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Klimaschutz
Mit der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls hat die
internationale Gemeinschaft einen ersten Schritt für die
Errichtung eines umfassenden Klimaschutzregimes getan und zum
ersten Mal materielle Pflichten für die Industriestaaten
formuliert. Dennoch krankt die Verwirklichung nicht nur an
unpräzisen Formulierungen, sondern oft auch an dem
fehlenden Willen der an den Verhandlungen beteiligten Staaten.
Das Kyoto-Protokoll schien lange Zeit alternativlos. Im Juli
2005 trat jedoch ein anderer Ansatz hinzu: Die
"Asiatisch-Pazifische Partnerschaft für Saubere
Entwicklung und Klima" (APP) legt den Schwerpunkt auf
Technologieförderung und verzichtet auf bindende
Verpflichtungen. Für die Weiterentwicklung des
Klimaschutzes werden beide Ansätze entscheidend sein
Grundlagen
-
Klimaschutz durch Völkerrecht und/oder
Technologieinitiativen? Klimapolitik im Spannungsfeld von
Kyoto und APP
von Jörn Richert, September 2006
Das Klimaproblem erfordert eine Antwort der internationalen
Gemeinschaft. Aufbauend auf die nahezu universell
akzeptierten Klimarahmenkonvention von 1992 sollte das
Kyoto-Protokoll den Erfolg der multilateralen Klimapolitik
garantieren. Doch andauernde Unstimmigkeiten zwischen den
Akteuren führten zu einer Diskussion über den
Sinn des Vertrags. Im Juli 2005 stellten die USA gemeinsam
mit China, Indien, Japan, Australien und Südkorea die
Technologieinitiative "Asiatisch-Pazifische Partnerschaft
für Saubere Entwicklung und Klima" (APP) vor. Da auch
auf dem Weltklimagipfel von Montreal 2005 kein Konsens
erzielt wurde, stehen sich mit dem Kyoto-Protokoll und der
APP zwei alternative Ansätze für den Klimaschutz
nach 2012 gegenüber.
Analysen
-
Ökonomische Folgen des Klimawandels
von Claudia Kemfert, in:
APuZ 47/2007, 19.November 2007, S. 14-19
Im November 2007 hat der Zwischenstaatliche Ausschuss zu
globalen Klimaänderungen den Synthesebericht zum 4.
Sachstandsbericht vorgelegt. Darin war die Rede von einem
schon jetzt unumkehrbaren Klimawandel. Neben den bekannten
Auswirkungen wie höheren Durchschnittstemperaturen
oder steigendem Meeresspiegel hatte bereits der
"Stern-Bericht" der britischen Regierung die klimabedingten
Kosten auf bis zu 20 Prozent der Weltwirtschaftsleistung
beziffert. Für Deutschland kann das in den kommenden
50 Jahren Ausgaben von nahezu 800 Mrd. Euro für die
Beseitigung von Klimaschäden bedeuten, so Kemfert.
Dabei sei Nichthandeln für die Regierung teurer als
Investitionen in Treibhausgase reduzierende
Maßnahmen.
-
The Montreal Climate Summit: Starting the Kyoto Business
and Preparing for post-2012
von Bernd Brouns, Hermann E. Ott, Wolfgang Sterk, Bettina
Wittneben, in: Journal of European
Environmental and Planning Law 2 / 2006, S. 90-100
Im November 2005 kamen im kanadischen Montreal über
10.000 Delegierte zur Weltklimakonferenz der Vereinten
Nationen zusammen. Im Mittelpunkt des Gipfels standen die
Verhandlungen über die Zukunft des Kyoto-Protokolls
nach Ablauf der ersten Periode 2012. Es wurde in zwei
Formationen verhandelt: Zum einen im Kreis der
Kyoto-Parteien, zum anderen auf Grundlage der
Klimarahmenkonvention von 1992. In letzterem
Verhandlungsrahmen waren auch die USA beteiligt. Obwohl es
bei dem Treffen zu keinem substantiellen Durchbruch kam,
werden von den Autoren zwei wichtige Tendenzen
hervorgehoben: Die Stärkung des Kyoto-Protokolls und
die politische Isolation der US-Administration. [pdf]
-
The Role of the Carbon Market in Future Climate
Policy
von Henrik Hasselknippe, in: Intereconomics Review of European
Economic Policy, März/April 2006, S. 74-77
Der Handel mit Emissionszertifikaten ist ein integraler
Bestandteil des Kyoto-Protokolls. Ziel ist es,
Investitionen an die Orte zu lenken, an denen die Reduktion
von Treibhausgas-Emissionen verhältnismäßig
kostengünstig ist. Zum Jahresbeginn 2005 trat das
weltweit größte Handelssystem dieser Art in
Kraft: Das "EU Emission Trading Scheme". Doch auch
über die Industriestaaten hinaus sollen mit dem "Clean
Development Mechanism" und der "Joint Implementation"
reduktionssenkende Projekte realisierbar und im Rahmen der
Kyoto-Verpflichtungen anrechenbar werden. Der Artikel gibt
einen Überblick über Aktivitäten und
Entwicklungen auf diesen Emissionsmärkten und einen
kurzen Ausblick auf mögliche künftige
Entwicklungen. [pdf]
-
Klimapolitik mit China und den USA nach 2012
von Claudia Kemfert, in:
DIW Wochenbericht 31/2005, S. 463-467
Wie teuer ist Klimaschutz? Die Antworten auf diese Frage
divergieren stark. Ein wichtiger Faktor bei ihrer
Beantwortung ist jedoch die Bestimmung der teilnehmenden
Akteure. Die Autorin des Textes untersucht drei Szenarien
der künftigen Klimapolitik: Im ersten Szenario geht
sie von einer Treibhausgasreduktion in Europa, Russland,
Japan und auch den USA von jährlich drei Prozent bis
2050 aus. In einem zweiten Szenario werden zusätzlich
Emissionsrechte in Höhe des geschätzten
Emissionsverlaufs bis 2020 an China vergeben, die es am
Markt verkaufen kann. Im dritten Szenario wird dieses
Verfahren von China auf Indien, Südamerika und Afrika
ausgeweitet. Das Ergebnis: Bei einer Teilnahme der
genannten Akteure am Klimaschutz, könnten ca. 500
Milliarden Euro eingespart werden. [pdf]
-
"Kyoto plus" - Strategien globaler Klimapolitik im 21.
Jahrhundert
von Bernd Brouns, Stefan Lechtenböhmer, Jochen
Luhmann, in: Wuppertal Institut für Klima,
Umwelt, Energie, Jahrbuch 2004/05, S. 57-98
Die internationale Klimapolitik wird von vielen Faktoren
beeinflusst: der Erderwärmung, wissenschaftlichen
Unsicherheiten, der wachsenden Weltbevölkerung, der
Entwicklung großer Schwellenländer und von
Fortschritten und hohen Erwartungen bezüglich
innovativer Technologien. Die Autoren untersuchen diese
Tendenzen und sehen die multilaterale Klimapolitik an einem
Scheideweg. Sie erkennen zwei mögliche
Entwicklungslinien: den "Kyoto-Pfad" und dessen Betonung
verbindlicher Reduktionsziele sowie den "Policies and
Measures-Pfad". Bei letzterem liegt der Schwerpunkt auf der
finanziellen Unterstützung innovativer Technologien.
Doch welcher Pfad ist erfolgversprechender? Die Autoren
insistieren, dass nur mit einer Kombination beider
Ansätze die Herausforderung des Klimawandels zu
bewältigen ist. [pdf]
-
[Weitere Analysen bei weltpolitik.net]
-
[Weitere Analysen im Internet]
Dokumente
Ausgewählte Literatur
Aktuelle Literatur
erstellt von der Bibliothek und Dokumentationsstelle der DGAP,
Stand September 2006
Links
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