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Geschichte der IRA

Benjamin Baltzer

Der Vorläufer der IRA war die, 1858 in New York gegründete "Fenion Society". Sie wurde später als die Irische Republikanische Brüderschaft (eng: Irish Republican Brotherhood; IRB) bekannt. Mitglieder der IRB verpflichteten sich zur Errichtung einer unabhängigen Irischen Republik. Während des Osterfests 1916 versuchten Kämpfer der IRB einen Aufstand in Irland hervorzurufen und nahmen zentrale Positionen in Dublin ein. Der Aufstand wurde durch die britische Armee schnell niedergeschlagen und die Anführer hingerichtet.

Im September 1919 erklärte eine Proklamation des britischen Militärs das im Januar dieses Jahres ausgerufene irische Parlament für rechtswidrig. Dies führte noch zu einer Erhöhung der Spannung im Lande. Die IRA, eine militante Organisation hervorgehend aus der IRB, fing an mit Guerrilla Taktik die britischen Armee- und Polizeitruppen zu bekämpfen. Ihre Kampagne gegen die britischen Streitkräfte resultierte in der Gründung des irischen Freistaates.

Im Jahr 1920 wurde das "Government of Ireland Act" (Irlandsregierungsgesetz) verabschiedet. Es sah die Teilung des Landes mit der Gründung von zwei Parlamenten im Nordosten und Süden vor. Im Dezember wurde ein Abkommen zwischen irischen Nationalisten und Großbritannien unterzeichnet. Die IRA spaltete sich zwischen denjenigen die das Abkommen akzeptierten und denjenigen die es ablehnten auf; die letzteren behielten den Namen bei und forderten die Wiedervereinigung Irlands. Der Bürgerkrieg dauerte bis Mai 1923, als ein Waffenstillstand erklärt wurde.

Seit dieser Zeit tauchte die IRA von Zeit zu Zeit auf um ihren Kampf wieder aufzunehmen. In den dreißiger und sechziger Jahren kam es in Nordirland zu einer Reihe von Attentaten, die von der IRA durchgeführt wurden. Insbesondere zwischen 1956 und 1962 gab es ungefähr 500 Zwischenfälle, meistens an der Grenze zu Irland. Die IRA-Kämpfer wurden jedoch häufig sowohl von der irischen und britischen Regierung festgenommen. Ihre Bedeutung und Einfluss auf die Bevölkerung von Nordirland war kurz von dem Ausbruch der Unruhen Ende sechziger Jahre jedoch sehr begrenzt.

Die Katholiken waren in Nordirland von Anfang an eine benachteiligte Minderheit. Im Jahre 1968 haben Katholiken in Nordirland eine große Demonstration gegen diese Diskriminierung organisiert. Sie wurde von der Polizei mit Einsatz von Gewalt aufgelöst. Dies löste monatelange Zusammenstösse zwischen Protestanten und Katholiken aus.

Die Politik von Dublin führte zu einer Splitterung der IRA. Die radikalen Mitglieder der Organisation gründeten eine neue Gruppierung. Von diesem Zeitpunkt an gab es zwei Fraktionen, die alte IRA - Official IRA (Officials) und die neue, die sogenannte Provisional IRA (Provos). Die Official IRA erklärte in Sommer 1972 einen Waffenstillstand und seit dieser Zeit benutzt man den Namen "IRA" im Bezug auf die Provisional IRA.

Die neue Organisation hat Mitglieder sowohl unter Kämpfern vorheriger Kampagnen als auch unter jungen Leuten gewonnen. Nach dem ersten Jahr hatte sie schon anderthalb Tausend Mitglieder, darunter 800 in Nordirland. Die Provisional IRA begann eine Jahre andauerndeTerrorkampagne. Unter Gräueltaten, die von IRA begangen wurden gab es Bombenanschläge in Birmingham and Guildford (1974) mit vielen Opfern.

Infolge einer Reihe von Verhaftungen Ende der siebziger Jahre wurde die Struktur der IRA grundsätzlich geändert. Die Organisation wurde in kleine "Zellen" unterteilt um die Folgen einer Festnahme von Mitglieder zu minimalisieren. Die IRA wusste Propaganda geschickt zu nutzen, um sich Unterstützung seitens der katholischen Gemeinschaft in Nordirland zu sichern. Zu den markantesten gehörten folgende Zeitpunkte: Erschießung von 13 Zivilisten in Londonderry durch britische Soldaten (1972) und Todesfälle bei Hungerstreiks von Inhaftierten IRA-Kämpfern Anfang der achtziger Jahren.

Zehn Jahre später kamen die beiden Konfliktparteien zum Entschluss, dass sie nicht imstande waren ihre Ziele durchzusetzen. Die IRA einerseits war sich dessen bewusst, dass sie die britische Regierung nicht aus Nordirland vertreiben konnte, London andererseits stellte fest, dass es nicht möglich war die IRA zu vernichten. Die britische Regierung fing also heimlich an mit dem politischen Flügel der IRA, Sinn Fein, zu verhandeln. Der Durchbruch in den Verhandlungen gelang aber nicht, weil der britische Regierungschef John Major die Fortsetzung der Verhandlungen von der Entwaffnung der IRA abhängig machte.

Der Waffenstillstand, der von der IRA 1994 erklärt wurde, dauerte nur bis 1996, als die IRA, angesichts "ungenügenden politischen Willen" seitens Londons und mangels erhoffter Fortschritte in Verhandlungen, neue Terrorkampagne wieder aufnahm. Der Sieg der Labour Party im folgenden Jahr hat den Weg zu erneuten Friedensverhandlungen gebahnt, die mit dem sogenannten "Good Friday Agreement" (Karfreitag Abkommen) am 30. April 1998 endeten.


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Jahrbuch Internationale Politik: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik
von Josef Braml, Karl Kaiser, Hanns W. Maull, Eberhard Sandschneider, Klaus Werner Schatz (Hrsg.)

Veröffentlicht am 2. Juni 2008

Das neu konzipierte Standardwerk der internationalen Politik bietet eine systematisch-vergleichende Analyse eines aktuellen Themas: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik. Autorinnen und Autoren sind renommierte deutsche Experten sowie maßgebliche Repräsentanten der operativen Politik, des Bundeskanzleramts, des Bundestags und von Bundesministerien. Neben der wechselseitigen Politikberatung leistet das Jahrbuch – in Zusammenarbeit mit den Medien und anderen Multiplikatoren – auch Öffentlichkeitsberatung.

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