Benjamin Baltzer
| Name: |
Mujahedin-e Khalq Organization (MEK o. MKO), |
| Beschreibung: | Die MEK Philosophie verbindet Marxismus mit Islam. Nach ihrer Gründung in den 60er Jahren wurde die Organisation nach der Islamischen Revolution von 1979 aus dem Iran ausgewiesen. Die Geschichte der MEK ist geprägt von sowohl anti-westlichen Anschlägen als auch terroristische Angriffe gegen die Interessen der religiösen Führung Irans im Land selbst und ausserhalb. Die MEK tritt für ein säkulares iranisches Regime ein. |
| Aktivitäten: | Die weltweite Kampagne gegen die iranische Regierung legt die Betonung auf Propaganda und gelegentliche terroristische Gewalt. In den 70er Jahren war die MEK für die Tötung von amerikanischen Soldaten und Zivilisten verantwortlich, die an Rüstungsprojekten in Teheran gearbeitet hatten. 1979 unterstützte sie die Übernahme der amerikanischen Botschaft in Teheran. Im Jahr 1981 zündete die MEK mehrere Sprengsätze in dem Hauptsitz der Islamischen Republikanische Partei und im Büro des Premierministers. Bei den Anschlägen kamen an die 70 hochrangigen iranischen Beamten ums Leben, unter ihnen der Präsident des obersten Gerichtshofes Ayatollah Mohammad Beheshti, der Präsident Mohammad-Ali Rajaei und der Premier Mohammad-Javad Bahonar. Zu Ende des Iran-Irak Krieges (1980-1988) stattete Baghdad die MEK mit militärischer Ausrüstung aus und schickte sie gegen die iranischen Streitkräfte ins Feld. 1991 unterstützte die Gruppierung das irakische Regime bei der Unterdrückung der schiitischen und kurdischen Aufstände im Süden und kurdischer Aufstände im Norden Iraks. Von 1991 bis 2003 übte die MEK interne Sicherheitsaufgaben für das irakische Regime aus. Im April 1992 führte die MEK nahezu gleichzeitig stattfindende Anschläge auf iranische Botschaften und Einrichtungen in dreizehn Ländern durch. Damit demonstrierte sie ihre Fähigkeit zur Ausführung groß-angelegter Operationen im Ausland. In den letzten Jahren zielte die MEK mit ihren Anschlägen auf militärisches Führungspersonal und verübte im April 1999 einen tödlichen Anschlag auf den stellvertretenden Chef des Generalstabs der iranischen Streitkräfte. Im April 2000 versuchte die Gruppierung den Kommandanten des Nasr-Hauptquartiers – einer überbehördlichen Einrichtung, die für die politischen Richtlinien gegenüber dem Irak zuständig ist – zu töten. Die normale Tempo von anti-iranischen Operationen erhöhte sich im Rahmen der „Operation Great Bahman“ im Februar 2001, bei dem die MEK mehr als ein Dutzend Angriffe gegen den Iran führte. 2000 und 2001 war die MEK involviert in Mörserangriffe und Handstreiche gegen iranische Militär- und Polizeieinheiten und Regierungsgebäude in der Nähe der iranisch-irakischen Grenze obwohl terroristische Aktivitäten der MEK während des restlichen Jahres 2001 nachließen. Seit dem Ende des Iran-Irak Krieges hat die Taktik der Gruppierung keine wesentlichen militärischen Erfolge gebracht und bestimmte den Alltag. MEK Guerillaaktionen in Teheran stellen die größte Bedrohung für die iranische Führung dar. So führte die MEK im Februar 2000 beispielsweise einen gezielten Mörserangriff auf einen Hauskomplex der iranischen Führung in der Hauptstadt durch, in dem sich die Büros des Revolutionsführers und des Präsidenten befinden. Dabei wurde der iranische Generalstabschef getötet. |
| Stärke: | Einige tausend Kämpfer sind im Irak verteilt; die meisten sind in der Nationalen Befreiungsarmee (NLA) organisiert. Einige NLA verfügten bis zum Sturz Saddam Husseins über Kampfpanzer, gepanzerte Fahrzeuge und schwere Artillerie. Im Rahmen des Waffenstillstandsabkommen mit den U.S. Streitkräften vom 16. April wird das Waffenmaterial an amerikanische Truppen übergeben. Seitdem bezieht die MEK ihre Unterstützung allein aus Übersee. |
| Operationsbasis: | In den 80er Jahren wurde die Führungsspitze der MEK durch iranische Sicherheitskräfte gezwungen nach Frankreich zu fliehen. Nachdem sie sich 1987 im Irak ansiedeln konnten, waren alle bewaffneten Einheiten bis 2003 in befestigten Lagern in der Nähe der iranischen Grenze stationiert. Seit dem Waffenstillstandsabkommen vom 16. April 2003 werden diese Lager zum Teil aufgelöst oder von U.S. Einheiten weiter genutzt. |
| Externe Hilfe: | Seit dem Ende der irakischen Militärhilfe und finanziellen Unterstützung kann die MEK nur noch auf ihre Deckorganisationen zurückgreifen, die Gelder von ausgewanderten oder ausgebürgerten iranischen Gemeinschaften sammeln. |
Quellennachweis:
U.S. Department of State, Patterns of Global Terrorism
http://www.state.gov/s/ct/rls/pgtrpt/2002/html/19991.htm
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