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Fortsetzung: Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Länder des Südens

Tabea Häberlein

3. Kritische Schlussgedanken zur aktuellen Diskussion

Die Marginalisierung der Länder des Südens hat Geschichte. Zunächst fand sie unter den Vorzeichen des Kolonialismus statt. Mit der Entkolonialisierung vollzog sich ein Paradigmenwechsel im Verhalten der Industrieländer, der mit weitgehender Abhängigkeit der Länder des Südens von den Entwicklungshilfemitteln seitens der Industrieländer einherging. Durch Globalisierung wird diese Situation noch verschärft, wenn es nicht gelingen sollte, einen regulativen Handlungsrahmen zu entwerfen und zu institutionalisieren. Hein fragt deshalb zurecht, ob es gelingen kann, dass die marginalisierten Staaten in das globalisierte Weltsystem tatsächlich eingebunden werden.[76]

Die wirtschaftspolitische „Machbarkeit“ von Entwicklungsprozessen wird heute von Entwicklungstheoretikern bescheidener angegangen. Für die marginalisierten Länder des Südens stellt die hier diskutierte Globalisierung möglicherweise nur ein weiteres Steinchen im Auswirkungsgefüge von – am Extrembeispiel bürgerkriegsgezeichneter Staaten in Afrika – politischer (Nicht-) Strukturen, Erbschaften der Kolonialzeit, schlechter gesundheitliche Versorgung und geringem Bildungsstand dar. Vor diesem Hintergrund das Konzept Globalisierung und Weltmarktintegration entweder als Auslöser oder als Retter davon zu betrachten, wäre beides zu weit gegriffen.[77]

Ich möchte mich hier der Position von Wallerstein anschließen, der Globalisierung als Transformation zu etwas Neuem versteht. Entscheidend ist der Ausgang des politischen (Verteilungs-) Kampfes der verschiedenartigsten Akteure, nicht das Phänomen selbst. In dieser stetigen Diskussion nationaler und internationaler Akteure sind noch keine abschließenden Entscheidungen getroffen worden: Viel ist möglich, in allen Hinsichten.[78]

Dennoch birgt die Globalisierung auch Chancen für die Länder des Südens. Lehmann merkt an, dass die Industrieländer in Zukunft die Märkte und das (Human-) Kapital der Länder des Südens brauchen und sich deshalb nicht langfristig ihren Bedürfnissen und Forderungen verschließen werden können.[79]


[76]Hein 2002:214
[77] vgl. hierzu auch Hauser 2001:17
[78]Wallerstein 2000
[79]Lehmann 2001:82


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von Josef Braml, Karl Kaiser, Hanns W. Maull, Eberhard Sandschneider, Klaus Werner Schatz (Hrsg.)

Veröffentlicht am 2. Juni 2008

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