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Jordanien - eine Geschichte

Claudia Noack

Der Weg zur Gründung

Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches gewann Großbritannien 1920 im Friedensvertrag von Sèvres die Herrschaft über Palästina. Dieses Gebiet umfasste sowohl das heutige Jordanien als auch das heutige Israel und wurde Großbritannien als Völkerbundmandat zugesprochen.

1922 spalteten die Briten das Gebiet in zwei Teile. Das Land östlich des Jordans bezeichneten sie als Transjordanien, das Land westlich des Flusses als Palästina. Bereits 1921 wurde Abdallah Ibn Al-Hussein von den Briten als Emir von Transjordanien eingesetzt. Nachdem Großbritannien im März 1946 die Unabhängigkeit Transjordaniens vertraglich anerkannte und sein Mandat aufgab, wurde Aballah zum König ausgerufen. Fortan hieß sein Herrschaftsgebiet Haschemitisches Königreich von Transjordanien.

Die Monarchie im Wechsel

Nach der Gründung Israels 1948 annektierte Transjordanien im ersten israelisch-arabischen Krieg um Palästina das Westjordanland einschließlich der Altstadt Jerusalems. Der Waffenstillstand zwischen beiden Ländern wurde 1949 unterzeichnet. Als 1950 die offizielle Eingliederung des Gebiets als West-Jordanien erfolgte und das nun als Jordanien bezeichnete Königreichdessen Bewohnern die jordanische Staatsbürgerschaft verlieh, warfen viele Palästinenser der Haschemitischen Dynastie vor, die Teilung Palästinas sowie die Errichtung Israels ohne weiteres zu akzeptieren. Am 20.07.1951 wurde Abdallah I. ermordet. Auf das kurze Interregnum des nervenkranken Königs Talal folgte die Übernahme des Throns durch dessen erst siebzehnjährigen Sohn Hussein im Jahr 1953.

Der Sechstagekrieg und seine Folgen

1967 schloss sich Jordanien der arabischen Front gegen Israel an und verlor im Sechstagekrieg neben dem Westjordanland auch die Altstadt von Jerusalem. Daraufhin musste das Land König Husseins eine große Zahl palästinensischer Flüchtlinge aus diesen Gebieten bei sich aufnehmen. Überdies forderten die Fedajin in Jordanien immer offener den Sturz der Haschemitischen Monarchie. Die Mitglieder dieser palästinensischen Guerillaorganisation hatten nach dem Krieg 1967 von Jordanien aus zunehmend Aktionen gegen Israel unternommen und somit Gegenanschläge der Israelis auf Jordanien provoziert. Der Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen Monarchie und republikanisch-palästinensischen Kräften wurde 1970/71 mit dem so genannten Schwarzen September erreicht. Bei diesem jordanisch-palästinensischen Bürgerkrieg wurde der Erfolg der „Jordanisierung“ des Landes deutlich, da die meisten Palästinenser in Jordanien entweder das Regime unterstützten oder sich neutral verhielten. Die radikalen palästinensischen Organisationen konnten durch die jordanische Armee zerschlagen bzw. vertrieben werden.

Der Verzicht auf das Westjordanland

1974 erkannte Jordanien die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) als legitime Vertretung der Palästinenser an und gab somit seinen Anspruch auf das israelisch besetzte Westjordanland auf. Vierzehn Jahre später schloss sich Hussein ferner der Forderung der Palästinenser nach der Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates an, indem er alle bestehenden Beziehungen zum Westjordanland auflöste und somit seinen Verzicht auf das Gebiet erklärte.

Der Golfkrieg und seine Nachwirkungen

Bereits vor Beginn des zweiten Golfkrieges war König Hussein bemüht, zwischen den feindlichen Parteien zu vermitteln. Da sich Jordanien nicht vollständig vom Irak distanzierte, musste das Land wirtschaftliche Schäden hinnehmen, die durch einen Stopp der wirtschaftlichen Hilfe seitens der USA wie auch der Einstellung der Öllieferungen durch Saudi-Arabien verursacht wurden. Zusätzlich machte der jordanischen Wirtschaft das Handelsembargo zu schaffen, das über den Irak verhängt wurde. An den Nahost-Friedensverhandlungen 1991/92 in Madrid nahm eine gemeinsame jordanisch palästinensische Delegation teil. Nur zwei Jahre später beendeten Jordanien und Israel nach 46 Jahren den Kriegzustand zwischen ihren Länden und unterzeichneten ein Friedensabkommen.

Quellen:


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Jahrbuch Internationale Politik: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik
von Josef Braml, Karl Kaiser, Hanns W. Maull, Eberhard Sandschneider, Klaus Werner Schatz (Hrsg.)

Veröffentlicht am 2. Juni 2008

Das neu konzipierte Standardwerk der internationalen Politik bietet eine systematisch-vergleichende Analyse eines aktuellen Themas: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik. Autorinnen und Autoren sind renommierte deutsche Experten sowie maßgebliche Repräsentanten der operativen Politik, des Bundeskanzleramts, des Bundestags und von Bundesministerien. Neben der wechselseitigen Politikberatung leistet das Jahrbuch – in Zusammenarbeit mit den Medien und anderen Multiplikatoren – auch Öffentlichkeitsberatung.

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