takfiri beschränkt sich bei seinem Kampf jedoch nicht nur auf Ägypten oder den arabischen Raum. Der Kampf gegen den, als kufar (ungläubig, atheistisch) bezeichneten Westen bildet ein Kernelement ihrer Grundsätze. Werden Christen und Juden in der traditionellen Sicht des Islam innerhalb seiner Gemeinschaft als geschützte Minderheiten gesehen, teilt Takfiri diese Ansicht nicht, da ihrer Meinung nach christliche und jüdische Gemeinschaften als Teil der Weltverschwörung gegen die islamischen Völker, als Träger des Kolonialismus und des Zionismus wie ein trojanisches Pferd der westlichen Welt funktionieren würden.(Zeiden, 1999, 5)

Ihre Ablehnung der gesamten ägyptischen Gesellschaft als ungläubig und ihre totale Abspaltung von dieser macht Takfiri zu der, von ihren Grundannahmen her, wohl radikalsten Gruppe. (Podeh, 1997, S. 46)

3.1.2 Handlungsweisen und Aktivitäten

Die Handlungsweisen von Takfiri lassen sich direkt aus ihrer Ideologie ablesen. Die Annahme, dass sowohl die ägyptische Gesellschaft als auch der Staat ungläubig und daher bekämpfenswert sind, stempelt beide zu potenziellen Opfern ab. Es gibt daher grundsätzlich keine Unterscheidung zwischen Zivilpersonen und staatlichen Organen. Dies hatte zur Folge, dass sich Takfiri vollkommen von der Gesellschaft abgegrenzt hat. Ihre Mitglieder ignorieren die Gesetze sowie alle staatlichen Einrichtungen und lehnen sich gegen jede Art staatlicher Symbole auf. Was ihre terroristischen Tätigkeiten angeht, so traten sie erstmals 1977-78 ins Licht der Öffentlichkeit. Mitglieder der Bewegung ermordeten den Vize-Kanzler der Al-Azhar Universität al-Zahabi, der Fatwas gegen die Gruppe und ihre Ideologie ausgestellt hatte. (Khan, 2001, 1) Takfiri war insgesamt weniger an den Anschlägen der 90er Jahre beteiligt als die militanten Jihad Gruppen. Dies liegt sicher daran, dass die Gruppe nach der Hinrichtung Mustafas unter starken Druck geraten war, zahlreiche kleine Gruppierungen der Bewegung zerschlagen wurden und viele Mitglieder sich anderen Gruppen anschlossen oder das Land verließen. Doch auch die insgesamt sehr passive und destruktive Haltung ihrem Umfeld gegenüber führte eher zu einer Abschottung als zu aktivem Handeln. Allerdings werden ihren Splittergruppen einige Attentaten im Mai/Juni in Kairo 1993 zugerechnet, bei denen mehrere Passanten getötet und verletzt wurden. Ihre radikale Haltung, ihre totale Isolation und die Tatsache, dass sie auch normale Bürger zum Ziel ihrer Anschläge nimmt, hat der Gruppe das Überleben während der, nach den Unruhen der frühen 90er, stärker werdenden staatlichen Verfolgung in Ägypten sehr erschwert. So brachten Gewaltakte gegen ehemalige, „abtrünnige“ Mitglieder die staatliche Sicherheitskräfte dazu zu intervenieren und die Organisation in Ägypten großteils zu zerschlagen. (Zeiden, 1999, 4)

3.1.3 Internationale Verbindungen

Die Festnahme von sechs Takfiri Mitgliedern am 31.05.2001 im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan[10] macht zwei Aspekte deutlich. Erstens wurde Jama´at al-Muslimin nicht vollständig zerschlagen und zweitens sind ihre Mitglieder Teil eines internationalen Terrornetzes. Zwar liegt ihr Hauptquartier nach wie vor in Ägypten, doch hatte die Gruppe nach der starken staatlichen Verfolgung Mitte der 90er Jahre in Afghanistan Zuflucht gesucht und Stützpunkte errichtet. Laut eines Time Artikels bildeten sie ein Teil des al­-Qaida Netzwerkes. Interessanterweise vermutet man innerhalb dieses Netzwerkes eine steigende Zahl von Gruppen, die der Takfiri Ideologie folgen. Es ist von außen allerdings fast unmöglich festzustellen, welche Gruppierung direkt der ägyptischen Bewegung zuzurechnen ist und welche sich nur, der Ideologie folgend, mit dem gleichen Namen betitelt. Es scheint jedoch, dass es internationale Verbindungen zwischen den einzelnen Gruppen gibt und das zumindest versprengte Zellen der ägyptischen Mutterorganisation überlebt haben, beziehungsweise dabei sind sich zu reorganisieren.[11] Einzelne Zellen haben sich auch in Europa gebildet. So wurden im Herbst 2001 Mitglieder einer Takfiri Zelle in Frankreich angeklagt, zusammen mit der algerischen Groupes Islamiques Armés (GIA) 1995[12] an Bombenanschlägen algerischer Extremisten in Südfrankreich beteiligt gewesen zu sein.[13] Auch schrieb das Time Magazin in einem Bericht seines Online-Magazines „Time.com“ unter Berufung auf den Islamwissenschaftler Roland Jacquard, dass der, an den Anschlägen des 11.09 beteiligte, Terrorist Mohamed Atta, ein Takfiri war.[14]

Wurde Takfiri Ende der 90er Jahre schon tot erklärt, mehren sich doch die Anzeichen, dass sich einzelne Gruppen reorganisiert bzw. neu gegründet haben. Dabei scheint das Aktionsfeld nun eher, als Teil eines internationalen Netzwerkes islamistischer Extremisten, außerhalb Ägyptens zu liegen.

3.2 Jihadi

Zu den Jihad Gruppen gehören vor allem al-Jihad al-Islami (islamischer Jihad, im Folgenden al-Jihad genannt) und al-Jama´a al-Islamiyya (islamische Gruppe, im Folgenden al-Jama´a genannt). Diese beiden Namen waren auch die am häufigsten genannten, wenn es in den letzten 25 Jahren um, von militanten Islamisten begangene, Gewalttaten ging. Genau wie Takfiri auch entwickelten sich die Jihad Gruppen aus dem Umfeld der Muslim-Bruderschaft. Die Gründer der Jihad Bewegung, Nabil al-Boraei und Ismail Tantawi, waren beide Muslim-Brüder. (Engel, 1997, 2) Aus dem Protest gegen die, nach Meinung der militanten Denker, in ihren Mitteln zu weiche Muslim-Bruderschaft, entwickelte sich ab den 60er Jahren die Linie, der neben der Takfiri auch die Jihad Bewegung entsprang. Jama´at Shabab Muhammed[15] (Gruppe der Jugend Mohammeds) war die erste militant islamistische Gruppe, die für die ägyptische Gesellschaft sichtbar wurde.(Abou Zaid, 1995, 2) Aus ihr heraus wurde al-Jihad 1977 in Alexandria erstmals gegründet, um 1979 als Bewegung in Kairo erneut gegründet zu werden, diesmal als eigenständige Bewegung. Mohammed Abd Salam Faraj war es schließlich, der die verschiedenen Jihad Gruppen Ägyptens einte. Ihr geistiger Führer wurde Sheik Umar Abdul Rahman, während die Organisation operationell von dem ehemaligen Ex-Offizier Abud al-Zumar geleitet wurde. Abud al-Zumar war es auch, der nach der fast vollständigen Zerschlagung der Gruppe, infolge der staatlichen Verfolgung nach der Ermordung Sadats, mit dem Neuaufbau einer Organisation unter gleichem Namen begann. Faraj selbst wurde zusammen mit vier anderen Extremisten gehängt. (Reed, 1993, 97) Al-Zumars al-Jihad Organisation zeichnete sich in den darauffolgenden Jahren durch interne Streitereien und das Auf und Ab vieler Untergruppen und Zellen aus, bis sich Anfang der 90er die Gruppe stabilisierte und organisierte. (Engel, 1997, 2)

Al-Jama´a al-Islamiyya entstand in den frühen 70ern als religiöses Komitee an der Assiut Universität im Oberägypten. Die Organisation wuchs langsam aber kontinuierlich, behielt jedoch ihren Schwerpunkt im verarmten Süden des Landes. Dabei entwickelte sie sich im Kontext der regionalen Besonderheiten Südägyptens: unterentwickelte, teils vormoderne Wirtschaftsstrukturen, Stammesorganisation und eine anhand der Stammeslinien aufgebaute Gesellschaftsordnung.[16](Fandy, 1994, 612) Vor allem die politische und wirtschaftliche Benachteiligung der Fallahin seitens der Regierung, die Ashraf und Araber bevorzugte, führte dazu, dass al-Jama´a starken Zulauf aus dieser Bevölkerungsgruppe erhielt. Das Gefühl der sozialen und wirtschaftlichen Benachteiligung bildete somit den realen Hintergrund, vor dem sich die Islamisten der al-Jama´a etablieren konnten. (Fandy, 1994, 615)

Al-Jama´a nutzte die relative politische Freiheit dieser Jahre, um sich die Großzahl der Sitze der Studentenvereinigung des Landes zu sichern. Dabei funktionierte die Gruppe zunächst fast wie eine soziale Studentenorganisation, die an den Universitäten Tutorien organisierte, Literatur günstig bereitstellte und den neuen Studenten eine Anlaufstelle bot. (Reed, 1993, 98) Stand die Gruppe anfänglich noch in der Tradition der Muslim-Bruderschaft, wurde sie ab Ende der 70er Jahre zunehmend militanter. Man begann andersdenkende Parteien anzugreifen und entfernte sich immer weiter von den Muslim-Brüdern hin zu al-Jihad. (Abou Zaid, 1995, 4) Auf die Frage nach dem Beginn der Gewalt gegen den Staat sagte das ehemalige al-Jama´a Führungsmitglied Tal´at Fu´ad Qasim 1993:

„The confrontation with the state began in earnest in 1978, with the arrest of some members after protests against Camp David. Soon afterward protest against al-Sadat´s offer of asylum to the Shah of Iran led to the murder of some of our members by security forces.“[17]

Nach 1981 zerbrachen viele der engen Beziehungen zu der al-Jihad Organisation, die in ihrer ursprünglichen Form zerschlagen wurde, und al-Jama´a bildete unter der ideologischen Führung Abdul Rahmans eine autonome Gruppe mit Raafat al-Zeidan und Taalat Fouad Qasim an der Spitze. (Engel, 1997,3) Der Bruch der Beziehungen zwischen beiden Gruppen ließ sich auch darauf zurückführen, dass al-Jihad sich nur auf den aus dem Untergrund geführten bewaffneten Kampf beschränken wollte, wohingegen al-Jama´a weiterhin, unter der spirituellen Führung Rahmans, öffentlich sozial arbeiten und predigen wollte. (Mubarak, 1998, 3) In dieser Zeit begann die Gruppe auch sich über die Universitäten hinaus zu etablieren. Vor allem in den verarmten Siedlungen an Kairos Peripherie fand man bei den Emigranten viel Unterstützung. Durch ein Netzwerk tausender privater Moscheen gelang es al-Jama´a die Botschaft vom Kampf gegen die vermeintlich „ungläubige“ Regierung zu verbreiten. (Reed, 1993, 98-99)

Wurde es in den ersten Jahren nach der Ermordung Sadats, durch interne Probleme und starke staatliche Verfolgung, um beide Gruppen etwas ruhiger, kam es ab Mitte bis Ende der 80er wieder zu verstärktem Auftreten islamistisch motivierter Gewalt. Die sozio-ökonomische Krise, Entlassungen und Massenarbeitslosigkeit auch bei Universitätsabsolventen sowie die Verschleppung einer überfälligen politischen Reform des Landes bildeten dabei das nationale Umfeld dieser Entwicklung.[18]

3.2.1 Ideologie

Die Grundideologie von al-Jama´a und al-Jihad ähneln sehr den Vorstellungen von Takfiri, doch gibt es einige nennenswerte Unterschiede. Zwar bezieht sich auch al-Jihad auf Qutb´s Jahila Konzept, doch stellte al-Faraj den Jihad, hier auf die Idee des bewaffneten Kampfes reduziert, ins Zentrum seiner Vorstellungen.(Reed, 1993, 97) Dabei wird jedoch, anders als bei Takfiri, zwischen Staat und Gesellschaft unterschieden. Der eigene Staat sowie die Träger der vermeintlichen internationalen Verschwörung gegen die islamische Umma, hier sind neben den westlichen Staaten und Israel auch die UN zu nennen, sind demnach die Ziele der al-Jihad Organisation. Der politische Mord soll nun dazu dienen die Massen aufzuwecken und zu mobilisieren. Die daraufhin neu zugründende islamische Gemeinschaft würde alle gesellschaftlichen Missstände beseitigen.

Im Gegensatz zu Takfiri akzeptieren al-Jihad und al-Jama´a die Madhabs (die vier traditionellen islamischen Schulen) und sie teilen nicht die Sicht, dass man sich, dem Hijra Konzept folgend, total von der Gesellschaft isolieren sollte. (Zeidan, 1999, 3-4) Lehnt Takfiri alle traditionellen Koraninterpretationen ab, so berufen sich die Jihadi Gruppen auf einige dieser Lehren. Vor allem der mittelalterliche Schreiber Ibn Taymiyya[19] spielt dabei eine wichtige Rolle. Er hatte im Mesopotamien des 13. Jahrhunderts eine Fatwa erstellt, die den Kampf gegen einen islamischen Prinzen rechtfertigte. Dieser hatte unter dem Druck der Mongolen im Sinne deren Gewohnheitsrechts regiert, nicht aber nach der Sharia. Taymiyya entwickelte also ein Konzept, das die Loslösung des Volkes von der Autorität des Führers begründete. (Lübben/Fawzi, 2000, 233)

3.2.2 Handlungsweisen und Aktivitäten

Im Gegensatz zu Takfiri sind die Mitglieder von al-Jihad und al-Jama´a in die Gesellschaft integriert. Sie versuchen den Staat zu infiltrieren, um ihn somit zu vernichten. Dabei hilft der al-Jihad Organisation ihr Aufbau, der sie in einer lose verzahnten, aus vielen Zellen bestehenden Form erscheinen lässt. (Zeidan, 1999, 4) Diese lockere Struktur machte es der Gruppe zwar möglich, immer wieder zu überleben und sich zu reorganisieren, führte aber auch zu einem ständigen Abbrechen und Hinzukommen einzelner Zellen und, zusammen mit internen Machtkämpfen, zu einer Schwächung der Gruppe. (Kogelmann, 1999, 87) Auch wird das Fehlen einer charismatischen Führerpersönlichkeit teilweise als Schwäche gesehen, da somit der breiten Masse eine Identifikationsperson fehlt.[20] Dies wurde besonders in der ersten Hälfte der 80er Jahre deutlich.

Die Ermordung Sadats und anderer politischer Führungspersonen und Intellektuellen durch Mitglieder einzelner al-Jihad Zellen macht deutlich, wie ernst es die Gruppe meint, wenn es um die Umsetzung ihrer Ziele geht. Auch al-Jama´a besitzt eine Zellenstruktur, doch spielt hier nicht nur der bewaffnete Kampf eine Rolle. Soziale Dienste und religiöse Arbeit in den zahlreichen Moscheen des Landes werden vom nichtmilitärischen Arm der Organisation getragen. Die Tatsache, dass sie in einigen Regionen soziale Arbeit übernahm, die der Staat nicht mehr im Stande war zu leisten, hatte ihr in Teilen der Bevölkerung des Landes breite Unterstützung gebracht und sie vor allem in der oberägyptischen Gesellschaft tief verankert. Diese Zustimmung verspielte die Gruppe jedoch zum Teil wieder. Anschläge auf Touristen führten dazu, dass viele Ägypter eine Bedrohung ihrer, auf den Tourismus ausgelegten, Lebensgrundlage sahen. Vor allem der von al-Jama´a Mitgliedern ausgeführte Mord an 58 Touristen und vier Ägyptern, außerdem verloren auch sechs der Attentäter ihr Leben, in Luxor war ein empfindlicher Schlag für die vom Tourismus abhängige Region und brachte den militanten Islamisten viel Widerspruch ein.

Seit 1992 führten Mitglieder verschiedener al-Jama´a Splittergruppen eine Vielzahl von Anschlägen und Attentaten in Ägypten durch, gerechtfertigt und inspiriert durch Rahman, der 1990 in die USA emmigriert war. Neben den Anschläge auf Touristen ab Oktober 1992 waren es vor allem gezielte politische Morde, die durch al-Jama´a und al-Jihad ausgeführt wurden und das Land destabilisieren sollten. In Oberägypten wurden zahlreiche Mitglieder der Sicherheitskräfte ermordet und allein 1993 gab es drei Anschläge auf hohe Staatsbeamte. Innenminister Hasan al-Alfi, Informationsminister Safwat al-Sharif und Premierminister `Atif Sidqi überlebten nur knapp. Doch nicht nur der Staat stand im Fokus der Attentäter. Der säkulare Schriftsteller Faraj Fuda wurde 1992 von radikalen Islamisten ermordet und nur zwei Jahre später wurde der ägyptische Literatur-Nobelpreisträger Naguib Mahfouz niedergestochen, der den Anschlag jedoch überlebte. Im Juni 1995 schließlich wurde ein Attentat auf Präsident Mubarak verübt. (Podeh, 1997, 49) Die Welle der Gewalt sollte zwischen 1992 und 1997, laut Middle East Times vom 21.09.1997[21], ca. 1200 Personen, darunter 92 Touristen, das Leben kosten; sie ließ bereits 1993 US-amerikanische Experten befürchten das Regime Mubaraks könnte unter dem stärker werdenden Druck zusammenbrechen,[22] eine Befürchtung die sich bis heute nicht bewahrheitet hat. Die Anschläge des Herbst 1997, ihre Brutalität und ihre verheerende Wirkung auf den Tourismus machten dabei einen wichtigen Wendepunkt aus. Am 18.09 tötete eine in einen Bus geworfene Bombe neun deutsche Touristen[23] sowie den Busfahrer und der Luxoranschlag vom 17.11.1997 veranlasste die Middle East Times aufgrund des grausamen Vorgehens der Attentäter zu der Überschrift „Militants turn temple into sloughterhouse“.[24] Die Brutalität der Anschläge und die Vielzahl der Opfer führte somit zu einer immer stärker werdenden Isolation der beiden Gruppen. Selbst die eigene, im Exil lebende, geistige Elite al-Jama´as versuchte sich gegen die jungen Täter abzugrenzen.

„Exiled Gamaa leaders were suprised by what happend at Luxor and were shocked by the large number of victims and the mutilation of some of the dead, which violates the principles of legitimacy, humanity and politics of the Gamaa in Egypt.“[25]

Die Führung der Organisation fürchtete zwar zum einen die schlechte Publicity bei der ägyptischen Bevölkerung, doch wurde auch deutlich, dass sich einzelne, besonders radikale Zellen, immer weiter von ihr entfernten.

„The Gamaa initially said its own investigation into the attack showed that young members had acted on their own, a sign that the group seemed to lack a central authority and had fragmented into smaller, more violent elements.“[26]

Zwar hatten nach 1996 immer wieder einzelne Führer al-Jama´as und al-Jihads den Verzicht auf Gewalt erklärt,[27] doch erst 1999 konnte man sich einigen, was schließlich zu einem offiziellen Gewaltverzicht al-Jama´a führte, welchem sich kurz darauf auch die ägyptische al-Jihad[28] Organisation anschloss. (Perthes, 2002, 146) Im Jahre 2000 scheint es, dass die beiden Gruppierungen in Ägypten nur noch in Fragmenten bestehen. Ein Großteil ihrer Führungselite ist im Exil, im Gefängnis oder auf der Flucht, den Rückhalt in der Bevölkerung hatte sie weitgehend, soweit er überhaupt bestand, verloren, innere Streitereien und die Abspaltung einiger sehr extremistischer Zellen haben die Gruppe weiter geschwächt und der langanhaltende Kampf des Staates gegen die Islamisten hat al-Jama´a und al-Jihad weitgehend aufgerieben. (Gerges, 1999, 116-117) So kam es, dass es im Terrorismusbericht 2001 des US Department of State für Ägypten heißt:

„No terrorism related death were reported in Egypt in 2001, [...]“.[29]

Vor allem al-Jihad wird seit einigen Jahren verstärkt im Zusammenhang mit dem internationalen Terrornetz der al-Qaida genannt. So wird vermutet, dass die Taktik, vor allem durch gezielte Morde den ägyptischen Staat zu destabilisieren, zugunsten einer internationaleren Ausrichtung, vor allem gegen Israel und die USA, aufgegeben wurde. (Schweitzer, 1999, 1)

Interessanterweise gab es in den letzten zwei Jahren auch einen Teil der militanten islamstischen Bewegung, der versuchte sich in die politische Landschaft Ägyptens zu integrieren. Hieraus entsprang Mitte 1999 eine Initiative zur Gründung der Sharia-Partei. Aus dem gleichen Dunstkreis entsprangen auch die Gründer der Hizb al-Islah, sie hatten sich während der Anfangsphase von den Sharia-Gründern abgespalten. Beide Parteien wurden nicht zugelassen. Und auch ihre Zukunft sieht eher düster aus, hatte die Regierung doch mehrfach deutlich gemacht, Parteien mit religiöser Ausrichtung nicht zuzulassen. (Lübben/Fawzi, 2000, 240-241)

3.2.3 Internationale Verbindungen

Das internationale Netz der verschiedenen al-Jihad Organisationen vollständig zu entwirren, kann nicht das Ziel dieser Arbeit sein, so gibt es zum Beispiel in unterschiedlichen arabischen Ländern verschiedene al-Jihad Organisationen und Untergruppen, die sich zwar in ihrer Entstehung beeinflussten und teilweise auch netzwerkartige Verbindungen aufweisen, jedoch als autonom und im nationalen Kontext zu betrachten sind. An dieser Stelle soll vielmehr versucht werden, die Hauptverbindungen der ägyptischen Gruppe innerhalb eines international operierenden Netzwerkes islamistischer Extremisten aufzuzeigen. Al-Jihad entwickelte sich schon sehr früh über die Grenzen Ägyptens hinaus. Nach dem Mord an Sadat flohen einige Mitglieder ins Ausland, um dort Ableger des ägyptischen al-Jihad aufzubauen. Unter der Schirmherrschaft Abdul Rahmans wurden in den USA Zellen aufgebaut, die unter anderem auch für den Anschlag auf das World Trade Center vom Februar 1993 verantwortlich waren. Ein zweiter wichtiger Mann der Bewegung Ayman Rabi´ El-Zawahiri baute eine Gruppe in Afghanistan auf. (Paz, 2001, 1) Der Mann, der auf Ägyptens „most wanted Liste“[30] ganz oben steht, wurde 1999 in Abwesenheit von einem ägyptischen Gericht zum Tode verurteilt. El-Zawahiri war 1984, nachdem er in Ägypten eine mehrjährige Haftstrafe abgesessen hatte, über Saudi-Arabien nach Pakistan gegangen und gründete in Peshawar eine al-Jihad Zelle. In der Führung der Gruppe, mit dem Namen Jama´at al-Jihad, war mit Abud al-Zumar ein weiterer hochrangiger al-Jihad Führer. Auch wenn es der Name vermuten lässt, so stand die Gruppe nicht in direkter Verbindung mit al-Jama´a. In Peshawar kam El-Zawahiri, laut Berichten der Al-Ahram, in Kontakt mit al-Qaida und wurde zu einem der engsten Vertrauten des saudischen Terroristen Bin Laden, den er 1989 erstmals traf. In den folgenden Jahren soll El-Zawahri in gutem Kontakt zu Terrorzellen in den USA und in Europa gestanden haben. Seine al-Jihad Gruppe ging ab 1998 vollständig in der al-Qaida auf und er selbst stieg zum zweiten Mann hinter Bin Laden auf. Al-Jihad Mitglieder sollen auch an den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi und Dar-el-Salam beteiligt gewesen sein. Genau wie El-Zawahiri´s al-Jihad Organisation haben sich wohl auch al-Jama´a Splittergruppen ab 1998 Bin Ladens „Islamic International Front to Fight Jews and Christians“ angeschlossen. (Gerges, 2000, 597)

Schon seit den 80er Jahren hatten sowohl Mitglieder al-Jama´as als auch al-Jihads auf Seiten der Mujahedeen gegen die sowjetische Armee gekämpft. Ende der 80er Jahre konnten beide Gruppen Trainingscamps im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufbauen. Dabei soll Abdul Rahman, der zu dieser Zeit kurz in Peshawar war, vom CIA unterstützt worden sein, um Kämpfer gegen die sowjetische Armee zu rekrutieren. (Reed, 1993, 98) Dies wurde allerdings von al-Jama´a bestritten[31].

Es wird geschätzt, dass nach Ende des sowjetischen Afghanistankrieges 1991 etwa 800 Veteranen nach Ägypten zurückkehrten und einen bedeutenden Impulsgeber für die dortige militante Bewegung darstellten. (Podeh, 1997, S. 53) Peshawar bildete über die gesamte Zeit eine wichtige Basis für die Organisation. Von hier publizierte ab 1990 das al-Jama´a Führungsmitglied Tal´at Fu´at Qasim das erste al-Jama´a Magazin, Al-Murabitun, und koordinierte die Camps in Afghanistan, ehe er nach der Festnahme Al-Rahmans 1993 die Führung der gesamten Organisation übernahm. (Mubarak, 1997, 314) Die Schwerpunkte und die Verflechtungen seiner Gruppe charakterisierte Qasim[32] folgendermaßen:

„The center of our activities has been always the sa´id (a.d.R.:Oberägypten). Since pressure was brought to bear on us in Peshawar we have moved to Europe, where we are very active. Modern means of communication make it easier for us to be in touch with Egypt, and probably new means of activity here we have jet to discover.“ (Mubarak, 1997, 325)

Die Festnahme und Auslieferung zahlreicher Mitglieder der beiden Terrorgruppen in den Jahren 1998 und 1999, in Ländern Europas, Afrikas, Asiens und Amerikas, bildet ein weiteres Indiz für die weite internationale Verzweigung ägyptischer Islamisten. (Koszinowski, 2000, 42) Vor allem London soll Mitte der 90er ein Anlaufpunkt für ägyptische Radikale gewesen sein. Inwieweit die beiden Organisationen während der blutigen Auseinandersetzungen in den 90er Jahren von anderen Regimen unterstützt wurden, ist nicht klar bewiesen, doch beschuldigte die ägyptische Regierung Iran, Sudan und afghanische Gruppen, al-Jama´a und al-Jihad zu unterstützen.

Vor allem nach dem Attentat von Luxor versuchte Mubarak vermeintlich Schuldige im Ausland auszumachen. So sagte er am 23.11.1997 zu Reportern in Aswan:

„There are people who carried out crimes and who were sentenced [in Egypt] and live on British land and in other states such as Afghanistan.“[33]

Es ist also deutlich geworden, dass sowohl al-Jama´a als auch al-Jihad nicht mehr nur in Ägypten aktiv sind und sich, besonders gegen Ende der 90er Jahre, ihr Schwerpunkt immer weiter ins Ausland verlagert hat. Doch auch da scheinen die Terroristen ihre sicheren Basen einzubüßen. Das US Department of State kam 2001 zu dem Ergebnis, dass besonders al-Jihad durch die weltweite Jagd auf Terroristen nach den Anschlägen des 11.09 stark unter Druck geraten sei und viele Rückschläge hinnehmen musste.[34] Die zellenartige Gruppenstruktur und moderne Kommunikationsmittel lassen jedoch den Schluss zu, dass eine totale Zerschlagung der Gruppen wohl nicht zu erwarten ist. Eine Reorganisation und Neustrukturierung, wie in Ägypten nach 1981 geschehen, sind daher nicht unbedingt unwahrscheinlich.


[7] Was die genaue Zahl der Opfer angeht, reichen die Angaben in einzelnen Quellen Teilweise weit auseinander, viele Schätzungen gehen jedoch von realistisch erscheinenden 1200 bis 1500 Toten aus. vgl. beispielsweise: Onlineausgabe der Middle East Times vom 27.09.1997: http://metimes.com/issue38/methaus.htm, Tal, Nachman „Islamic Terrorism in Egypt – the Challange and the Response“, Jeffee Center for Strategic Studies, Tel Aviv auf: http://www.tau.ac.il/jcss/sa/v1n1p4_n.html
[8] Takfiri bedeutet die rechtliche Zurückführung in den Unglauben (Exkommunikation) und Hirja umschreibt die Flucht oder Migration des Propheten Mohamed von Mekka nach Medina, das als ein Model für die Loslösung von der aktuellen korrupten, ägyptischen Gesellschaft und ihrer Regierung steht.
[9] Mustafa, Takfiri´s Gründer und Führer, sollte der kommende Kalif werden, der die neue Muslimische Gemeinschaft führen, die weltumspannende Umma herbeiführen und somit Gottes Herrschaft auf Erden einläuten sollte. (Zeiden, 1999, 5)
[10] Die Festgenommenen waren laut eines Artikels der pakistanischen Tageszeitung Dawn fünf Pakistani und ein Afghane. Alle sechs gaben während der Befragungen an, Mitglieder der Jama´at al-Muslimin zu sein. Siehe: http://www.dawn.com.2001/06/01/local14.htm
[11] Die Onlineausgabe der Middle East Times berichtet am 26.07.2002, dass ägyptische Sicherheitskräfte Hinweisen auf der Spur seien, die dafür sprechen, dass Jama´at al-Muslimin dabei ist sich in Ägypten zu reorganisieren. Siehe: http://metimes.com/2k2/issue2002-30/eg/police_undercover_revied.htm
[12] Die zwei algerischen Hauptattentäter wurden am 31.10.02 von einem französischen Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Siehe: Onlineausgabe von Le Monde „Bensaïd et Belkacem ont été condamnés à la réclusion criminelle à perpétuité“ auf: http://www.lemonde.fr/article/0,5987,3226--296302-,00.html
[13] Die Zellen des algerischen Ablegers der Takfiri hatte sich laut der Onlineausgabe der Middle East Times in Marseille und Nizza mit finanzieller Hilfe Osama Bin Ladens angesiedelt. Siehe: http://metimes.com/2k2/issue2002-39/reg/islamic_militants_go.htm
[14] siehe: Time.com, „Hate Club: Al-Qaeda´s Web of Terror“,17.10.02, auf: http://www.time.co./time/nation/article/0,8599,182746,00.html 17.10.2002
[15] Ihr Angriff auf die Technische Militärschule während einer Versammlung hoher Offizieller 1974 war das erste sichtbare Zeichen für die Ernsthaftigkeit des Glaubens an Terror als Mittel islamistische Ziele durchzusetzen. (Abou Zaid, 1995, 2)
[16] Zur genaueren Erklärung al-Jama´as im Kontext regionaler Besonderheiten Oberägyptens siehe: Fandy, 1994, 605ff.
[17] Das gesamte Interview, siehe: Mubarak, 1997, 314, in: Beinin, Storg (Ed.) „Political Islam“, 1997
[18] vgl.: International Policy Instiute for Counter-Terrorism, Al-Gama´a al-Islamiyya (The Islamic Group, IG), 1998,
[19] Ibn Taymiyya ´s Lehren werden von den Gruppen so ausgelegt, dass sie die Gesellschaft für teilweise muslimisch erklären, auch wenn die Führung ungläubig ist. Man grenzt sich somit klar gegen die, alle verdammenden, Vorstellungen Takfiris ab. (Zeidan, 1999, 3)
[20] vgl.: Reed, 1993, 101ff
[21] siehe: http://metimes.com/issue38/methaus.htm
[22] Diese Einschätzung wurde in einem Artikel der Sunday Times vom 20.02.94 wiedergegeben. Vgl.: Gerges, 1999, 115
[23] siehe: Bericht der Onlineausgabe der Middle East Times vom 21.11.97, in: http://metimes.com/issue38/fr/frontpage.htm
[24] siehe: Bericht der Onlineausgabe der Middle East Times vom 19.09.97, in: http://metimes.com/issue46/methaus.htm
[25] siehe: Bericht der Onlineausgabe der Middle East Times, in: http://metimes.com/issue50/eg/02threat.htm
[26] siehe: Bericht der Onlineausgabe der Middle East Times, in: http://metimes.com/issue50/eg/02threat.htm
[27] Bereits im Mai 1996 erklärte der al-Jama´a Emir in Assiut erstmals den verzicht auf Gewalt, knüpfte dies aber an einen, für die Regierung unannehmbaren Dialog. Mitte des Jahres 1997 erklärten schließlich mehrere inhaftierte militante Islamisten den Willen zum Dialog und den Verzicht auf Gewalt. Dieser Initiative schloss sich, laut der saudi-arabischen Zeitung Al Hayat, am 09.08. auch der in Missouri inhaftierte spirituelle Führer al-Jama´as, Abdel Rahman an. Der damalige ägyptische Innenminister Hassan Al-Alfi begrüßte zwar die Erklärung, machte jedoch auch klar, dass der Kampf gegen die Islamisten fortgesetzt werden würde. Siehe: http://metimes.com/issue33/fr/frontpage.htm
[28] Der Gewaltverzicht al-Jihads wird nur von Teilen der Organisation getragen, so sagte 1999 ihr hochrangiges Mitglied al-Najjar, dass man sich nicht zum Gewaltverzicht bereit erklären würde, da man, nun verbündet mit Bin Ladens al-Qaida, den Kampf fortsetzen würde.(Koszinowski, 2000, 42)
[29] Der gesamte Jahresbericht, siehe: „Patterns of global terrorism 2001“, http://www.state.gov/s/ct/rls/pgtrpt/2001/pdf/
[30] Eine 29 Namen umfassende Liste der von ägyptischen Sicherheitskräften meistgesuchten Terroristen wurde nach den Anschlägen des 11.09 im Oktober 2001 von der Tageszeitung Al-Haram veröffentlich. Siehe Al-Haram Weekly Online 18.-24.10.01, „Egypt´s most wanted“, http://www.ahram.org.eg/weekly/2001/556/11war3.htm 
Das FBI führt ihn ebenfalls an Nummer zwei, hinter Bin Laden, auf seiner Liste der weltweit Meistgesuchten Terroristen, siehe: http://www.fbi.gov/mostwant/terrorists/fugitives.htm
[31] Genaueres im Interview mit Tal´at Fu´ad Qasim, siehe: Mubarak, 1997, 314, in: Beinin, Storg (Ed.) „Political Islam“, 1997
[32] Qasim war 1993 von Peshawar nach Kopenhagen geflohen, nachdem ihn ein ägyptisches Gericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt hatte. 1995 wurde er in Kroatien festgenommen und „verschwand“. Sowohl die US-, als auch die ägyptische Regierung sagten, dass sie weder am Verschwinden beteiligt waren, noch dass sie etwas über Qasims Aufenthaltsort wüssten. (Mubarak, 1997, 325-326)
[33] siehe: Bericht der Onlineausgabe der Middle East Times, in: http://metimes.com/issue48/fr/frontpage.htm
[34] Jahresbericht 2001: „Patterns of global terrorism 2001“, http://www.state.gov/s/ct/rls/pgtrpt/2001/pdf/

Fortsetzung: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?


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Jahrbuch Internationale Politik: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik
von Josef Braml, Karl Kaiser, Hanns W. Maull, Eberhard Sandschneider, Klaus Werner Schatz (Hrsg.)

Veröffentlicht am 2. Juni 2008

Das neu konzipierte Standardwerk der internationalen Politik bietet eine systematisch-vergleichende Analyse eines aktuellen Themas: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik. Autorinnen und Autoren sind renommierte deutsche Experten sowie maßgebliche Repräsentanten der operativen Politik, des Bundeskanzleramts, des Bundestags und von Bundesministerien. Neben der wechselseitigen Politikberatung leistet das Jahrbuch – in Zusammenarbeit mit den Medien und anderen Multiplikatoren – auch Öffentlichkeitsberatung.

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