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Institutionen
Die zentralen Organe der Europäischen Union sind das
Europäische Parlament, der Rat der Europäischen
Union, die Europäische Kommission, der Europäische
Gerichtshof und der Europäische Rechnungshof. Ihr Aufbau,
ihre Aufgaben und Befugnisse sind im fünften Teil des
EG-Vertrages niedergelegt. Der Europäische Rat als
mindestens zweimal jährlich stattfindender Gipfel der
EU-Staats- und Regierungschefs ist nicht im eigentlichen Sinne
ein EU-Organ, verfügt allerdings über wichtige
richtungsweisende Kompetenzen.
Grundlagen
- Differenzierte Integration in der Europäischen Union
von Anne Langhorst, März 2008
Die heutige EU besteht aus 27 Vollmitgliedern und weiteren assoziierten Staaten. Bis heute wird ein großer Teil der EU-Entscheidungen einstimmig getroffen, was zu Lähmungserscheinungen in der EU geführt hat. Differenzierte Konzepte, wie das Konzept eines Europa à la carte oder eines Europa der konzentrischen Kreise, gelten als eine Möglichkeit, die Handlungsfähigkeit der EU wieder herzustellen und die Integration auf andere Weise voran zu treiben.
Analysen
-
Norwegen und Schweiz als Modellfälle für
differenzierte Integration
von Johannes Varwick und Jana Windwehr, in:
APuZ 43 / 2007, S. 15 - 20
Nach der letzten EU-Erweiterung auf 27 Mitgliedstaaten
werden verstärkt Integrationsmuster unterhalb der
klassischen Vollmitgliedschaft diskutiert. Gerade im
Hinblick auf die Türkei sollte die Union auf neue
Formen der Einbindung jenseits der Extreme von Inklusion
und Exklusion zurückgreifen können. Die Autoren
weisen auf bereits vorhandene Beispiele geografisch,
thematisch oder zeitlich abgestufter Integration hin,
darunter die Flexibilitätsklausel, der Schengenraum,
Euroland und die zwei sehr engen Anbindungsformen Norwegens
und der Schweiz. Letztere werden als Modell- und
Testfälle analysiert, die zwar nicht völlig
übertragbar sind, jedoch wertvolle Erfahrungen
liefern, um dem Erweiterungs-Vertiefungs-Dilemma zu
entkommen.
-
Europa neu begründen
von Ludger Kühnhardt, in: ZEI Discussion Paper 167 / 2007
Nach dem EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens 2007 ist
die Frage nach dem "Quo vadis" der Union verstärkt ins
Blickfeld geraten. Die fehlgeschlagene Ratifizierung des
Verfassungsvertrags hatte das vermeintliche "perpetuum
mobile" EU stark ins Straucheln gebracht. Die deutsche
Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 konnte den
ins Stocken geratenen europäischen Reformprozess indes
wieder in Gang bringen. Der Autor entwirft Szenarien
für den erneuten Ratifizierungsprozess. Für ein
Gelingen müssen sich die EU-Akteure vor allem ihren
Bürgern zuwenden und dem Projekt eine soziale
Dimension geben; dabei kommt den europäischen Parteien
eine wichtige Rolle zu. [pdf]
-
The new German European Policy - Challenges to
Decentralized EU Policy Coordination
von Christiana Tings, in: ZEI
Discussion Paper 166 / 2006
Seit jeher spielt Deutschland eine entscheidende Rolle im
europäischen Integrationsprozess. Vor allem in einer
Zeit der Stagnation des Einigungsprojekts, zumal wenn diese
zusammenfällt mit der EU-Ratspräsidentschaft
Berlins, richten sich hohe Erwartungen an den
größten Mitgliedstaat. Wie aber steht es um die
deutsche EU-Fähigkeit? Die spezifischen dezentralen
Entscheidungsstrukturen bedeuten einen enormen
Koordinationsaufwand und erschweren oft eine effektive
nationale Interessenvertretung in Brüssel. Die
Vielzahl der Akteure und die institutionelle
Komplexität sorgen dabei, so ein weiteres Ergebnis der
Analyse, für hohe Kontinuität der deutschen
Europapolitik. [pdf]
-
Fondements et objectifs de la présidence allemande
du Conseil de l'Union Européenne
von Martin Koopmann, in : Note du Cerfa 39, Dezember
2006
Der Bundesregierung wird während der deutschen
EU-Ratspräsidentschaft eher die Rolle eines
Schrittmachers als die eines Problemlösers zukommen.
Der Autor analysiert Ausgangslage, Schwerpunkte und
Herausforderungen der Präsidentschaft. Er geht davon
aus, dass sich die Regierung auf der Grundlage der
Kontinuität deutscher Europapolitik vorrangig drei
Bereichen widmen wird: der internen Stabilität der EU
(Verfassungsvertrag, Lissabon-Strategie), dem
Stabilitätsexport (Reform der Nachbarschaftspolitik
und Stärkung des zivilen Arms der ESVP) und dem Thema
Bürgernähe. Sollte es gelingen, den
institutionellen Reformprozess mit einer klaren
Zieldefinition und zeitlichen Perspektive zu versehen sowie
durch den Anstoß einer Reform der ENP den
Erweiterungsdruck auf die EU zu mindern, kann bereits von
einem Erfolg der Präsidentschaft gesprochen werden.
[pdf]
-
EU-Kleinstaaten: Motoren der Integration?
von Silvia von Steinsdorff, in: Aus Politik und Zeitgeschichte
46, 13. November 2006, S. 23-30
Nach Bevölkerungszahl, Territorium und
Wirtschaftskraft der meisten Mitglieder besteht die EU vor
allem aus kleinen Staaten. Trotz deren zunehmender
Bedeutung ist allerdings eine Fragmentierung der Union
nicht zu befürchten. Die EU war von Beginn an als
Zusammenschluss großer und kleiner Länder
konzipiert. Die Überrepräsentation der Kleinen
bei Stimmengewichtung und Sitzverteilung ist gewollt.
Bisher profitiert die EU von der Rolle der kleinen Staaten,
die häufig eine Vermittlerrolle übernehmen. Den
Kleinstaaten bieten die institutionellen Möglichkeiten
der EU nicht nur überproportionale
Einflussmöglichkeiten. Die Zugehörigkeit zur
Gemeinschaft bedeutet vor allem einen
Sicherheitsgewinn.
-
Globalization, Regional Integration and the EU -- Pleadings
for a Broader Perspective
von Cordula Janowski, in ZEI Discussion Paper 162 / 2006
Nach dem Einschnitt des Kalten Krieges prägen globale
Verflechtung und regionale Kooperation zunehmend die
internationalen Beziehungen. Beide Phänomene sind kein
Gegensatz, sondern kommunizierende Entwicklungen. Staaten
kooperieren regional vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet
und begreifen die Integration als Antwort auf weltweite
Herausforderungen. Am Beispiel Chinas und Taiwans zeigt die
Autorin, wie konflikthemmend und wohlstandsfördernd
wachsende Interdependenz wirkt. Die EU fungiert weltweit
als Vorbild, ist jedoch mit ihrer einzigartigen
Integrationstiefe kaum als übertragbares Modell
geeignet. Eines der größten Probleme zwischen-
oder überstaatlichen Regierens bleibt das
Demokratiedefizit. [pdf]
-
Herrschaft der Lobbyisten in der EU?
von Cornelia Woll, in: Aus Politik und
Zeitgeschichte 15 / 16, 10. April 2006, S. 33-38
Entscheidungen auf europäischer Ebene gewinnen immer
mehr an Bedeutung. Entsprechend sind die Bemühungen
gestiegen, auf die EU-Politik Einfluss zu nehmen. Über
10.000 Lobbyisten sind in Brüssel, die meisten
verfolgen ökonomische Ziele: Ist die Europäische
Politik Spielball wirtschaftlich potenter
Interessenvertreter? Die Autorin erläutert die Rolle
der Lobbyisten, deren Tätigkeit vor allem im
Beobachten der EU-Politik besteht und nicht so sehr in der
Interessendurchsetzung. Von Seiten der EU besteht
Informations- und Problemlösungsbedarf. Um die
Asymmetrie bei der Interessenvertretung auszugleichen,
fördert die Kommission unterprivilegierte
europäische Netzwerke. Problematisch bleibt die hohe
Intransparenz des Lobbying.
-
Die "Agenda 2000" als Spaltpilz der Union?
von Ulrike Guérot, in: Jahrbuch Internationale
Politik, Bd. 24, 1999/2000
Dokumente
Ausgewählte Literatur
Aktuelle Literatur
erstellt von der Bibliothek und Dokumentationsstelle der DGAP,
Stand Oktober 2006
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