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Erweiterung der Europäischen Union
Mit der Erweiterung der Union ist Europa zum erstenmal eine
realistische Chance gegeben, die politische und wirtschaftliche
Teilung des Kontinents zu überwinden. Es ist mit der
Debatte um eine Europäische Verfassung das zentrale und
sicherlich kontroverseste Thema der derzeitigen
europapolitischen Diskussion. Die nunmehr sicher eintretende
erste Erweiterungsrunde 2004 kann nicht über die
Schwierigkeiten hinwegtäuschen, die bereits bei der
genaueren Konkretisierung des WIE und WANN der Erweiterung
aufgetreten sind. Zu fragen ist auch, welche politischen und
wirtschaftlichen Auswirkungen eine solche ernorme Erweiterung
der EU haben wird. Es soll ein Überblick über die
zentralen Fragestellungen sowie ein Einblick in die aktuelle
Diskussion gegeben werden. Über die Bereitstellung
zahlreicher Analysen, offizieller Dokumente und
weiterführender Links wird strukturiertes Basis- und
Hintergrundwissen vermittelt.
Spezialthema
Grundlagen
-
Der Weg Bulgariens in die Europäische Union - Bilanz
und Ausblick
von Alexander Tsukev, Mai 2006
Die Erlangung der EU-Mitgliedschaft ist das Hauptprojekt
aller bulgarischen Regierungen seit den 1990er Jahren. Der
EU geht es darum, das Zusammenwachsen und die
Stabilisierung des Kontinents voranzutreiben. Sie hat
Bulgarien daher eine konkrete Perspektive gegeben und sich
sogar auf zwei mögliche Beitrittstermine festgelegt.
Kann aber so der nötige Reformdruck aufrecht erhalten
werden, um die noch bestehenden erheblichen Defizite in
wesentlichen Politikfeldern zu überwinden?
Analysen
-
Norwegen und Schweiz als Modellfälle für
differenzierte Integration
von Johannes Varwick und Jana Windwehr, in:
APuZ 43 / 2007, S. 15 - 20
Nach der letzten EU-Erweiterung auf 27 Mitgliedstaaten
werden verstärkt Integrationsmuster unterhalb der
klassischen Vollmitgliedschaft diskutiert. Gerade im
Hinblick auf die Türkei sollte die Union auf neue
Formen der Einbindung jenseits der Extreme von Inklusion
und Exklusion zurückgreifen können. Die Autoren
weisen auf bereits vorhandene Beispiele geografisch,
thematisch oder zeitlich abgestufter Integration hin,
darunter die Flexibilitätsklausel, der Schengenraum,
Euroland und die zwei sehr engen Anbindungsformen Norwegens
und der Schweiz. Letztere werden als Modell- und
Testfälle analysiert, die zwar nicht völlig
übertragbar sind, jedoch wertvolle Erfahrungen
liefern, um dem Erweiterungs-Vertiefungs-Dilemma zu
entkommen.
-
Rumänien und Bulgarien vor dem EU-Beitritt
von Olaf Leiße, in: Aus Politik und Zeitgeschichte
27, 3. Juli 2006, S. 6-13
Die EU wächst weiter und führt das
Stabilisierungs- und Vereinigungsprojekt des Kontinents
fort. Als nächstes treten zwei Länder der
Gemeinschaft bei, deren Transformationstempo für die
2004er Erweiterungsrunde nicht ausreichte. Auch am 1.
Januar 2007 werden nicht alle Defizite überwunden
sein. Enorme politische und wirtschaftliche Hürden
sind noch zu nehmen, wie der Autor analysiert. Wirkt die
verbindliche Zusicherung der Mitgliedschaft als
Reformmotivation oder eher als Ruhekissen für die
Südosteuropäer? Mit jeder Erweiterung ist auch
die EU selbst einer nicht zu unterschätzenden
Transformation unterworfen. Wie viel Instabilität
könnten die Neuen importieren?
-
Bulgaria and Romania’s Accession to the EU:
Postponement, Safeguards and the Rule of Law
von Gergana Noutcheva, in: CEPS Policy Brief 102, Mai
2006
Hat die EU sich in eine Erweiterungsfalle manövriert?
Die Union hat Bulgarien und Rumänien verbindliche
Zusagen gegeben: Die beiden Balkanstaaten treten auf jeden
Fall 2007 oder 2008 der Gemeinschaft bei. Alle Experten
sind sich einig, dass eine derartige vorzeitige Festlegung
unabhängig von der Erfüllung der
Beitrittsbedingungen künftig nicht mehr erfolgen darf.
Andererseits stellt niemand in Frage, dass die Aufnahme der
beiden Neuen ein weiterer wesentlicher Schritt hin zum
Zusammenwachsen des Kontinents ist. Nun hat die EU
allerdings nur noch wenige Möglichkeiten, den
Reformprozess in Bukarest und Sofia aufrecht zu erhalten.
[pdf]
-
East versus West: The European economy after
enlargement
von Katinka Barysch,
in: Centre for European
Reform, Essays, Januar 2006
Nach der Erweiterungsrunde von 2004 sind bei den alten
EU-Mitgliedern Ängste und Vorurteile in Bezug auf die
Konkurrenz aus dem Osten gewachsen. Dabei spielen die
‚Bedrohung‘ des heimischen Marktes durch
billigere Arbeitskräfte und die Furcht vor
Firmenabwanderungen eine große Rolle. Mittlerweile
weisen jedoch zahlreiche Studien darauf hin, dass
ökonomische Probleme in der alten EU kaum auf den
Erweiterungsprozess zurückzuführen sind und eine
umfassende Debatte über die wirtschaftliche und
soziale Zukunft Europas überfällig ist.[pdf]
-
Quo vadis Europa?
von Ludger Kühnhardt, in:
Aus Politik und Zeitgeschichte 36, 5. September 2005,
S. 3-7
Die Ratifikationsphase der Europäischen Verfassung
hat sich ironischerweise zur ersten echten
europäischen Verfassungsdebatte entwickelt. Zu ihrem
Ende sollte anerkannt werden, dass ein europäischer
Verfassungspatriotismus erforderlich ist, wenn die Idee der
europäischen Integration im Zeitalter der
Globalisierung erhalten bleiben soll.
-
Slovaquie: Des réformes contre vents et
marées
von Jaroslav Blaha, in :
Le Courrier des Pays de l’Est 1050, Juli/August
2005, S. 232-250
Die radikalen Reformen in der slowakischen Steuerpolitik
rangen Wirtschaftsexperten und internationalen
Organisationen Respekt ab. Der einheitliche niedrige
Umsatz- und Einkommenssteuersatz stellte sich als
großer Erfolg heraus. Diese Flat Tax Rate macht nun
auch in den Nachbarländern Schule. Es besteht
allerdings auch noch ein beträchtlicher Reformbedarf
in der Slowakei, so auf infrastrukturellem Gebiet oder bei
der Überwindung regionaler Unterschiede. [pdf]
-
Pologne: En marche vers l‘alternance
von François Richard und Antoine Danzon, in :
Le Courrier des Pays de l’Est 1050, Juli/August
2005, S. 152-173
Die Bilanz nach einem Jahr EU-Mitgliedschaft Polens
fällt gemischt aus: Während Investitionen,
Wirtschaftwachstum und Export wieder gestiegen sind, hat
das Land noch immer die geringste Beschäftigungsquote
in der EU. Gleichzeitig kämpfte Polen mit
innenpolitischen Schwierigkeiten, die regierende
demokratische Linke musste eine herbe Wahlniederlage
einstecken.[pdf]
-
Ein Jahr danach: Ostmitteleuropa in der
Beitrittskrise
von Michael Ehrke, in: Friedrich-Ebert-Stiftung,
Internationale Politikanalyse, Politik Info, Mai
2005
Die wichtigsten zentraleuropäischen Neumitglieder der
EU sind in dem Jahr nach ihrem Beitritt in schwere
innenpolitische Turbulenzen geraten. Die politischen Krisen
gehen zwar vor allem auf interne Entwicklungen zurück.
Es gibt jedoch insofern einen Zusammenhang mit dem
EU-Beitritt, als dass zwischen den Anforderungen der
Mitgliedschaft und den Verarbeitungskapazitäten der
noch jungen mitteleuropäischen Demokratien ein
strukturelles Missverhältnis besteht.[pdf]
-
Bulgaria's Efforts to Join the European Union
von Adriana Zelazo, in:
The Polish Foreign Affairs Digest 1, Januar 2004, S.
185-192
Seit 2001 dominieren die Vorbereitungen zum EU-Beitritt
die innen- und außenpolitische Agenda Bulgariens. Die
umfassende Transformation stellt eine gewaltige
Herausforderung für den Balkanstaat dar. Im Mai 2006
fällt die Europäische Kommission in ihrem
Fortschrittsbericht die Entscheidung über den
Zeitpunkt des Beitritts: 2007 oder 2008.[pdf]
-
[Weitere Analysen bei weltpolitik.net]
-
[Weitere Analysen im Internet]
Dokumente
Ausgewählte Literatur
Aktuelle Literatur
erstellt von der Bibliothek und
Dokumentationsstelle der DGAP, Stand Januar 2007
Links