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Überblick über die Geschichte Afghanistans

Florian Grosser

Die Geschichte Afghanistans ist seit jeher von Kriegen und gewaltsamen Auseinandersetzungen bestimmt. Zwischen unterschiedlichen machtpolitischen Einflußsphären gelegen, stand Afghanistan häufig im Zentrum geostrategischer Konflikte. Von der Eroberung durch Alexander den Großen über das Eindringen der Araber, die den Islam zur beherrschenden Religion machten, bis hin zum imperialistischen „Grand Game“ des 19. Jahrhunderts zwischen Großbritannien und Russland war Afghanistan immer wieder Schauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen. Erst 1919 erlangte Afghanistan in einem Friedensabkommen mit Großbritannien staatliche Souveränität und Unabhängigkeit.

Doch auch im 20. Jahrhundert fand die Geschichte der Konflikte auf afghanischem Boden kein Ende. Im Unterschied zu früheren Epochen sah sich Afghanistan allerdings vorerst keinen weiteren Invasionen ausgesetzt. Vielmehr entstanden die neuen bestimmenden politischen, sozialen und ökonomischen Konflikte im Inneren des ethnisch vielfältigen Staatsgebildes. Seit 1932 regierte der bei der Thronbesteigung erst 19 Jahre alte König Mohammed Sahir Schah das Land. Die Jahrzehnte weitgehender - zumindest äußerlicher -Ruhe endeten schließlich 1973, als ein Cousin Sahir Schahs, Mohammed Daud, den König absetzte, aus dem Land vertrieb und die „Republik Afghanistan“ ausrief. 1978 kam Daud bei einem gewaltsamen Staatsstreich durch linksextreme Kräfte zu Tode. Die Putschisten setzten die Verfassung des Landes außer Kraft und begannen mit der Umsetzung ihres politischen Programmes des so genannten „Wissenschaftlichen Sozialismus“. Die neuen Machthaber stießen auf massiven Widerstand weiter Teile der afghanischen Bevölkerung und riefen schließlich, als sie den bewaffneten Aufstand der muslimischen Bevölkerung nicht eindämmen konnten, sowjetische Truppen zur Hilfe. Innerhalb weniger Wochen entsandte die Sowjetunion 1979 mehrere zehntausend Soldaten nach Afghanistan, um den muslimischen Widerstand zu unterdrücken. Trotz technischer Überlegenheit gelang es den sowjetischen Besatzern nicht, die afghanischen Mujaheddin (muslimische „Gotteskrieger“) zu besiegen. Die von den USA und Pakistan mit Geld  und Ausrüstung unterstützten Widerstandskämpfer behaupteten sich bis 1989 gegen die sowjetischen Streitkräfte. So war Afghanistan zentraler Schauplatz des Kalten Krieges und damit einmal mehr Spielball ausländischer Interessen. Nach einem Jahrzehnt der Besatzung ordnete der damalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, den Rückzug der Armee aus Afghanistan an.

Allerdings brachen die innerafghanischen Konflikte auch nach Abzug der Sowjets erneut aus. Zwischen den verschiedenen Führern der Mujaheddin entwickelte sich rasch ein Bürgerkrieg von großer Intensität. Nach dem Sturz des letzten von Moskau installierten Präsidenten Mohammad Nadschibullah 1992, verschärften sich die Kämpfe zwischen den Bürgerkriegsparteien bzw. den unterschiedlichen ethnischen Gruppen weiter. Das politische System Afghanistans brach unter den Regierungen des Tadschiken Burhanuddin Rabbani und des Paschtunen  Gulbuddin Hekmatjar in den Jahren bis 1994 vollständig zusammen.

In dieser unübersichtlichen Situation traten die Taliban auf den Plan. Angeführt von Mullah Omar drangen diese von Pakistan unterstützten radikalislamischen Koranschüler im Herbst des selben Jahres nach Afghanistan ein und machten sich die chaotischen Verhältnisse zu Nutze. Innerhalb kurzer Zeit brachten sie weite Teile des Landes in ihre Gewalt und riefen 1997 das „Islamische Emirat Afghanistan“ aus. 1999 befanden sich etwa 90 Prozent des Staatsgebietes unter Kontrolle der Taliban. Die verbliebenen Gebiete im Nordosten des Landes konnte die so genannte „Nordallianz“, ein Zweckbündnis verschiedener Mujaheddin-Gruppen, unter ihrem Führer Ahmed Schah Massud behaupten.

Nachdem die Taliban von der Zivilbevölkerung anfangs als den Bürgerkrieg überwindende Ordnungsmacht begrüßt worden waren, zeigte sich bald, dass ihre Herrschaft von Repressionen, besonders gegen Frauen und ethnische oder religiöse Minderheiten, geprägt war. Zudem bildete die paschtunisch dominierte, radikalislamische Taliban-Regierung systematisch islamistische Kämpfer aus und kooperierte mit terroristischen Organisationen wie Al-Quaida. Auch waren die Taliban über die Vorbereitung der Terroranschläge des 11. September, die zum Teil auf afghanischem Staatsgebiet durchgeführt wurde, informiert. Von Seiten der damaligen Regierung wurden allerdings keinerlei Maßnahmen gegen diese terroristischen Machenschaften ergriffen. Vielmehr gewährten die Taliban Al Quaida wohlwollend Unterschlupf.

Mit Beginn der von den Vereinigten Staaten geführten Militäroperation „Enduring Freedom“ am 7. Oktober 2001 gingen auch die Truppen der Nordallianz in die Offensive über. Ohne ihren am 9. September 2001 von den Taliban getöteten Führer Massud konnte die Nordallianz dank massiver Unterstützung amerikanischer und britischer Streitkräfte rasche militärische Erfolge erzielen.

Mit der Einnahme der beiden größten afghanischen Städte, Kabul und Kandahar, im November bzw. Dezember 2001 durch Truppen der Nordallianz endete die Herrschaft der Taliban.

Mit Pakistan als östlichem und dem Iran als westlichem Nachbarn nimmt Afghanistan zwischen zwei bedeutenden Regionalmächten eine wichtige geostrategische Rolle in Asien ein. Ein instabiles Afghanistan, das Terroristen Zuflucht gewährt und unterstützt, das sich völlig verschlossen gegenüber Menschenrechten zeigt und das das Zentrum der weltweiten Opiumproduktion ist, wirkt destabilisierend auf die gesamte Region und gefährdet die Sicherheit seiner Nachbarn nachhaltig. Zudem besteht die Gefahr, dass ein radikal islamisches Regime auf andere islamische Staaten ausstrahlt, dort Antimodernisierungstendenzen, Ablehnung und Gewaltbereitschaft gegenüber dem Westen verstärkt und so ein friedliches Nebeneinander der Kulturen und Religionen erschwert.

Daher ist es vordringliche Aufgabe und Pflicht der internationalen Gemeinschaft, dem von den Taliban befreiten Afghanistan die nötige Unterstützung für den Aufbau einer offenen Gesellschaft und eines demokratischen Staatswesens zukommen zu lassen. Die Wirkungen eines Rückfalls in Bürgerkrieg oder totalitär-islamistische Herrschaft würden weit über Afghanistan hinaus Frieden und Sicherheit bedrohen.

Afghanistan heute

Auf der „Petersberger Konferenz“ in Bonn (27. November bis 5. Dezember 2001) einigten sich die maßgeblichen ethnischen Gruppen des Vielvölkerstaats Afghanistan - Paschtunen, Hazara, Turkmenen, Usbeken und Tadschiken - auf eine „Vereinbarung über provisorische Regelungen in Afghanistan bis zum Wiederaufbau dauerhafter Regierungsinstitutionen“. Hamid Karsai wurde im Dezember 2001 zum Vorsitzenden der „Afghan Interim Authority“ (AIA) und im Juni 2002 schließlich zum Präsidenten des „Transitional Islamic State of Afghanistan“ (TISA) gewählt. Die Wahl des Paschtunen Hamid Karsai zum Präsidenten erfolgte durch die „Loya Jirga“, eine Versammlung der einflußreichsten politischen und religiösen Führer des Landes. Nach dem Willen der Loya Jirga und der Übergangsregierung soll Afghanistan mittelfristig eine islamische Republik werden.

Die Situation in Afghanistan ist auch unter der Regierung Karsai keineswegs stabil. Der Einfluss der Regierung beschränkt sich bisher nur auf den unmittelbaren Bereich der Hauptstadt Kabul. Große Teile des Landes befinden sich hingegen weiter unter der Kontrolle nach wie vor konkurrierender, schwer bewaffneter und kampfbereiter Stammesführer, der so genannten „Warlords“. Diese sind die de-facto-Regierenden in der Mehrzahl der 32 Provinzen Afghanistans, in denen zum Teil noch feudalistische Strukturen existieren. Fundamentalistische Traditionen werden gepflegt, die Regierung in Kabul wird häufig nicht anerkannt. Obwohl Warlords wie General Raschid Dostum oder Isamel Khan an der afghanischen Übergangsregierung beteiligt sind, stellen sie regionale Interessen über die Interessen des gesamten Landes.

Im Laufe des Jahres 2003 zeichnete sich zudem eine verstärkte Rückkehr von Taliban-Kämpfern ab, die besonders im Süden des Landes schnell militärische Erfolge erzielten und zahlreiche Dörfer und Kleinstädte in  ihre Gewalt brachten.

Für Juni 2004 sind die ersten freien Wahlen vorgesehen, doch ist äußerst fraglich, ob die großen Differenzen in diesem vielsprachigen und vor allem multi-ethnischen Land von einer demokratisch gewählten Zentralregierung zu bewältigen sind.

Neben den z.T. bürgerkriegsähnlichen Konflikten zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen leidet Afghanistan unter zahlreichen, zum Großteil unmittelbar durch mehrere Jahrzehnte bewaffneter Auseinandersetzungen hervorgerufenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen. Die Rückständigkeit Afghanistans, eines extrem armen und bis heute agrarisch geprägten Landes, hat in den Jahren der Taliban-Herrschaft weiter zugenommen. Hohe Arbeitslosigkeit, eine Analphabetenrate von über 60 Prozent und katastrophale infrastrukturelle Verhältnisse (schlecht ausgebautes Straßennetz, mangelhafte Strom- und Wasserversorgung) prägen das Bild des Landes. Die Lebenserwartung liegt bei knapp 47 Jahren, 80 Prozent der Erwerbstätigen sind im landwirtschaftlichen Sektor beschäftigt und das afghanische Schienensystem umfasst gerade einmal 25 Kilometer. Eine weitere direkte verheerende Folge der Kriege stellen zahllose nicht geräumte Minenfelder dar. Zudem verfügt Afghanistan kaum über natürliche Ressourcen. Durch sowjetische Besatzung, Bürgerkrieg und Herrschaft der Taliban ist die afghanische Bildungselite fast vollständig eliminiert worden bzw. ins Ausland abgewandert.

Eine weitere Herausforderung für die Regierung Karsai und für eine zukünftige demokratisch gewählte Regierung Afghanistans besteht in der Bekämpfung der Opiumproduktion und des organisierten Drogenhandels. Opium ist derzeit Afghanistans größtes Exportgut. 90 Prozent des in der westlichen Welt konsumierten Heroins stammen aus afghanischer Produktion.

Afghanistan ist auch nach dem Ende der Taliban-Herrschaft ein extrem rückständiges Entwicklungsland, das ohne Hilfe aus dem Ausland der Vielzahl politischer, ökonomischer und sozialer Probleme nicht gewachsen ist.

Friedenskonsolidierung in Afghanistan

Die Umsetzung der „Bonner Vereinbarung“ von 2001 und der von den Vereinten Nationen beschlossenen Maßnahmen basiert auf vier zentralen Ansatzpunkten:

1.      Reintegration von Flüchtlingen und Kombattanten

2.      Stabilisierung der Sicherheitslage

3.      Aufbau demokratischer Strukturen

4.      Wiederaufbau der Wirtschaft

Neben zahlreichen Nicht-Regierungsorganisationen aus aller Welt spielt besonders die UNO eine herausragende Rolle beim Wiederaufbau Afghanistans. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb von drei Jahren etwa 100.000 Kombattanten zu entwaffnen, diese beim (Wieder-)Aufbau der Infrastruktur einzusetzen sowie ihnen in einem zweiten Schritt qualifizierte und dauerhafte Arbeitsplätze zu beschaffen. Repatriierung und Reintegration der Flüchtlinge und Vertriebenen werden seit März 2002  betrieben. Die Zahl der vertriebenen Afghanen, die seit Ende 2001 bereits in ihre Heimat zurückgekehrt sind oder noch zurückkehren wollen, wird von den VN auf über vier Millionen geschätzt.

Katastrophenschutz, Minenräumung sowie der Aufbau von Polizei und Militär findet unter der Leitung der UNAMA (United Nations Assistant Mission to Afghanistan) statt. Zudem soll die von den VN mandatierte ISAF (International Security Assistance Force), an der auch die Bundeswehr beteiligt ist, die Sicherheitslage im Land verbessern.

Um die Rückkehr Afghanistans in die Normalität und in die entwickelte Welt zu ermöglichen, ist der Aufbau demokratischer Strukturen im Land unabdingbar. Die Schaffung eines unparteiischen und effektiven Rechtssystems, das in Einklang mit afghanischer Tradition und islamischem Recht steht, ist dabei ein fundamentaler Bestandteil. Auch die Entwicklung einer administrativen Infrastruktur, die Integration von Frauen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt sowie die Sensibilisierung für die Bedeutung von Menschenrechten sind maßgebliche Schritte bei der Demokratisierung und Modernisierung Afghanistans.

Gleichzeitig, wenn nicht vorrangig, ist eine nachhaltige Verbesserung der desolaten wirtschaftlichen Lage erforderlich, um das zerbrechliche Gebilde Afghanistan zu stabilisieren. Der Wiederaufbau von Schulen, Krankenhäusern, Verwaltungsgebäuden und Industrieanlagen ist sowohl kurzfristige Möglichkeit zur Schaffung von Arbeitsplätzen als auch Voraussetzung für die weitere ökonomische Entwicklung des Landes.

Unter der Leitung Großbritanniens ist das United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) bemüht, Drogenproduktion und -handel zu reduzieren und - so die ehrgeizige Zielsetzung - innerhalb von zehn Jahren vollständig zu eliminieren.

Auch mehr als zwei Jahre nach Ende der Taliban-Regierung und dem Eintreffen diverser internationaler Organisationen ist Afghanistan noch weit von stabilen Verhältnissen entfernt. Zwar hat sich die Gesamtsituation im Vergleich zu den Jahren der Besatzung, des Bürgerkriegs und der islamistischen Herrschaft verbessert, dennoch ist davon auszugehen, dass eine nachhaltige Stabilisierung Afghanistans nur in einem jahrzehntelangen Prozess erreicht werden kann. Eine endgültige Beurteilung des Erfolgs der bisherigen internationalen Bemühungen um Befriedung,  Modernisierung und Demokratisierung ist folglich derzeit noch nicht möglich.

Eine Verfassung für Afghanistan

Da es im Vielvölkerstaat Afghanistan kein Nationalbewusstsein gibt, kann eine gesamtafghanische Verfassung nur Anerkennung finden, wenn sie auf möglichst föderalen, dezentralen Grundsätzen basiert. Eine wirkungsvolle Verfassung für Afghanistan besitzt nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn darin bestehende regional spezifische Stammes- und Clan-Strukturen berücksichtigt werden. Seit Anfang 2002 vollzieht sich der „Constitution Making Process of Afghanistan“. Unter intensiver Einbeziehung der VN arbeiten Mitglieder der Loya Jirga, der Regierung Karsai, afghanische NGOs und afghanische Geistliche in verschiedenen Kommissionen an einer Verfassung, die einerseits regionale Partikularinteressen berücksichtigen, andererseits aber auch integrativ auf die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen wirken soll. Eine vorläufige Version der Verfassung vom Dezember 2003 sieht einen starken direkt gewählten Präsidenten, einen Premierminister, ein Zwei-Kammern-Parlament und ein Verfassungsgericht als maßgebliche Institutionen des zukünftigen politischen Systems vor. Auch soll sich Afghanistan in seiner Verfassung explizit zu den Menschenrechten und zum Völkerrecht bekennen. Allerdings ist bislang unklar, wie Konflikte zwischen internationalem Recht und Islamischem Recht, so z.B. im Bereich des Erbrechts oder bei der gesellschaftlichen Stellung der Frau, bewertet werden sollen. Ob eine neue Verfassung in Afghanistan, einem Land, in dessen jüngerer Geschichte bereits neun Verfassungen gescheitert sind, erfolgreich installiert und bewahrt werden kann, ist abhängig von der landesweiten Akzeptanz der zentralstaatlichen Legislativ-, Exekutiv- und Judikativorgane. Inwieweit eine solche Akzeptanz vorhanden ist, ist derzeit äußerst unklar.

Die Rolle der Bundeswehr

Etwa 2000 Soldaten der Bundeswehr sind derzeit im Rahmen der ISAF (International Security Assistance Force) in Afghanistan stationiert. Rechtliche Grundlage für den ISAF-Einsatz ist die Resolution 1386 des VN-Sicherheitsrates vom 20. Dezember 2001. Der Deutsche Bundestag hat der Beteiligung der Bundeswehr an der Internationalen Sicherheitsbeistandstruppe für Afghanistan am 22. Dezember 2001 zugestimmt. Von Februar bis August 2003 stand die ISAF unter deutsch-niederländischem Kommando, seit August 2003 hat die NATO die Führung der Mission übernommen.

Die ISAF hat den Auftrag, die afghanische Interimsregierung unter Präsident Karsai zu unterstützen. Die Wahrung von Menschenrechten, die Herstellung der inneren Sicherheit und die Betreuung der Rückkehr von Flüchtlingen sind dabei zentrale Aufgaben. Somit ist die ISAF sowohl in Auftrag als auch in militärischer Struktur völlig von der Operation „Enduring Freedom“ getrennt.

Die instabile Sicherheitslage in Afghanistan macht den Einsatz bewaffneter „robuster“ Kräfte nötig, da zivile Hilfsorganisationen in einem Umfeld rivalisierender Clans und bewaffneter Gruppierungen nicht über ausreichende Mittel der Selbstverteidigung verfügen. Allerdings erstreckt sich der Aktionsradius der ISAF abgesehen von wenigen Ausnahmen  ausschließlich auf Kabul und die nähere Umgebung der Hauptstadt. So genannte „Wiederaufbau-Teams“, Einheiten von ca. 30 Soldaten, befinden sich auch in weiteren großen Städten Afghanistans. Ein „Wiederaufbau-Team“ der Bundeswehr ist beispielsweise in Kundus tätig, um vor Ort afghanische Polizeikräfte zu schulen.

Auch für den ISAF-Einsatz unter Beteiligung der Bundeswehr ist eine abschließende Beurteilung von Erfolg oder Mißerfolg noch nicht möglich. Allerdings erscheint eine Ausweitung des Einsatzgebietes über Kabul hinaus aufgrund der momentanen Sicherheitslage unwahrscheinlich.


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Lektüre

Jahrbuch Internationale Politik: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik
von Josef Braml, Karl Kaiser, Hanns W. Maull, Eberhard Sandschneider, Klaus Werner Schatz (Hrsg.)

Veröffentlicht am 2. Juni 2008

Das neu konzipierte Standardwerk der internationalen Politik bietet eine systematisch-vergleichende Analyse eines aktuellen Themas: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik. Autorinnen und Autoren sind renommierte deutsche Experten sowie maßgebliche Repräsentanten der operativen Politik, des Bundeskanzleramts, des Bundestags und von Bundesministerien. Neben der wechselseitigen Politikberatung leistet das Jahrbuch – in Zusammenarbeit mit den Medien und anderen Multiplikatoren – auch Öffentlichkeitsberatung.

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