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Deutschland und die Europäische Union als Teile der Trilateralen Welt

Michael Kreile

von Michael Kreile, in:
Karl Kaiser und Joachim Krause (Hrsg.)
Deutschlands neue Außenpolitik

Band.3: Interessen und Strategien
Michael Kreile
Deutschland und die Europäische Union als Teile der Trilateralen Welt, S. 55- 61
1996. XX, 284 Seiten
ISBN 3-486-56114-6
Oldenbourg Verlag

Inhalt:

Der Begriff der »Triade« bezeichnet zunächst eine Dreieckskonstellation von Wirtschaftsmächten, die durch Handeisströme, Direktinvestitionen und integrierte Finanzmärkte hochgradig miteinander verflochten sind. Die daraus erwachsende Interdependenz zwischen Westeuropa, Nordamerika und Japan begründet gemeinsame Interessen: die Erhaltung und Stärkung der Institutionen, die eine offene Weltwirtschaft gewährleisten, die Vermeidung systemgefährdender Krisen sowie ein Mindestmaß an währungspolitischer Kooperation und wirtschaftspolitischer Abstimmung. Andererseits zerfällt die Triade in drei Paarbeziehungen, die ganz unterschiedliche Muster wechselseitiger Abhängigkeit in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit aufweisen. Im Verhältnis zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA ist die Bilanz wirtschaftlicher Verflechtung im wesentlichen ausgeglichen, während die USA weiterhin als Garant für die Sicherheit Westeuropas eintreten. Auch für Japan ist die amerikanische Sicherheitsgarantie bis auf weiteres unverzichtbar. Hohen Handelsbilanzdefiziten der USA mit Japan stehen japanische Kapitalanlagen in den USA gegenüber, welche die amerikanische Sparlücke füllen helfen. Dennoch ist diese Asymmetrie der wirtschaftlichen Verflechtung eine Quelle politischer Konflikte, die aufgrund der kulturellen Distanz zwischen den beiden Ländern oft eine ausgeprägte psychologische Eigendynamik gewinnen. Im Vergleich dazu sind die EU und Japan füreinander weit weniger wichtig. Sicherheitspolitisch sind sie im strengen Sinn nicht aufeinander angewiesen, und die Verflechtung in den Bereichen Handel und Direktinvestitionen ist noch schwach entwickelt bei einem deutlichen Übergewicht der japanischen Präsenz auf den Märkten Westeuropas. Es sind japanische Unternehmen, welche die Maßstäbe in einigen Hochtechnologie-Sektoren setzen, und die Märkte der Triade sind die Hauptschauplätze eines schaden High-Tech-Wettbewerbs, in dem Regierungen die Position »ihrer« Unternehmen mit Hilfe strategischer Handelspolitik und technologiepolitischer Offensiven zu stärken suchen.[1]


[1]Vgl. Konrad Seitz, Die japanisch-amerikanische Herausforderung. Deutschlands Hochtechnologie-Industrien kämpfen ums Überleben, München 1990; Reinhard Rode, High Tech Wettstreit 2000. Strategische Handels- und Industriepolitik, Frankfurt a.M./New York 1993.

Fortsetzung: Deutschland und die Europäische Union als Teile der Trilateralen Welt


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Jahrbuch Internationale Politik: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik
von Josef Braml, Karl Kaiser, Hanns W. Maull, Eberhard Sandschneider, Klaus Werner Schatz (Hrsg.)

Veröffentlicht am 2. Juni 2008

Das neu konzipierte Standardwerk der internationalen Politik bietet eine systematisch-vergleichende Analyse eines aktuellen Themas: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik. Autorinnen und Autoren sind renommierte deutsche Experten sowie maßgebliche Repräsentanten der operativen Politik, des Bundeskanzleramts, des Bundestags und von Bundesministerien. Neben der wechselseitigen Politikberatung leistet das Jahrbuch – in Zusammenarbeit mit den Medien und anderen Multiplikatoren – auch Öffentlichkeitsberatung.

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