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Einführung

Benjamin Baltzer

Name:

Qa‘idat al-Jihad
dt: Internationale islamische Front für den Heiligen Krieg gegen Juden und Kreuzritter
en: Islamic Army for the Liberation of the Holy Places
World Islamic Front for Jihad Against Jews and Crusaders

Beschreibung: Osama bin Laden schuf al-Qaida (dt: „die Basis“) in den späten 80er Jahren, um Araber zusammenzubringen, die gegen die Sowjetunion in Afghanistan kämpften. Er half islamische Extremisten im afghanischen Widerstand zu finanzieren, rekrutieren, transportieren und zu trainieren. Die Ideologie al-Qaida‘s zielt auf die Etablierung eines pan-islamischen Kalifats auf der ganzen Welt ab. Dies soll durch die Zusammenarbeit mit verbündeten radikal-islamischen Gruppen geschehen. Zusammen sollen „nicht-islamische“ Regierungen gestürzt werden und Personen mit westlicher Zugehörigkeit und Nicht-Muslime aus muslimischen Ländern verwiesen werden, speziell aus Saudi-Arabien. In einer Stellungnahme unter dem Namen "Internationale islamische Front für den Heiligen Krieg gegen Juden und Kreuzritter" im Februar 1998 heißt es, daß es die Pflicht aller Muslime sei, U.S. Bürger – ganz gleich ob Zivilisten oder Soldaten – und ihre Verbündeten auf der ganzen Welt zu töten. Al-Qaida schloß sich im Juni 2001 mit der ägyptischen Gruppe „Al Jihad“ (en: Egyptian Islamic Jihad) zusammen.
Aktivitäten:

Am 28. November 2002 führte al-Qaida einen Bombenanschlag auf ein Hotel in Mobasa, Kenia aus. Dabei wurden 15 Menschen getötet und 40 verletzt. Es wird vermutet, daß al-Qaida auch den Bombenanschlag auf einen Nachtclub auf Bali am 12. Oktober 2002 unterstützte, bei dem 180 Menschen ums Leben kamen. Die Gruppe war verantwortlich für den Anschlag auf amerikanische Soldaten am 8. Oktober 2002 in Kuwait, der einem Soldaten das Leben kostete und einen anderen verwundete. Al-Qaida leitete einen Selbstmordanschlag auf den Öltanker „MV Limburg“ vor der jemenitischen Küste. Hierbei wurde ein Mensch getötet und vier weitere verletzt. Am 11. April verübte die Gruppe einen Brandbombenanschlag auf eine Synagoge in Tunesien, der 19 Tote und 22 Verletzte zur Folge hatte, darunter 14 tote deutsche Touristen. Am 11. September 2001 kaperten 19 Terroristen 4 kommerzielle Flugzeuge und steuerten zwei in das World Trade Center in New York, eins in das Pentagon; das vierte stürzte auf ein Feld bei Shanksville, Pennsylvania . Die Zahl der Toten und Vermißten liegt bei 3000. Unter der Führung von al-Qaida rammt ein Selbstmordkommando in einem mit Sprengstoff beladenen Boot die „USS Cole“ in dem Hafen von Anden, Jemen. 17 Marinesoldaten werden getötet, 39 weitere verletzt (12. Oktober 2000). Die Gruppe war verantwortlich für die Bombenanschläge auf die U.S. Botschaften in Nairobi, Kenia und Dar es Salaam, Tansania im August 1998. Sie kosteten mindestens 301 Personen das Leben und verletzten mehr als 5000 weitere. Al-Qaida behauptet für den Abschuß von U.S. Helikoptern über Mogadischu, Somalien im Oktober 1993 und für drei weitere Attentate auf U.S. Truppen in Anden, Jemen im Dezember 1992 verantwortlich zu sein.

Al-Qaida wird mit folgenden Plänen in Verbindung gebracht, die in verhindert werden konnten oder nicht ausgeführt wurden: Ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Manila 1994, die Ermordung Bill Clintons während seines Besuches auf den Philippinen im Frühjahr 1995, Bombenanschläge auf ein Dutzend sich über dem Pazifik befindende U.S. Flugzeuge 1995 und ein Bombenanschlag auf den Los Angeles International Airport 1999. Die Gruppe wurde ebenfalls verdächtigt Terrorangriffe gegen amerikanische und israelische Touristen in Jordanien zur Milleniumsfeier durchführen zu wollen. (Jordanische Behörden vereitelten die Anschläge und stellte 29 Verdächtigte vor Gericht). Im Dezember 2001 versuchte der Brite Richard Colvin Reid, dem die Mitgliedschaft in al-Qaida vorgeworfen wird, eine „Schuhbombe“ auf einem transatlantischen Flug von Paris nach Miami zu zünden. Al-Qaida wird der Versuch angelastet, im November 2002 eine israelische Chartermaschine beim Abheben vom Mombaser Flughafen mit einer Flugabwehrrakete abschießen zu wollen.

Stärke: Es wird vermutet, daß al-Qaida über mehrere tausend Mitglieder und der Gruppe nahe stehende verfügt. Die Verhaftung von hochgestellten Al-Qaida Mitgliedern hat mehrere Anschläge verhindern können. Die Gruppe dient auch als Anlaufpunkt oder Dachorganisation für ein weltweites Netzwerk, daß viele islamistische Extremistengruppen unterstützt, u.a. Mitglieder der al-Gama’a al-Islamiyya, der Islamischen Bewegung Usbekistans und der Harakat ul-Mujahidin.
Operationsbasis: Al-Qaida’s Zellen sind weltweit verstreut und werden durch die Verbindungen mit anderen extremistischen Netzwerken verstärkt. Bis zum Fall des Taliban-Regimes im Herbst 2001 im Rahmen der Operation: Enduring Freedom führte Al-Qaida ihre Operationen von Afghanistan aus. Seitdem verteilt sich Al Qaida in kleine Gruppen im Bereich Südasien, Südostasien und dem Mittleren Osten. Es ist anzunehmen, daß die Gruppe weitere Anschläge gegen U.S. Interessen plant.
Externe Hilfe: Al-Qaida führt Deckunternehmen, erbittet Spenden von einer gleichgesinnten Anhängerschaft und schöpft unerlaubt Mittel ab, die für muslimische Wohltätigkeitsorganisationen bestimmt sind.

Quellennachweis für Text:
U.S. Department of State, Patterns of Global Terrorism
http://www.state.gov/s/ct/rls/pgtrpt/2002/html/19991.htm


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Jahrbuch Internationale Politik: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik
von Josef Braml, Karl Kaiser, Hanns W. Maull, Eberhard Sandschneider, Klaus Werner Schatz (Hrsg.)

Veröffentlicht am 2. Juni 2008

Das neu konzipierte Standardwerk der internationalen Politik bietet eine systematisch-vergleichende Analyse eines aktuellen Themas: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik. Autorinnen und Autoren sind renommierte deutsche Experten sowie maßgebliche Repräsentanten der operativen Politik, des Bundeskanzleramts, des Bundestags und von Bundesministerien. Neben der wechselseitigen Politikberatung leistet das Jahrbuch – in Zusammenarbeit mit den Medien und anderen Multiplikatoren – auch Öffentlichkeitsberatung.

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