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Europäische Nachbarschaftspolitik
Europäische Nachbarschaftspolitik
EU-Außenpolitik beginnt in der Nachbarschaft. Nach dem
Kalten Krieg geht es darum, den europäischen Raum der
Stabilität und Prosperität zu wahren und auszudehnen.
Dazu wurde die ENP geschaffen, ein spezifisches
Integrationsinstrument der EU für ihre Anrainer. Die
Zusammenarbeit in einer Vielzahl von Bereichen ist verbunden
mit umfangreicher finanzieller Hilfe der EU.
Anlass für die Schaffung der ENP wie auch der
Euro-Mediterranen Partnerschaft (EMP) war die Osterweiterung
der EU. Es galt eine Balance herzustellen zwischen Ost und
Süd sowie zwischen Mitgliedschaft und Exklusion. Die ENP
ist kein Beitrittsinstrument, schließt jedoch eine
künftige Aufnahme von Anrainern nicht aus. Stabilität
soll so durch eine neue noch undeutliche Form der Integration
erreicht werden. Die künftige Gestalt der EU und ihr
Profil als Akteur entscheiden sich vor allem in der
Nachbarschaft.
Grundlagen
-
Die Nachbarschaftspolitik der Europäischen
Union
von Lucas Lypp, April 2006
Mit der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP)
verfeinert die EU ihr außenpolitisches
Instrumentarium. Noch befindet sich die neue Politik in der
Pionierphase. Eine zweite Generation von sogenannten
Aktionsplänen ist aber bereits in Arbeit. In diesem
Text wird dargestellt, was die EU mit der
Nachbarschaftspolitik intendiert, wie die ENP funktioniert
und welche Ungereimtheiten dem neuen Ansatz noch
innewohnen.
-
Zehn Jahre Euro-Mediterrane Partnerschaft: ein Grund zu
feiern?
von Lucas Lypp, November 2005
Der Barcelona-Prozess ist ein ambitioniertes Vorhaben,
euphorisch begonnen nach dem Kalten Krieg und zur Zeit des
Nahostfriedensprozesses. Inzwischen sind neue Impulse
nötig. Manche Ziele scheinen weiter entfernt, manche
Probleme stellen sich drängender. Politische und
wirtschaftliche Modernisierung, regionale Integration,
kulturelle Verständigung: Auf allen Gebieten besteht
dringender Handlungsbedarf, um zu einem gemeinsamen Raum
der Stabilität und des Wohlstands zu kommen.
-
Frankreich und die neue EU-Nachbarschaftspolitik: Welche
Perspektiven für den Mittelmeerraum?
von Laure Aumont, Juli 2004
Die ENP ist ein geographisch und inhaltlich umfassender
Ansatz. Nach wie vor spielen aber bilaterale Beziehungen
eine bedeutende Rolle. Im Mittelmeerraum hat Frankreich
seit Jahrzehnten eine Sonderrolle und versucht sich in den
letzten Jahren verstärkt als privilegierter Partner
der Maghreb-Staaten zu profilieren.
-
Die euro-mediterrane Partnerschaft - ein aussichtsreiches
Konzept zur Stabilisierung der Krisenregion
Maghreb?
von Andrea Maier, März 2004
Krisenregion Maghreb: soziale und wirtschaftliche
Probleme, Islamismus, demokratische Defizite,
Menschenrechtsverletzungen; Erfolgschancen der
Euro-Mediterranen Partnerschaft im Maghreb-Raum.
Analysen
-
Die Mittelmeerunion – ein neuer französischer
Motor für die europäische
Mittelmeer-Politik?
von Dorothée Schmid, in DGAPanalyse Frankreich
1/2008, 32 S.
Während des gesamten Jahres 2007 haben die Beobachter
der Mittelmeer-Region eine Entwicklung verfolgt, die von
den größten Pessimisten unter ihnen als eine
neue Gattung diplomatischer Schimären betrachtet
wurde. Tatsächlich entwickelte sich das Projekt einer
Mittelmeerunion, das der heutige französische
Staatspräsident Nicolas Sarkozy noch als
Präsidentschaftskandidat initiiert hatte, nach seinem
Wahlsieg zu einem politischen Dossier von höchster
Bedeutung. [pdf]
- Der Transnistrienkonflikt im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik
von Alexandra Avdeenko, Januar 2008
Die Analyse beschäftigt sich mit der Problematik, der Legitimation, den Forderungen und dem Gefahrenpotential eines De-Facto-Staates - „Prednjestrovskaja Moldavskaja Respublika“ (PMR, Transnistrien) - an der Peripherie der Europäischen Union. Sie setzt sich mit der Strategie und dem Vorwurf des mangelhaften Engagements der Europäischen Union gegenüber diesem frozen conflict auseinander. Ferner wird die Frage aufgeworfen, wie schwer die Lösung des Konflikts tatsächlich vor dem Hintergrund der vielen Hindernisse sei.
-
Norwegen und Schweiz als Modellfälle für
differenzierte Integration
von Johannes Varwick und Jana Windwehr, in:
APuZ 43 / 2007, S. 15 - 20
Nach der letzten EU-Erweiterung auf 27 Mitgliedstaaten
werden verstärkt Integrationsmuster unterhalb der
klassischen Vollmitgliedschaft diskutiert. Gerade im
Hinblick auf die Türkei sollte die Union auf neue
Formen der Einbindung jenseits der Extreme von Inklusion
und Exklusion zurückgreifen können. Die Autoren
weisen auf bereits vorhandene Beispiele geografisch,
thematisch oder zeitlich abgestufter Integration hin,
darunter die Flexibilitätsklausel, der Schengenraum,
Euroland und die zwei sehr engen Anbindungsformen Norwegens
und der Schweiz. Letztere werden als Modell- und
Testfälle analysiert, die zwar nicht völlig
übertragbar sind, jedoch wertvolle Erfahrungen
liefern, um dem Erweiterungs-Vertiefungs-Dilemma zu
entkommen.
-
Relations in the Russia-Ukraine-EU triangle: 'zero-sum
game' or not?
von Vsevolod Samokhvalov, in:
ISS Occasional Paper
68, September 2007
Die Massenproteste der Orangen Revolution 2004 in der
Ukraine gegen Wahlfälschungen verhalfen der westlich
orientierten Opposition an die Macht. Seitdem haben sich
die Beziehungen zwischen dem postsowjetischen Land und der
EU intensiviert, während sich das ukrainisch-russische
Verhältnis verschlechterte. Die Pläne der
Russischen Föderation, die Ukraine stärker an
sich zu binden, kollidieren scheinbar mit einer
EU-Integration des Landes. Eine Analyse der Interessen
aller drei Akteure verdeutlicht, dass ein Nullsummendenken
fatale Folgen für die europäisch-russischen
Beziehungen und die Stabilität der Ukraine haben
könnte. Statt dessen muss eine gemeinsame
wirtschaftliche, energie- und sicherheitspolitische
Architektur für den Raum gefunden werden. [pdf]
-
"Outsourcing" de facto Statehood: Russia and the
Secessionist Entities in Georgia and Moldova
von Nicu Popescu, in:
CEPS Policy
Briefs 109, Juli 2006
In vielen der sich neu formierenden GUS-Staaten schwelen
Konflikte, die deren territoriale Integrität von
Beginn an in Frage stellen. Die ethnisch motivierten
Abspaltungsbewegungen in Georgien und Moldau und die damit
verbundenen Probleme sind heutzutage keine innere
Angelegenheit der Sowjetunion mehr. Schlüsselakteure
der Staatengemeinschaft wie EU oder USA engagieren sich in
zunehmendem Maß für eine Beilegung der
Auseinandersetzungen. Russland spielt bei dem
Konfliktmanagement in seiner unmittelbaren Nachbarschaft
eine dominierende Rolle, die darauf zielt, die Vormacht
Moskaus im GUS-Raum zu restaurieren. [pdf]
-
The European Neighbourhood Policy: Foreign Policy at the
EU's Periphery
von Andreas Marchetti, in: Zentrum für Europäische
Integrationsforschung Discussion Paper C 158, Mai
2006
Die Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP) der EU
folgt - ungeachtet ihrer Partnerschaftsrhetorik - einer
klaren geopolitischen Logik. Gemäß dieser werden
die ENP-Staaten zuvorderst als Semi-Peripherie betrachtet,
da sie effektiv eine Art Puffer zwischen der EU als
regionalem Zentrum und der eigentlichen Peripherie bilden.
In einer Zeit zunehmender asymmetrischer Interdependenzen
kann dieser Ansatz jedoch dauerhafte Vorteile für alle
Beteiligten generieren, da der kooperative Zwang, den die
EU ausübt, auch der Semi-Peripherie bleibenden Nutzen
verschafft. [pdf]
-
Konturen einer neuen Ostpolitik
von Alexander Rahr, in:
GUS-Barometer 41, Mai 2006, S. 1-6
Der postsowjetische Raum gerät zunehmend in Bewegung.
Regionale Mächte wie Kasachstan emanzipieren sich
aufgrund ihres Ressourcenreichtums von Russland. Die
großen Nachbarn China und Indien wollen in der Region
ihren Energiehunger stillen. Auswärtige Akteure wie
die Vereinigten Staaten von Amerika beanspruchen ebenfalls
ein großes Stück vom Kuchen. Und die EU?
Alexander Rahr analysiert die Interessen der
maßgeblichen Handelnden sowie Optionen für die
europäische Politik. Impulse werden nicht zuletzt von
Deutschland erwartet. [pdf]
-
Why Georgia matters?
von Dov Lynch, in:
EU-Institute for
Security Studies Chaillot Paper 86, Februar 2006
Rosenrevolution, regionale Konflikte, russische
Interventionen, Energiepoker, BTC-Pipeline, Great Game: Das
kleine Land zwischen Europa und Asien gerät
regelmäßig in die Schlagzeilen. Eine
einzigartige Kombination von Herausforderungen macht den
Kaukasus zu einem vorrangigen politischen Handlungsfeld.
Konfliktmanagement, territoriale Reintegration und
Staatsaufbau stehen auf der Stabilisierungsagenda. Dabei
birgt das Zusammentreffen unterschiedlicher externer
Akteure ein erhebliches Konfliktpotenzial. Für die EU
gilt es, ihr außenpolitisches Profil zu schärfen
und eine passende Integrationsform für Georgien zu
finden. Erste Transformationserfolge, die klare
Westorientierung und die hohe Erwartungshaltung der
Georgier verstärken den Handlungsdruck. [pdf]
-
Russland-Türkei-EU-USA im Schwarzmeerraum
von Sammi Sandawi und Andreas Stahn, in:
GUS-Barometer
40, Januar 2006, S. 4-6
Bald gehört das Schwarze Meer zur unmittelbaren
europäischen Nachbarschaft. Nach Jahrhunderten
türkisch-russischer und west-östlicher
Rivalität tritt die EU als neuer Akteur in dem Raum
auf. Mit Bulgarien, Rumänien und der Türkei sind
drei wichtige Schwarzmeeranrainer auf dem Weg in die EU.
Durch die geographische Nähe steigt für die
Gemeinschaft der Konfliktlösungsdruck. Die politische
Agenda der Region wird von Fragen des Energietransports
dominiert. [pdf]
-
Weitere Analysen bei weltpolitik.net zur Europäischen
Nachbarschaftspolitik
-
Weitere Analysen bei weltpolitik.net zur Euro-Mediterranen
Partnerschaft
Dokumente
Ausgewählte Literatur
Aktuelle Literatur
erstellt von der Bibliothek und Dokumentationsstelle der DGAP,
Stand November 2006
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