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Teilregion Kaukasus
Kaukasus
Das Gebiet auf der Landbrücke zwischen Schwarzmeer und
Kaspischem Meer, zwischen Europa und Asien, ist eine
fragmentierte Region, sowohl geographisch als auch politisch.
Der Hochgebirgskamm des Großen Kaukasus und die Grenze
der Russischen Föderation teilen den Raum in die
nördlichen zu Russland gehörenden Provinzen und die
drei südlichen seit 1991 unabhängigen Republiken
Armenien, Aserbaidschan und Georgien.
Die sowjetischen Erblasten, zahlreiche oft gewaltsam
ausgetragene Konflikte um Sezessionsgebiete, prekäre
Staatlichkeit, organisierte Kriminalität und
ökonomische Rückständigkeit haben den Kaukasus
zu einer Krisenregion werden lassen. Zugleich ist das Gebiet
Lagerstätte und Transportkorridor fossiler
Energieträger wie Erdöl und Erdgas und stellt
gegenüber der Golfregion und anderen
Förderländern eine wichtige Alternative für den
Weltmarkt dar.
Wegen des Ressourcenreichtums und der Sicherheitsdefizite
wurde der Kaukasus nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion
wieder zu einem Zielgebiet internationaler Politik. Neben der
traditionellen Vormacht Russlands und den Regionalmächten
Iran und Türkei engagieren sich als externe Akteure vor
allem die USA und die EU. Dabei erfolgen die jeweiligen
Stabilisierungsbemühungen und Interventionen teils aus
ganz unterschiedlichen Motiven. Im Kaukasus kommt es daher
immer wieder zu einer Kollision der Interessen der
Großmächte.
Grundlagen
-
Die innenpolitische Entwicklung in Georgien, Aserbaidschan,
Armenien
von Anika Scharlock, Januar 2007
Der Staatsum- und -aufbau der drei 1991 aus der
Sowjetunion hervorgegangenen Republiken verläuft trotz
ähnlicher Problemlagen sehr unterschiedlich.
-
Territorialkonflikte im südlichen Kaukasus
von Anika Scharlock, Januar 2007
Kennzeichnend für den Südkaukasus ist die
sprachliche, kulturelle und religiöse
Heterogenität der Region. Unter der kommunistischen
Herrschaft kam es zudem aufgrund willkürlicher
Grenzziehungen, Zwangsumsiedlungen,
Nationalitätenneuschöpfungen und Deportationen zu
tiefgreifenden Veränderungen. Im Zuge der
Auflösung der Sowjetunion und der Unabhängigkeit
der drei südkaukasischen Staaten strebten weitere
Territorien nach staatlicher Autonomie. Im Folgenden werden
drei der andauernden Sezessionskonflikte betrachtet.
Analysen
-
Russland und Georgien, Konfrontation statt
Kooperation
von Gulbaat Rzchiladse, in:
Osteuropa 7
/ 2007, S. 71 - 80
Seit dem Machtwechsel in Georgien 2003/04 ist das
georgisch-russische Verhältnis stark konfrontativ.
Einst Teil der Sowjetunion strebt die Kaukasusrepublik zum
Ärger Moskaus heute in die euroatlantischen Strukturen
(EU, NATO). Wichtigster Zankapfel zwischen beiden
Ländern sind die von Russland unterstützten
georgischen Separationsgebiete. Unterdessen staut sich in
der Region eine gewaltige Agenda an Problemen auf, die am
besten gemeinsam abgearbeitet wird; darunter radikaler
Islamismus und internationaler Terrorismus. [pdf]
-
Eingefrorene Konflikte im Südkaukasus, Probleme und
Grenzen der Europäisierung
von Uwe Halbach, in:
Osteuropa 11
/ 2007, S. 83 - 94
Die seit Jahren schwelenden territorialen Konflikte im
südlichen Kaukasus können jederzeit wieder
gewaltsam eskalieren. Seitens der abtrünnigen Regime
werden die Separationskriege und ihre Opfer massiv
politisch instrumentalisiert. Armenien, Aserbaidschan und
Georgien betreiben eine enorme militärische
Aufrüstung. Es kommt zudem zu einer Vermischung der
intraregionalen Konfliktbeziehungen mit dem geopolitischen
Kontext. Die internationale Vermittlungsbemühungen
sind ein Balanceakt zwischen den völkerrechtlichen
Prinzipien der territorialen Integrität und des
Selbstbestimmungsrechts. Europäische
Konfliktlösungsbeispiele sind dabei nicht ohne
weiteres auf den Raum übertragbar. [pdf]
-
Abkhazia: Ways forward
in: International
Crisis Group, Europe Report 179, 18. Januar 2007
Die Provinz im Nordwesten Georgiens, zwischen Russland und
dem Schwarzmeer, kommt nicht zur Ruhe. Immer wieder auch in
militärische Gewalt eskalierende Feindseeligkeiten
verhindern eine stabile Entwicklung. Hauptbeteiligte sind
Georgien, Russland und die nach Autonomie strebende
abchasische Regierung. Wegen der vorherrschenden
Auge-um-Auge-Logik stecken die langjährigen
international unterstützten Verhandlungen in der
Sackgasse. Der Bericht formuliert Empfehlungen an alle
Akteure, an deren erster Stelle der Verzicht auf
Provokationen und Gewalt sowie vertrauensbildende
Maßnahmen stehen. An erster Stelle stehen der
Verzicht auf Provokationen und Gewalt sowie Vertrauen
bildende Maßnahmen. [pdf]
-
Bärendienste. Georgien und Russland in der
Eskalationsspirale
von Walter Kaufmann,
Osteuropa 10
/ 2006, S. 117-121
Kein anderes zwischenstaatliches Verhältnis im
GUS-Raum ist so spannungsgeladen wie das
russisch-georgische. Ein Höhepunkt in dem sich immer
weiter aufschaukelnden Konflikt war die publikumswirksame
Abschiebung mutmaßlicher russischer Agenten durch
Tiflis im Oktober 2006. Moskau verhängte darauf
drakonische Sanktionen gegen die Kaukasusrepublik. Diese
Ereignisse sind allerdings nicht das Ergebnis spontaner
Erregung, sondern Ausdruck eines beiderseits tief
verwurzelten Antagonismus und völlig divergierender
Interessen. Die ehemalige Kolonialmacht Russland ist um die
Reintegration des "Nahen Auslands" in ihren Einflussbereich
bemüht. Das seit 1991 unabhängige Georgien jedoch
orientiert sich nach Westen und strebt in die
euroatlantischen Bündnisse. [pdf]
-
Prekäre Staatlichkeit: Strukturprobleme im
Nordkaukasus
von Uwe Halbach,
Osteuropa 7
/ 2006, S. 17-31
Die Analyse zeigt, warum der Nordkaukasus als brisanteste
Krisenzone Europas bezeichnet werden kann. "Der
tschetschenische Gewaltherd hat Metastasen über die
gesamte Region gestreut." In den sieben Teilrepubliken der
Russischen Föderation kommt es zu einer beispiellosen
Problemverdichtung von schlechter Regierungsführung,
sozioökonomischer Regression und Gewaltdiffusion. Der
Autor ruft die Eroberung des Raumes durch das Zarenreich in
Erinnerung, die sowjetische Territorialpolitik und auch die
stabilisierende Wirkung der SU, nach deren Zerfall der
Kaukasus zum Betätigungsfeld ethnischer Unternehmer,
mafiöser Clans und islamistischer Gewalttäter
wurde. Internationale Akteure müssen trotz der
problematischen Rolle Russlands mit diesem
Schlüsselstaat in der Region zusammenarbeiten.
[pdf]
-
"Outsourcing" de facto Statehood: Russia and the
Secessionist Entities in Georgia and Moldova
von Nicu Popescu, in:
CEPS Policy
Briefs 109, Juli 2006
In vielen der sich neu formierenden GUS-Staaten schwelen
Konflikte, die deren territoriale Integrität von
Beginn an in Frage stellen. Die ethnisch motivierten
Abspaltungsbewegungen in Georgien und Moldau und die damit
verbundenen Probleme sind heutzutage keine innere
Angelegenheit der Sowjetunion mehr. Schlüsselakteure
der Staatengemeinschaft wie EU oder USA engagieren sich in
zunehmendem Maß für eine Beilegung der
Auseinandersetzungen. Russland spielt bei dem
Konfliktmanagement in seiner unmittelbaren Nachbarschaft
eine dominierende Rolle, die darauf zielt, die Vormacht
Moskaus im GUS-Raum zu restaurieren. [pdf]
-
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erstellt von der Bibliothek und Dokumentationsstelle der DGAP,
Stand Januar 2007
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