Cilja Harders
Die Euro-Mediterrane Partnerschaft (EMP) zwischen der EU und den zunächst zwölf, heute zehn Mittelmeerpartnerstaaten (MP) ist eine im System der EU einmalige institutionelle Innovation in den Beziehungen zu Drittstaaten.[1] Sie zeichnet sich durch ihren regionalen Zuschnitt und durch den Querschnittsansatz, der Zusammenarbeit in den unterschiedlichen Feldern von Politik, Ökonomie, Gesellschaft und Kultur verbindet, aus. Ziel der Partnerschaft ist der Aufbau einer gemeinsamen Zone von Sicherheit, Frieden und Wohlstand, unter anderem durch die Einrichtung einer gemeinsamen Freihandelszone bis 2010. Finanziell speisen sich die Kooperationsprojekte aus den MEDA-Fonds, dem zweitgrößten außenpolitischen Programm der Kommission, und aus den Krediten der Europäischen Investment Bank. Zwischen 1995 und 2006 sollen insgesamt fast 8,8 Mrd. Euro für bilaterale und regionale Projekte zur Unterstützung ökonomischer Reformen, aber auch der sozialen und politischen Zusammenarbeit verausgabt werden.[2]
Die EMP ist ein innovativer Ansatz, da sie konzeptionell
den Aufbau einer Werte- und Sicherheitsgemeinschaft
zwischen Europa und dem Mittelmeerraum mit intensiver
wirtschaftlicher Kooperation sowie vertiefter
Süd-Süd-Integration verknüpft, und dies
unter den Anspruch partnerschaftlicher Politik stellt. Sie
ist aber auch von tiefgehenden Asymmetrien in der
Akteurskonstellation, im institutionellen Design, in der
Konzeption sowie politischen, ökonomischen und
sozialen Unterschieden zwischen der EU und den
Mittelmeerpartnerstaaten gekennzeichnet. Auch deshalb sind
zehn Jahre nach Beginn des Barcelona-Prozesses die
Umsetzungsfortschritte bescheiden.[3]
Im Bereich der ökonomischen Kooperation, die im so
genannten zweiten Korb der Partnerschaft durch bilaterale
Assoziierungsabkommen geregelt wird, zeigen sich bisher
keine ausgeprägten Wohlfahrtseffekte, und die dringend
nötigen Auslandsinvestitionen blieben aus. Zudem hat
es knapp zehn Jahre gedauert, bis alle Verhandlungen
abgeschlossen wurden: 2004 kam Syrien als letzter Staat
dazu. Im Bereich der politischen und sozialen Kooperation
im ersten und dritten Korb konnte die EMP keine Impulse
für die vertiefte Süd-Süd-Integration geben:
Der erste Korb ist durch den anhaltenden Nahostkonflikt
blockiert. Im Bereich Menschenrechte und
Demokratieförderung stagniert die Entwicklung, auch
wenn sich die Diskussion über Demokratisierung und
Reform in den vergangenen Jahren intensiviert hat.[4] Die
Ursachen für diese Blockaden sind auf
unterschiedlichen Ebenen zu suchen, die hier mit Blick auf
die Positionen, Forderungen und Debatten der arabischen
Partnerstaaten diskutiert werden sollen.[5]
Ein oft geäußerter Kritikpunkt aus Sicht der
arabischen Staaten ist die Tatsache, dass Genese, Konzept
und institutionelles Design der EMP Ausdruck der Dominanz
europäischer Interessen im Mittelmeerraum sind. Der
Partnerschaftsanspruch der EMP wird dadurch unterlaufen.[6]
So spielte für die Initiierung der EMP erstens die
Wahrnehmung eine Rolle, dass die weltweite Tendenz zur
Regionalisierung eine Vertiefung der ökonomischen
Beziehungen Europas mit dem Mittelmeerraum nötig
machen würde. Hinzu kamen zweitens europäische
Sicherheitserwägungen, welche die demografische und
politische Entwicklung der Mittelmeeranrainer zunehmend als
Bedrohung wahrnahmen. Drittens ermöglichte der Beginn
des Nahostfriedensprozesses mit der Konferenz von Madrid
1991 und den Osloer Verträgen von 1993 regionale
Entspannung zwischen den arabischen Staaten und Israel.
Viertens wiesen die institutionellen Entwicklungen
innerhalb der EU in Richtung einer stärkeren
gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Zudem
hatten die südlichen EU-Staaten den Wunsch, die
EU-Osterweiterung durch intensivierte Südbeziehungen
zu balancieren.[7] Im Ergebnis entstand mit der EMP ein
anspruchsvolles Kooperations-Programm, das über
unilaterale, bilaterale und multilaterale Strukturen
verfügt, die jedoch von der EU dominiert werden.[8]
Die EMP haben sich 1995 auf diesen Prozess eingelassen,
weil sie langfristig in der Intensivierung ihrer
Beziehungen zu Europa einen ökonomischen und sozialen
Vorteil sahen. Europas Engagement im Rahmen der EMP wird
als Ausdruck von geteilten Interessen, aber auch von
ökonomischen und politischen Eigeninteressen
betrachtet, das im Vergleich zu amerikanischen
Aktivitäten in der Region mehr Glaubwürdigkeit
genießt. "Europa soll in der Region eine zentrale
Rolle spielen für den Frieden, Menschenrechte und
Demokratie. Wenn Eu ropa diese Rolle nicht annimmt, dann
ist das ein Problem für beide Seiten - denken Sie nur
an die islamistischen Bewegungen in Europa."
Der EMP liegt die politische Konstruktion eines gemeinsamen
Raumes zugrunde, dessen europäische Definition von den
MP kritisiert wird.[9] Was aus Sicht der EU eine
institutionelle und politische Innovation darstellt - der
Israel, die Türkei, Zypern und Malta
einschließende regionale Ansatz - ist für einige
das größte Problem der EMP. Aus
arabisch-nationalistischer Sicht ist der Nahe Osten und
Nordafrika als regionales System mit einem arabischen Kern
definiert. Entsprechend sollte die EMP eine euro-arabische
Institution sein und auf sämtliche Mitglieder der Liga
der Arabischen Staaten (LAS) und die LAS als
institutionelles Mitglied ausgedehnt werden.[10] Bisher ist
der mediterrane Zuschnitt einschließlich Israels
gegen den euro-arabischen Ansatz gestärkt worden,
langfristig sind hier beispielsweise im Rahmen der
Europäischen Nachbarschaftspolitik Erweiterungen in
Richtung auf den Golf denkbar.
Institutionell stehen die Mittelmeerpartnerstaaten der EU
der 25 als gewichtigem kollektiven Akteur, vertreten durch
die Kommission und die "Troika" zumeist isoliert
gegenüber. Diese Strukturen werden zudem als
unübersichtlich, personell schlecht ausgestattet und
zu bürokratisch kritisiert. Die Forderung nach mehr
Teilhabe am Prozess wird regelmäßig
geäußert, da bisher Agenda-Setting in den
Händen der Kommission lag und die MP auf entsprechende
Vorschläge nur reagieren, sie jedoch nicht gestalten
können. Formen der gemeinsamen "Präsidentschaft"
in der wichtigen Euro-Med-Kommission sind jedoch so lange
zum Scheitern verurteilt, wie beispielsweise Syrien und der
Libanon die damit auch die hervorgehobene
partnerschaftliche Kooperation mit Israel angesichts der
Stagnation im Nahostfriedensprozess ablehnen. Zugleich
haben die arabischen MP den Kontext der EMP bisher nicht
sehr intensiv genutzt, um eigene institutionelle
Kooperationsmechanismen aufzubauen: Es gibt einen
Koordinator der "arabischen Gruppe", doch überwiegend
arbeiten die Staaten bilateral mit der EU zusammen. Ein
Fortschritt ist das in Luxemburg 2005 erzielte gemeinsame
Euro-Med-Abschlussdokument (Barcelona VII). Ihm war d ie
Formulierung der "Elements of the Arab Contribution"
vorangegangen, dem ersten gemeinsamen arabischen Beitrag
zur Bewertung der EMP, der in eine "Arab Vision" zur
Zukunft von Barcelona mündete.[11] Auf der Ebene
verbesserter Koordination und der Entwicklung gemeinsamer
Forderungen der MP im Rahmen der EMP liegt noch weitgehend
ungenutztes Potenzial, das zudem auch positiv auf die
sonstigen inner-arabischen Beziehungen wirken
könnte.
Neben diesen konzeptionellen Asymmetrien besteht eine
zentrale politische Ungleichheit darin, dass sich in der
EMP stabile Demokratien und weitgehend autoritäre
Staaten gegenüber stehen. Es besteht in der Literatur,
aber auch bei den Interviewpartnern weitgehende Einigkeit
über die tiefgehende soziale, politische und
ökonomische Krise in der arabischen Welt. Der
jüngste Arabische Bericht über die Menschliche
Entwicklung (AHDR) vergleicht die politischen Strukturen
der arabischen Staaten mit Schwarzen Löchern, in deren
Umfeld sich nichts bewegt und denen niemand entgehen
kann.[12] Sie zeichnen sich - graduelle Unterschiede immer
vorausgesetzt - durch einen grundlegenden Mangel an
Rechtsstaatlichkeit, politischen Freiheiten,
verantwortlichem Regierungshandeln, Schutz der
Menschenrechte, Schutz religiöser und ethnischer
Minderheiten und umfassender gesellschaftlicher Teilhabe
aus. 2003 galt nur Israel als freier Staat, fünf
Staaten in der Region (darunter Jordanien und Marokko)
waren teilweise frei, zwölf (darunter Ägypten,
Libanon, Syrien, Tunesien, Algerien, Libyen) galten als
nicht frei.[13] Unter den MP gelten Marokko, Jordanien, die
Palästinensische Autorität (mit
Einschränkungen) und der Libanon als offener für
ökonomische und graduelle politische Reformen. Hier
ist das Ausmaß an Repression und politischer Blockade
geringer als in Algerien, Tunesien, Syrien und
Ägypten.
Diese Strukturen geraten zunehmend durch externe
Reformforderungen wie "harte" Sanktions- und
Gewaltandrohungen im Rahmen des so genannten "Krieges gegen
den Terror" oder "weiche" im Rahmen der EMP oder der
Broader Middle East Initiative der G8 vom Sommer 2004 unter
Druck. Aber auch die gesellschaftlichen Kräfte in den
Staaten formieren sich: So setzen sich arabische
Gegeneliten beispielsweise über den AHDR füreine
"arabische Renaissance-Bewegung" ein.[14]
Grundsätzlich wird die Reformbereitschaft der
autoritären Regime bei den Interviewpartner/innen als
gering eingeschätzt, allerdings kann man hier seit
Beginn des Barcelona-Prozesses auf Seiten der arabischen
Regierungen auch leichte Veränderungen feststellen.
Der Bezug auf den politischen Acquis musste 1995 den MP
noch mühsam abgerungen werden. Es war im syrischen,
ägyptischen und algerischen Fall neben den wichtigen
wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen auch die
Skepsis gegenüber den politischen Auflagen der EMP,
die zu langen Verhandlungszeiträumen bei den Abkommen
geführt haben. Offiziell wurden Konditionalität
und die Förderung von oppositionellen Gruppen als
unerwünschte Einmischung in inneren Angelegenheiten
kritisiert. Die "Arab Vision" enthält jedoch solche
strikten Aussagen nicht mehr - hier sind zumindest
rhetorische Entwicklungen zu erkennen.
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 und
intensiver seit Beginn des Irakkrieges im Jahr 2003 sind
die Staaten der Region mit einer prekären Mischung von
militärischer Intervention, geostrategischen
Neuordnungsversuchen, Demokratisierungskampagnen,
Intensivierung von Handlungsbeziehungen und
Sicherheitskooperation, Anreizen für verbesserte
regionale Zusammenarbeit und Restrukturierung von
Entwicklungs- und Militärhilfe durch externe Akteure
konfrontiert. Der regionale Kontext der EMP stellt eine
wichtige Asymmetriedimension dar: Im Gegensatz zum
institutionell, politisch, ökonomisch und sozial
integrierten EU-Raum sind der Nahe Osten und Nordafrika
durch schwache regionale Organisationen, schwache
ökonomische Integration und durch anhaltende Konflikte
unterschiedlicher Intensität geprägt.[15]
Zentral ist der Territorialkonflikt in
Israel/Palästina, nachrangig, aber ebenso spaltend
sind die Konflikte im Sudan, Maghreb (Westsahara) und im
Golf sowie der Hegemonialkonflikt zwischen Syrien,
Ägypten und dem Irak bzw. Saudi-Arabien. Diese
Konflikte haben unterschiedliche Relevanz für die EMP
entwickelt, positiv ist, dass die Partnerschaft trotz
dieser unbearbeiteten Konflikte Bestand hat. Der Irak-Krieg
hat zu einer regionalen Neuordnung geführt,[16] die
zudem wichtige Wirkungen auf der Wahrnehmungsebene
entfaltet. So hat die deutsche und französische
Weigerung, sich an diesem Krieg zu beteiligen, ebenso wie
die massiven Proteste der europäischen
Öffentlichkeit, den Eindruck bestärkt, dass
Europa angesichts der amerikanischen Politik in der Region
der attraktivere Kooperationspartner für die MP sein
könnte.[17] Dies hat sich im syrischen Fall gezeigt,
wo der starke amerikanische Druck auf Syrien indirekt dazu
beigetragen hat, dass die Paraphierung des
Assoziierungsabkommens nach langen Verhandlunge n im Jahr
2004 abgeschlossen werden konnte. Die Hoffnung auf
europäische Unterstützung hat sich noch nicht
realisiert, da die Unterzeichnung durch den
Europäischen Rat seither auf sich warten
lässt.
Die Konfliktstruktur in der Region wirkt sich auch auf
ihre regionalen Institutionen aus. Hierin zeigt sich ein
besonderes Problem für die Vertiefung
ökonomischer und politischer
Süd-Süd-Integration im Rahmen der EMP: die
bestehenden Strukturen sind wie die Liga der Arabischen
Staaten (LAS) stark reformbedürftig oder existieren
nur nominell (Arabische Maghreb-Union, AMU). Der starke
Appell an die arabische Einheit steht im Kontrast zum sehr
gering ausgeprägten Integrationswillen. Die
Bereitschaft zur Abgabe von Souveränität an
regionale Organisationen ist nur schwach ausgeprägt,
zumal es keine mächtigen Integrationsakteure gibt.
Ökonomische Differenzen und anhaltende
Rivalitäten schwächen institutionelle
Kooperations- und Entwicklungsmöglichkeiten. Zwar
betonen die Interviewpartner die Zentralität
verbesserter inner-arabischer Kooperation für die
Bewältigung vielfältiger Zukunftsprobleme, und
sie beziehen sich dabei oft auf das Modell der
europäischen Integration als Vorbild. Doch die Chancen
dafür sind eher gering. Die Ursachen werden
abhängig von der politischen Positionierung in eher
dependenztheoretischer oder eher liberaler Manier
gesehen.[19] Linke, Nationalisten und Islamisten tendieren
eher zu dependenztheoretischen Annahmen, die den Nahen
Osten als abhängige, von externen Interessen
gespaltene und dominierte Region betrachten. Ziel der EMP
sei es, den mediterranen Raum politisch und ökonomisch
zugunsten europäischer Interessen asymmetrisch zu
integrieren und institutionell einzuhegen.
Im Gegensatz dazu sehen Liberale die Dominanz nationaler
Interessen der MP vor Kooperationsinteressen, ihre
mangelnde Reformfähigkeit und die tiefen politischen
Spaltungen unter den Nationalstaaten als zentrale Ursachen
für mangelnde Süd-Süd-Integration und die
schwachen Ergebnisse im Barcelona-Prozess an. Die EMP ist
in dieser Perspektive ein Projekt der graduellen
Annäherung auf politischer, ökonomischer und
normativer Ebene, das darauf beruht, dass die MP erhebliche
Reformanstrengungen unternehmen, währe nd die EU
Bedingungen herstellt, die dies unterstützen.
Ein Ziel der EMP ist es, einen substanziellen Beitrag
zur Überwindung der großen Kluft in der
Lebenssituation auf beiden Seiten des Mittelmeeres zu
leisten. Hauptinstrument dafür sind die über
Assoziierungsabkommen im zweiten Korb vereinbarten
Maßnahmen zur Handelsliberalisierung und zu
ökonomischen Reformen, die 2010 in einer gemeinsamen
Freihandelszone münden sollen. Die damit verbundenen
Hoffnungen auf mehr Wohlstand und politische Reformen haben
sich bisher nicht erfüllt.[20]
Zwar hat sich die menschliche Entwicklung in den MP -
gemessen am Human Development Index (HDI) zwischen 1995 und
2005 - verbessert. Diese Entwicklungsfortschritte sind
jedoch ungleich verteilt, und soziale Disparitäten
bestehen auch unter den arabischen Staaten weiter. So liegt
der Libanon auf Rang 80, Schlusslicht Marokko auf Rang 125.
Das Pro-Kopf-Durchschnittseinkommen im ärmsten MP,
Syrien, beträgt 1160 US-Dollar, in Tunesien ist es
fast doppelt so hoch (zum Vergleich: in Schweden
beträgt es 28840 US-Dollar). Besonders schlechte
Bildungsindikatoren weisen Marokko und Ägypten mit
Alphabetisierungsquoten von nur knapp über 50 Prozent
auf. In Ägypten leben über 40 Prozent der
Bevölkerung in Armut, sie müssen mit weniger als
zwei US-Dollar pro Tag auskommen, verglichen mit nur 6,6
Prozent in Tunesien.[21]
In der arabischen Welt sind die Faktoren Arbeit und
Rohstoffe (Öl, Gas, Mineralien) ungleich verteilt,
ebenso wie der Grad der Industrialisierung. Ägypten
zählt zu den rohstoffarmen bevölkerungsreichen
Staaten, verfügt aber über den größten
industriellen Sektor. Marokko und Tunesien sind stark
landwirtschaftlich geprägt und verfügen über
traditionell enge Handelsbeziehungen zu Europa. Die EMP hat
die Handelsabhängigkeit insbesondere der
nordafrikanischen Staaten von Europa eher verstärkt,
als abgebaut. Die MP wickeln zwischen knapp 80 Prozent
(Tunesien) und nur 3,7 Prozent (Jordani en) ihres
Außenhandels mit der EU ab, sind aber ihrerseits mit
einem Anteil von durchschnittlich unter ein Prozent an den
Gesamt-Im- und Ex porten der EU keine relevanten
Handelspartner. Unter den arabischen Staaten sind
ökonomische Interdependenzen schwach ausgeprägt,
dabei ist Algerien am schlechtesten regional integriert. So
betrug der Anteil der intraregionalen Importe an den
Importen der MP durchschnittlich vier Prozent, wobei Syrien
hier die höchsten Anteile verzeichnet. Der Anteil der
intraregionalen Exporte betrug für Ägypten 9,2,
Jordanien 11, Libanon 24,7 und Syrien 17,9 Prozent. [22]
Zwar trat 2005 die MAFTA, eine zwischen Jordanien,
Ägypten, Marokko und Tunesien mit starker
Unterstützung der EU geschlossene Freihandelszone, in
Kraft. Dies ist ein Fortschritt in Bezug auf die
Süd-Süd-Integration.
Doch die zentralen Diskussionspunkte im Bereich der
ökonomischen Kooperation bleiben bestehen: das
zähe Ringen um verbesserte Quoten für
Agrarprodukte aus den MP, die ausbleibenden
Auslandsdirektinvestionen, die anhaltende Verschuldung der
MP (bei der EU als größtem Schuldner) und die
Umsetzung sinnvoller Ursprungsregeln, die den
innerarabischen Handel stärken und nicht behindern.
Gerade mit Blick auf die Investitionen erwarten die MP,
dass Europa ähnlich wie in den osteuropäischen
Beitrittsstaaten politischen Druck ausübt, um diese
Gelder in die Region zu lenken. Angesichts der bisher nicht
sehr fortgeschrittenen infrastrukturellen, juristischen und
technischen Reformen sind die Rahmenbedingungen aus Sicht
der EU bisher nicht gegeben. Das größte
Zukunftsproblem dieses Korbes liegt in der
tatsächlichen Umsetzung der Reformen, denn die
negativen Folgen für die einheimischen Kleinbetriebe
im informellen Sektor oder für die lokalen Industrien
werden soziale Verwerfungen größeren
Ausmaßes mit sich bringen. Um zur Abfederung dieser
Folgen einen spürbaren Beitrag leisten zu können,
müssten die MEDA-Mittel substanziell erhöht
werden. Damit is t angesichts der angespannten Finanzlage
der EU jedoch nicht zu rechnen.
Im ersten Korb sollte die multilaterale politische und
sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen der EU und
dem MP, aber auch unter den MP - konkret Israel und den
arabischen Staaten - mit dem Ziel des Aufbaus einer
Sicherheitsgemeinschaft gefördert werden. Dem stehen
regionale Konflikte, divergierende Sicherheitsperzeptionen,
sehr unterschiedliche Vorstellungen über die Rolle des
Militärs und über das Verhältnis von
nationaler Sicherheit, Menschenrechten und Demokratie
entgegen. Zentral für die Blockade des ersten Korbes
ist jedoch der auf hohem Gewaltniveau stagnierende
arabisch-israelische Konflikt. Hieran scheiterte unter
anderem die geplante gemeinsame Charta für Frieden und
Sicherheit nach langen Verhandlungen im Jahr 2000.
Die EU hat sich durch die gleichberechtigte Integration der
Palästinensischen Nationalen Autorität (PNA) in
die EMP, die intensive finanzielle Unterstützung
für die palästinensischen Gebiete, die
Beteiligung am Nahostquartett und die Unterstützung
der Roadmap aus Sicht der meisten Interviewpartner im
Verlauf des Barcelona-Prozesses ein zunehmend klares Profil
in ihrer Nahostpolitik gegeben.[23] Auch wird
gewürdigt, dass die erhofften indirekten Effekte der
Vertrauensbildung und Zusammenarbeit zwischen israelischen
und arabischen Diplomat/innen und Bürokrat/innen im
Ansatz realisiert werden konnten. Barcelona ist ein Forum
für Begegnung und Austausch geworden. Die arabischen
Partner fordern jedoch ein stärkeres Engagement von
der EU, wie sie in ihrem Papier formulieren.
"Fortschritte und Entwicklung im Barcelona-Prozess sollten
mit intensiven Anstrengungen verbunden sein, eine gerechte
und umfassende Friedenslösung im Nahen Osten zu
finden, die eine Lösung des arabisch-israelischen
Konfliktes und der palästinensischen Sache sowie die
Wiederaufnahme von Verhandlungen auf allen Ebenen
beinhaltet. Dies sollte sich auf die relevanten
UN-Sicherheitsratsresolutionen stützen, auf die
Grundlagen der Madride r Friedenskonferenz, auf das Prinzip
Land für Frieden und die arabisc he Friedensinitiative
von Beirut 2002. Dies ist eine zentrale Voraussetzung
für die Erreichung von Sicherheit und Stabilität
in der Region."[24]
Dieser Anspruch wird aus europäischer Sicht
kritisiert, denn die EMP sollte als komplementärer
Ansatz nie ein Instrument zur Bearbeitung des Konfliktes
sein. Jenseits dessen spaltet die Frage der Kooperation mit
Israel die MP nicht nur ideologisch, sondern auch aufgrund
der unterschiedlichen bilateralen Beziehungen zwischen
Friedensverträgen (Ägypten, Jordanien, PNA) und
massiven Konflikten um besetzte Territorien (Syrien,
Libanon). Am Widerstand der MP insgesamt scheitert die
Durchführung von Euro-Med-Gipfeltreffen auf arabischen
Boden, solange die Friedensverhandlungen suspendiert sind.
Boykotte der EMP gab es nur in zwei Fällen: Der
Libanon, Libyen und Syrien blieben Treffen auf
Ministerebene 2000 (Marseille) und 2002 (Valencia) aus
Protest gegen die israelische Politik fern, während
sich Jordanien und Marokko als besonders
kooperationsbereite Staaten profilierten. Aus Sicht der MP
sind Abrüstung, die Schaffung einer
massenvernichtungswaffenfreien Zone, aber auch eine
gemeinsame Definition von Terrorismus unmittelbar an
Fortschritte im Konflikt mit Israel gebunden. Solange diese
nicht in Sicht sind, werden wichtige Ziele des ersten
Korbes nicht erreicht werden können. Insofern ist die
Ansiedelung der neuen euro-mediterranen Anna-Lindh-Stiftung
für Kulturaustausch im ägyptischen Alexandria
trotz des eskalierten Konfliktes bereits als Erfolg zu
werten.
Dissens besteht zudem in der Bewertung der innenpolitischen
Wichtigkeit des Konflikts. Er wird regelmäßig
von den arabischen Regimen in Anspruch genommen, um unter
Hinweis auf die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten
politische Reformen auszusetzen. Das wird zunehmend auch
von arabischen Intellektuellen kritisiert, die den Mangel
an Frauenrechten oder guter Regierun gsführung nicht
auf den Konflikt zurückführen wollen, weil es
keine kausalen Zusammenhänge gibt. Für die EMP
stellt sich die Frage, welche Rolle der Konflikt für
den Erfolg oder Misserfolg des regionalen Ansatzes spielt
und wie damit zukünftig umzugehen ist: aktive
Bearbeitung und weitere Positionierung der EU wie viele
Interviewpartner und die "Arab Vision" formulieren, oder
weitgehende Abkopplung der Zusammenarbeit vom Konflikt
durch intensivierte subregionale und bilaterale
Zusammenarbeit, wie es eher die Position der Kommission und
der kooperationsbereiten Staaten wie Jordanien oder Marokko
zu sein scheint. Die multilaterale und regionale
Qualität der EMP wird jedoch durch verstärkten
Bilateralismus und Subregionalismus geschwächt.
Der dritte Korb der sozialen und kulturellen
Partnerschaft erlebte zunächst als disparate Mischung
von Kulturaustausch, Menschenrechtsschutz, Zusammenarbeit
der Zivilgesellschaft, Anti-Terror-Bekämpfung und
Migrationsfragen ein marginalisiertes Dasein, obgleich mit
diesen Stichworten zentrale gesellschaftliche Probleme der
MP benannt sind. Er wurde durch die Blockade des ersten
Korbes jedoch aufgewertet. Aus Sicht der EU rückten
spätestens seit den Anschlägen vom 11. September
2001 Fragen von Zusammenarbeit im Bereich Inneres und
Justiz, Demokratieförderung sowie
Terrorbekämpfung in den Mittelpunkt. Aus Sicht der MP
sollte es nicht um Sicherheit, sondern um Entwicklung und
die sozialen Ursachen von Terrorismus gehen, weniger um
Einschränkung von Migration, sondern um die
Erleichterung von Mobilität und um die Verbesserung
der Situation arabischer Migrant/innen in Europa gehen.
Diese unterschiedlichen Prioritäten zeigen sich
deutlich in den neuen arabischen Dokumenten zum
Barcelona-Prozess.
Im Bereich von Menschenrechtsschutz und politischen
Reformen ist eine weitgehende Stagnation festzustellen. Der
Kampf gegen den internationalen Terrorismus, so wie er in
den autoritären Partnerländern geführt und
von der Europäischen Union geduldet wird, entzieht der
europäischen Demokratisierungs- und
Menschenrechtspolitik zunehmend den Boden. Die befragten
Menschenrechtsaktivisten/innen in Marokko, Syrien, Libanon,
Jordanien und Ägypten berichten überwiegend von
einer Verschärfung der Menschenrechtssituation. Die
arabischen Organisationen kritisieren, dass die EU
gegenüber den autoritären Regimen in der Region
von den Möglichkeiten politischer Konditionalität
angesichts von Menschenrechtsverletzungen bisher keinen
Gebrauch gemacht hat.[25] Unterschiede bestehen jedoch in
der Einschätzung, wie europäische Politik den
innenpolitischen Wandel wirksam unterstützen kann.
Hier gibt es drei Positionen: Die erste lehnt
äußere Einmischung strikt ab und häl t sie
auch für eine Belastung lokaler oppositioneller
NGO-Aktivitäten . Die zweite hält
äußeren Druck auf die Regime für
unabdingbar, um Reformen anzustoßen, und die dritte,
allerdings selten geäußerte Einschätzung
hält die Regime auch langfristig für nicht
reformierbar und kann deshalb massiver externer, auch
militärischer, Intervention etwas abgewinnen. Hier
wird die EU einen balancierten Ansatz finden müssen,
denn externe Interventionen können lokale Kräfte
schwächen, wenn sie in den Verdacht der Verwestlichung
und Kooperation mit hegemonialen Mächten geraten.
Die Stärkung der Zivilgesellschaft sollte alle
gesellschaftlichen Gruppen, auch gemäßigte
islamistische, einschließen. Islamistische
Kräfte selbst sehen sich in der Rolle derjenigen, die
die weitere Radikalisierung der Bevölkerung
verhindern. Allerdings wird die Frage der Ernsthaftigkeit
und Zuverlässigkeit demokratischer Selbstbindung
islamistischer Parteien sehr kontrovers diskutiert:
"Letztendlich gibt es ein Problem: Wenn wir wollen, dass
sich die Gesellschaft in Richtung Modernität,
Demokratie, Menschenrechte und Gleichberechtigung
entwickelt, dann dürfen wir bei unseren Analysen nicht
auf eine religiöse Rückkehr bauen. Für
islamische Parteien ist die gesellschaftliche Entwicklung
ohne Rückkehr zum Islam nicht vorstellbar. Wir
verteidigen das Recht auf Meinungsäußerung, und
zwar für alle. Uns sind aber mehrere Fälle
bekannt, in denen Islamisten Menschen eingeschüchtert
haben. Sie haben in zahlreichen ärmeren Vierteln den
Menschen ihre Gesetze aufgezwungen, sie haben junge Frauen
bedrängt, weil sie sich auf die eine oder andere Art
kleideten wie auch Menschen am Strand usw. Und dies
schränkt das Recht auf freie Äußerung in
jeder Hinsicht ein."
Zugleich gibt aus Sicht vieler Interviewpartner/innen keine
Alternative dazu, die gemäßigten Kräfte
einer Bewegung einzubinden, die im gesamten arabischen Raum
über ein sehr hohes Mobilisierungspotenzial und
über relativ hohe Legitimität verfügt. Wer
Demokratie will, muss mit dem Ergebnis demokrati scher
Wahlen leben, auch wenn überwiegend islamistische
Kräfte den S ieg davon tragen würden, so die
Einschätzung. Wenn damit demokratische Mechanismen
etabliert würden, die die Abwahl dieser Kräfte
erlaubt, dann halten viele zudem das islamistische
Experiment für nicht langfristig
überlebensfähig, da die Rückbesinnung auf
die Zeiten des Propheten an sich noch kein politisches
Konzept darstellt. Außerdem hätten gerade junge
Menschen andere Aspirationen: "Viele unterstützen
Islamisten, aber nur die wenigsten wollen unter ihnen
leben", spitzt ein Interviewpartner zu. Das türkische
Beispiel könnte hier ein Modell der Entwicklung einer
parteigebundenen Islam-Demokratie sein. Für die EMP
bedeutet dies, angesichts der in den Interviews
durchgängig beklagten Schwäche der säkularen
Eliten diese weiterhin zu unterstützen. Gerade weil
durch den "Krieg gegen den Terror" Demokratie und
Menschenrechte zunehmend als Machtinstrumente in den
Händen des Westens wahrgenommen werden, ist die
Stärkung von legitimen und demokratischen
Reformakteur/innen vor Ort wichtig.
Im Ergebnis zeigt sich, dass die EMP in denjenigen
Bereichen, in denen sie konzeptionell innovativ ist,
nämlich den multilateralen und den regionalen, bisher
die geringsten Fortschritte verzeichnen konnte: Die
politische und ökonomische
Süd-Süd-Integration ist im Gegensatz zu den
Erfolgen auf der bilateralen Ebene der
Assoziierungsabkommen nicht weit entwickelt, und die
Chancen für eine Beschleunigung dieser Prozesse sind
angesichts des ungünstigen regionalen Umfeldes nicht
sehr groß. In der EMP zeichnet sich eine Entwicklung
zur Partnerschaft der zwei Geschwindigkeiten ab. Dabei
gelingt es denjenigen Staaten, die über eine
höhere intra-regionale Kooperationsbereitschaft
verfügen, zugleich zu intensivierter Kooperation mit
der EU zu kommen: auf dem Wege des Bilateralismus und des
Subregionalismus. Das ist pragmatisch und entspricht den
nationalen Eigeninteressen, greift aber den regionalen und
multilateralen Charakter der EMP an.
Für die innenpolitischen Entwicklungen in der Region
werden im jüngsten Arab Human Development Report drei
Szenarien entfaltet. Das "Katastrophen-Szenario" besteht in
der Aufrechterhaltung des Status quo bei Verschärfung
der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Das
"Ideal-Szenario Izdihar" geht von einer von innen
getragenen friedlichen Aushandlung von Wandel aus. Aktuell
scheint sich jedoch eher das "Zwischenstationen-Szenario"
zu realisieren: begrenzte politische Liberalisierung unter
Druck von außen.[26] Dies und die anhaltenden
Konflikte in der Region werden auch die Zukunft der
euro-mediterranen Partnerschaft zwischen Reformdruck und
rhetorischem Reformhandeln bestimmen.
1 Partnerstaaten sind seit der
EU-Osterweiterung 2004 Algerien, Ägypten, Israel,
Jordanien, Libanon, Marokko, die Palästinensische
Autorität (PNA), Syrien, Tunesien und die Türkei.
Israel und die Türkei nehmen aufgrund ihrer
politischen bzw. geographischen Position eine
Sonderstellung ein. Für die Türkei wird die
ohnehin nachgelagerte Relevanz der EMP durch den Beginn der
Beitrittsverhandlungen im Oktober 2005 nochmals geringer.
Zypern und Malta sind durch ihren Beitritt zur EU auf die
andere Seite der Partnerschaft gewechselt. Libyen hat
Beobachterstatus in der EMP.
2 MEDA I (1995 - 1999)
Finanzvolumen: 3,435 Mrd. Euro, MEDA II (2000 - 2006),
Finanzvolumen: 5,35 Mrd. Euro. Vgl.
http://europa.eu.int/comm/external_relations/
euromed/meda.htm, 15. 9 .2005.
3 Vgl. aktuelle Bewertungen unter
anderem bei Europäische Kommission, Communication From
The Commission To The Council And The European Parliament:
Tenth Anniversary Of The Euro-Mediterranean Partnership: A
Work Programme To Meet The Challenges Of The Next Five
Years, in: Euromed Report, 89 (2005); Conclusions for the
7th Euro-Mediterranean Conference of Ministers of Foreign
Affairs, Luxemburg 2005, in: Euromed Report, 90 (2005).
4 Vgl. EuroMeSCo, Barcelona Plus.
Towards a Euro-Mediterranean Community of Democratic
States, Lissabon 2005; George Joffé, The Status of
the Euro-Mediterranean Partnership, IIEE-paper, Lissabon
2005.
5 Die Zitate stammen aus
Interviews mit unterschiedlichen politischen Akteur/innen
in Marokko, Ägypten, Syrien, Jordanien, Libanon und
Brüssel. Für eine ausführliche Diskussion
der EMP vgl. Cilja Harders, Kooperation unter Bedingungen
der Asymmetrie, in: Orient , (2005) 3 (i.E.).
6 Vgl. Emad Gad, The EU and the
Middle East. An Egyptian View, in: Perceptions, 8 (2003) 2,
S. 17 - 38.
7 Vgl. George Joffé, The
Middle East and the West. The View from th e South, in:
B.A.Robertson (ed.), The Middle East and Europe, London
1998, S. 45 - 73.
8 Vgl. Eric Philippart, The
Euro-Mediterranean Partnership. Unique Features, First
Results and Future Challenges, CEPS Working Paper, Nr. 10,
Centre for European Policy Studies, Brüssel, April
2003.
9 Vgl. Mohamed Sid Ahmed,
Mediterraneanism and Middle-Easternism, in: al-Ahram Weekly
vom 16. - 22. 11. 2000; Mohammad El-Sayed Selim, Arab
perceptions of the European Union's Euro Mediterranean
Projects, in: Stephen Blank (ed.), Mediterranean Security
into the coming millennium, Strategic Studies Institute,
Carlisle 1999, S. 143 - 157.
10 Entsprechend wird die Aufnahme Mauretaniens,
das 2004 einen Aufnahmeantrag stellte, unterstützt.
Die libysche Führung zeigt zwar Interesse an der
Mitgliedschaft, lehnt aber politische
Konditionalitäten ab.
11 An Arab Vision for Co-Operation priorities
in the framework of the Barcelona Process, Nonpaper der
Arabischen Gruppe, Doc. de Séance No. 94/05,
Elements of the Arab contribution to the evaluation and
enhancement of the Barcelona Process (2005), Nonpaper der
Arabischen Gruppe Doc. de Séance No. 11/05.
12 Vgl. AHDR 2004, Towards freedom in the Arab
world, New York 2005, S. 14; Cilja Harders, Staatsanalyse
von unten - urbane Armut und politische Partizipation in
Ägypten. Mikro- und mesopolitische Analysen
unterschiedlicher Kairoer Stadtteile, Hamburg 2002.
13 Vgl. Freedom House, Freedom in The Middle
East and North Africa, New York 2005, S. 8; aktuelle
Länderberichte von Amnesty International, in:
http://web.amnesty.org/report2004/2md-index-eng (21.9.
2005).
14 Dies jedoch nicht ohne intensive Konflikte
mit den USA, die im Vorfeld der Veröffentlichung des
letzten Berichts aufgrund der kritischen
Einschätzungen des Irakkrieges intervenierten und mit
Kürzungen ihres UNDP-Beitrages drohten, vgl. Ingrid El
Masry, Dritter Arab Human Development Report: Im Zentrum
Schwarze Löcher, in: INAMO, (2005) 42, S. 30 - 33.
15 Vgl. Volker Perthes, Vom Krieg zur
Konkurrenz: Regionale Politik und die Suche nach einer
neuen arabisch-nahöstlichen Ordnung, Baden-Baden
2000.
16 Vgl. ders., Bewegung im Mittleren Osten.
Internationale Geopolitik und regionale Dynamiken nach dem
Irak-Krieg, SWP-Studie, Berlin 2004.
17 Dies zeigt sich auch in Meinungsumfragen zu
den außenpolitischen Orientierungen in arabischen
Gesellschaften, vgl. Centre for Strategic Studies of the
University of Jordan, Revisiting the Arab Street - Research
from Within, Amman 2005.
18 Vgl. Anja Zorob, Syrien im Spannungsfeld
zwischen der Euro-Mediterranen Freihandelszone und der
Großen Arabischen Freihandelszone,
Inaugural-Dissertation an der Philosophischen Fakultät
I der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg (erscheint voraussichtlich
2005).
19 Vgl. Samir Amin/Ali El Kenz, Europe and the
Arab World, London 2005; Fulvio Attina, The
Euro-Mediterranean Partnership Assessed: The realist and
liberal views, in: European Foreign Affairs Review, 8
(2003), S. 1-19.
20 Vgl. Femise, The Euro-Mediterranean
Partnership, 10 Years after Barcelona: Achievements and
Perspectives, 2005.
21 Vgl. AHDR 2004 (Anm.12), S. 237ff.
22 Vgl. Anja Zorob, Die Euro-Mediterrane
Partnerschaft und die Süd-Süd-Integration, in:
Orient, (2005) 3.
23 Vgl. Kommission 2005 (Anm. 3); Muriel
Asseburg, Die EU und der Friedensprozeß im Nahen
Osten, SWP-Studie und Materialsammlung, Berlin 2003.
24 Elements of the Arab contribution to the
evaluation and enhancement of the Barcelona Process (2005),
Nonpaper der arabischen MP, Doc. de Séance
No.11/95.
25 Vgl. Bettina Huber, 10 years of Euro-Med
Cooperation: Views of civil society instruments and impact
of the EMP in the fields of civil society and human rights,
2005: http://www.boell.de/downloads/aussen/euromed_
paper.pdf (25. 9. 2005); Euro-Mediterrane an Human Rights
Network: Position Paper on Barcelona + 10 and Human Rights,
Brüssel 2005.
26 Vgl. AHDR 2004 (Anm.12), S.
163ff.
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