Stormy Mildner
Unter Weltwirtschaft versteht man grundsätzlich alle Beziehungen und Verflechtungen, die durch den internationalen Handel, Bewegung von Kapital und Arbeit zwischen den Volkswirtschaften entstehen. Die Weltwirtschaftsordnung ist das System aller vertraglichen Regelungen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Als Weltfinanzsystem bezeichnet man die zugrundeliegende Mikrostruktur für die Abwicklung von Finanzaktionen, wobei die Finanzinstitute und Märkte für Finanztransaktionen das Rückgrat des Weltfinanzsystems bilden. Das Weltwährungssystem ist die Gesamtheit aller institutionellen und praktischen Regelungen, die die reibungslose Durchführung zwischenstaatlicher wirtschaftlicher Transaktionen gewährleisten. Zu diesen Transaktionen zählen insbesondere der Zahlungs- und Kreditverkehr. Zum Weltwährungssystem gehören vor allem die Vereinbarungen, die innerhalb des IWF, der OECD, BIZ und der EU getroffen werden.
Unter Währungspolitik versteht man erstens die Maßnahmen eines Staates, deren Ziel es ist, die Volkswirtschaft mit den notwendigen Zahlungsmitteln zu versorgen. Zweitens sollen durch die Währungspolitik sowohl der monetäre Rahmen für die außenwirtschaftlichen Beziehungen gesetzt als auch der Außenwert der Währung reguliert werden.
Werden die Regierungen von keinen internationalen Vereinbarungen eingeschränkt, verfügen sie über folgende Instrumente der Währungspolitik:
1. Abwertungen: Durch die Abwertung der Währung soll die Wettbewerbsfähigkeit der Exportgüter verbessert werden. Durch die Abwertung der Währung sollen die inländischen Exportgüter billiger, die Importe von ausländischen Produkten teurer werden, wodurch die Exporte steigen, die Importe sinken sollen.
Marshall-Lerner Bedingung: Die Marshall-Lerner Bedingt sagt hierzu: Um bei einer realen Abwertung eine Verbesserung der Leistungsbilanz zu erreichen, muss die Summe der Nachfrageelastizitäten der Importe und der Exporte eines Landes größer als 1 sein. Wird diese Bedingung erfüllt, so ist der Effekt einer realen Abwertung insgesamt größer als der Preiseffekt. Ist die Nachfrageelastizität kleiner als Null, so werden zwar die Exporte billiger, nehmen jedoch nicht zu, um den Verlust aus dem Preiseffekt (steigende Importpreise) auszugleichen.
Robinson-Bedingung: Die Marshall-Lerner Bedingung gilt bei unendlichen Elastizitäten des Export- und Importangebots. Wird dies nicht mehr angenommen, so kann es auch zu einer Verbesserung der Leistungsbilanz kommen, wenn die Summe der Nachfrageelastizitäten der Importe und Exporte eines Landes kleiner als 1 sind. Die Erklärung hierfür ist, dass bei einer Abwertung die Exporte billiger werden und die Exportnachfrage steigt, aber aufgrund eines nicht ganz elastischen Exportangebots der Preis der Exporte wieder ansteigt. So kann es auch hier zu einer Verbesserung der Leistungsbilanz kommen.
J-Kurven-Effekt: Kurzfristig führt eine Abwertung zu einer Verschlechterung der Leistungsbilanz. So bleiben kurzfristig die Importe als auch die Exporte des Inlandes gleich, da die Nachfrage kurzfristig unelastisch ist. Gründe hierfür sind: 1. Export- und Importmengen sind vertraglich für bestimmte Zeiträume festgelegt sind; 2. Konsumgewohnheiten der Verbraucher sind kurzfristig starr. Da die Kosten für die Importe des Inlandes steigen, verschlechtert sich die Leistungsbilanz des Inlandes kurzfristig. Langfristig werden jedoch die Importe des Inlandes abnehmen. Gleichzeitig werden die Waren des Inlandes billiger, so dass mehr exportiert wird. Die Leistungsbilanz wird längerfristig positiv. Dieser Effekt wird als J-Kurveneffekt beschrieben:
Dieser positive Effekt kann jedoch leicht verloren gehen. So kann diese Politik (die Manipulation des Wechselkurses zugunsten der nationalen Wirtschaft auf Kosten der Handelspartner) zu handels- oder wechselkurspolitischen Vergeltungsmaßnahmen und einer internationalen Abwertungsspirale führen. Diese Politik der Währungsabwertung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit wird als „Beggar thy neighbour policy“ beschrieben.
Weiter kann der positive Effekt verloren gehen, wenn die Preissteigerungen, die durch den Preisanstieg der Importgüter und die expansive Wirkung der Abwertung auf das Volkseinkommen ausgelöst werden, nicht durch die heimische Geldpolitik eingedämmt werden.
2. Aufwertung: Mit einer Aufwertung wird der gegenteilige Effekt einer Abwertung erzielt. Diese wird nur im Falle extremer Exportüberschüsse und eines drohenden Inflationsimports durchgeführt.
3. Intervention der Notenbanken: Interventionen finden prinzipiell statt, um die richtigen Relationen zwischen den Währungen zu finden. Sie dienen also der „Kursglättung“. Wird durch die Intervention nicht nur eine Kursglättung angestrebt, ist das Ziel der Interventionspolitik ähnlich wie im Fall der Auf- und Abwertung zu bewerten
Geldpolitik ist die Gesamtheit der staatlichen Maßnahmen, die das Ziel haben, das Geldwesen zu gestalten und den Geldwert zu stabilisieren. Die Instrumenten der Geldpolitik sind alle von einer Zentralbank genutzten Instrumente zur Versorgung der Kreditinstitute mit Zentralbankgeld, darunter: Offenmarktgeschäfte, Mindestreserve, Diskont-Lombardsatz.
Erfassung der wirtschaftlichen Transaktionen mit dem Ausland in einer Periode. (In einer Bilanz werden Transaktionen in einer Periode (Stromgröße), nicht zu einem Zeitpunkt erfasst.)
Die Zahlungsbilanz unterteilt sich in die Leistungsbilanz und die Kapitalverkehrsbilanz (oft nur Kapitalbilanz genannt).

Leistungsbilanz:
1) Handelsbilanz: (Warenverkehr) Export - Import.
In der Handelsbilanz (auch Außenhandelsbilanz genannt) werden die Exporte und Importe von Waren erfasst. Im Handelsbilanzsaldo wird dargestellt, ob mehr Waren importiert oder exportiert werden.
2) Dienstleistungsbilanz: In der Dienstleistungsbilanz werden die Ex-und Importe von Dienstleistungen erfasst.
Werden die Salden aus Handels- und Dienstleistungsbilanz zusammengefaßt, erhält man den Außenbetrag zum Bruttoinlandsprodukt.
3) Übertragungsbilanzsaldo: Gegenbuchung zu einseitigen Transfers, z.B. Beiträge an internationalen Organisationen. Es handelt sich um Übertragungen, wenn keine Gegenleistung erfolgt.
4) Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen: Hier werden die an das Ausland geleisteten Erwerbs- und Vermögenseinkommen (z.B. Zinsen und Löhne) verbucht.
2. Kapitalverkehrsbilanz: Veränderung der Kapitalforderungen in einer Periode: hier werden Veränderungen von Forderungen bez. Verbindlichkeiten des Inlands gegenüber dem Ausland erfaßt. Saldo: Kapitalimport - Kapitalexport.
Zur Kapitalbilanz gehören die Devisenbilanz (Veränderungen von Forderungen bez. Verbindlichkeiten der Zentralbank des Inlands gegenüber dem Ausland) und die Kapitalbilanz im engeren Sinn, KE (ohne die Auslandstransaktionen der Zentralbank). Die Kapitalbilanz im engeren Sinn wird eingeteilt in: Direktinvestitionen, Wertpapieranlagen, Kapitalverkehr und sonstige Transaktionen.
3. Bilanz der ungeklärten Restposten: Viele Transaktionen der Zahlungsbilanz sind nur schwer zu erfassen. Insbesondere im Bereich der Dienstleistungen ist die Erfassung schwierig. Dies führt zusammen mit der unabhängigen Erfassung der Teilbilanzen der Zahlungsbilanz dazu, dass sich die Salden der Teilbilanzen nicht zu Null addieren. In der Bilanz der ungeklärten Restposten werden Größen, die statistisch nicht aufgliederbar (aufgegliedert werden können) sind, erfasst.
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Teilbilanz |
Aktivseite |
Passivseite |
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Handelsbilanz |
Warenexporte |
Warenimporte |
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Dienstleistungsbilanz |
Dienstleistungsexporte |
Dienstleistungsimporte |
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Übertragungsbilanz |
Empfangene Übertragungen |
Geleistete Übertragungen |
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Kapitalbilanz |
Kapitalimporte |
Kapitalexporte |
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Devisenbilanz |
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Veränderung der Auslandsposition der Bundesbank |
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Ungeklärter Restposten |
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Die genauere Verbuchung der einzelnen Komponenten erfolgt je nach Land unterschiedlich. Für die internationale Kommunikation ist das folgende Vokabular nützlich: die Balance of Payments (Zahlungsbilanz) besteht aus Current Account (Leistungsbilanz) und Capital Account (Kapitalverkehrsbilanz).
In der Theorie sollten Leistungsbilanz- und Kapitalverkehrsbilanz-Ungleichgewichte einander immer ausgleichen und die Zahlungsbilanz im Gleichgewicht sein. EinLand, das mehr importiert als exportiert, also ein Leistungsbilanzdefizit hat, muss dieses Defizit finanzieren, indem es mehr Kapital importiert als es exportiert (ein Kapitalbilanzüberschuss). Insgesamt tätigt jedes Land genau im Umfang seines Leistungsbilanzüberschusses Kapitalexporte, beziehungsweise tätigt Kapitalimporte in Höhe seines Leistungsbilanzdefizits.
Die Funktionsweise dieser Mechanismen ist grundlegend von den institutionellen Rahmenbedingungen und von dem gewählten Währungssystem abhängig. In der Theorie gleichen die Marktkräfte bei freien Wechselkursen und freiem Kapitalverkehr jedes Zahlungsbilanzungleichgewicht automatisch wieder aus. Zu den Ausgleichsmechanismen zählen:
Wenn einzelne Mechanismen allerdings nicht greifen, kann eine Volkswirtschaft in Schwierigkeiten geraten. Trotz steigender Zinssätze können ausländische Investitionen ausbleiben, wenn das Risiko des Investitionsstandorts als zu hoch eingeschätzt wird. Trotz einer Abwertung der inländischen Währung kann der Exportsektor weiter angeschlagen bleiben, weil keine attraktiven Produkte für den Weltmarkt vorhanden sind. Die Folge sind ständig wachsende Schulden, Arbeitslosigkeit und Armut. Zahlungsbilanzdefizite entstehen demnach zum Beispiel durch sehr große Importmengen, denen keine entsprechenden Exporte gegenüberstehen oder durch mangelnde ausländische Investitionen in dem betreffenden Land. Sie sind typisch für viele Entwicklungsländer, denen ein funktionsfähiger Exportsektor und die Attraktivität für ausländische Direktinvestitionen fehlen. Ein Zahlungsbilanzdefizit führt zu Devisenmangel, weil die Exporte und Investitionen nicht in demselben Maße ausländische Währung ins Land bringen, wie sie zur Bezahlung der Importe benötigt werden. Der IWF wurde in Bretton Woods gegründet, um solche Marktunvollkommenheiten auszugleichen und im System fester Wechselkurse nach 1949 Volkswirtschaften mit Zahlungsbilanzdefiziten mit Hilfe von Krediten und Strukturanpassungsvorschlägen zu unterstützen.
Bei Zahlungsbilanzproblemen haben die Regierungen folgende Möglichkeiten:
Finanzierung ist bei vorübergehenden und reversiblen Zahlungsbilanzdefiziten sinnvoll, während Korrekturen bei anhaltenden Zahlungsbilanzdefiziten durchgeführt werden sollten. Auhc eine Kombination aus beiden Strategien ist möglich.
Hierbei handelt es sich um die Gesamtheit der finanziellen, nicht direkt durch den Waren- oder Dienstleistungsverkehr beeinflussten, Transaktionen. Unter dem Begriff "Internationaler Kapitalverkehr" versteht man also einen grenzüberschreitenden Austausch von Finanzaktiva, entweder als Kapitalexport oder Kapitalimport, denominiert in inländischer oder ausländischer Währung. Unterschieden wird zwischen 1. autonomen und induzierten internationalen Kapitalbewegungen (d.h. aus unabhängig gemachten Entscheidungen oder aus Saldenänderungen resultierende internationale Kapitalbewegungen); 2. kurzfristige versus langfristige Kapitalbewegungen wie Direktinvestitionen (FDI) und Portfolioinvestitionen; 3. unentgeldliche internationale Kapitalbewegungen wie Entwicklungshilfe (hauptsächlich motiviert durch moralische, humanitäre Erwägungen) und entgeldliche internationale Kapitalbewegungen.
Bei internationalen Kapitalbewegungen handelt es sich um Transaktionen zwischen Volkswirtschaften, die eine Änderung der Höhe ihrer Nettoauslandsposition zur Folge haben und in der Zahlungsbilanz erfasst werden .
Kapitalexporte: Kauf einer auf ausländische Währung laufenden Forderung durch inländische Wirtschaftssubjekte. Dadurch verbessert sich die Gläubigerposition des Inlandes gegenüber dem Ausland. In anderen Worten: Inländer erwerben verzinsliche Forderungen gegenüber dem Ausland, vergeben zum Beispiel Kredite. Ursachen für Kapitalexporte können Unterschiede im Zinsniveau, der Zinserwartungen oder dem Wirtschaftswachstum sein.
Kapitalimport: Ausländer erwerben verzinsliche Forderungen gegenüber dem Inland. Das heißt, dass ausländische Wirtschaftssubjekte eine auf inländische Währung laufende Forderung erwerben, wodurch eine Auslandsverschuldung entsteht.
Der Kapitalmarkt ist der Markt für langfristige (mindestens vier Jahre) Aktien und festverzinsliche Wertpapiere.
Man muss zwischen dem organisierten und nicht-organisierten Kapitalmarkt unterscheiden. Zum nicht-organisierten Kapitalmarkt zählen unter anderem die Kreditbeziehungen zwischen Unternehmen. Die ausgeprägteste Form des organisierten Kapitalmarkts ist die Börse. Der Kapitalmarkt wird durch den Staat und die Bundesbank beaufsichtigt und zur Verwirklichung von gesamtwirtschaftlichen Zielen beeinflusst.
Die Kapitalverkehrsfreiheit ist eine seit der Gründung der EG im Vertrag verankerte Grundfreiheit, die jedoch erst 1990 im Rahmen des EG Binnenmarktes vollständig umgesetzt wurde. Um die vollständige Kapitalverkehrsfreiheit zu erreichen, wurden zwischen 1960 und 1980 mehrere EG "Richtlinien zur Verwirklichung der Kapitalverkehrsfreiheit" erlassen. Dabei wurden die letzten Beschränkungen praktisch durch die Richtlinie von 1988, die 1990 in Kraft trat, aufgehoben.
Durch die Kapitalverkehrsfreiheit werden folgende Praktiken verboten:
Kapitalverkehrskontrollen sind administrative Behinderungen des internationalen Kapitalverkehrs. So werden zum Beispiel durch
Man muss zwischen nationalen (Kapitalverkehrskontrollen, die von nationalen Regierungen errichtet werden) und internationalen Kapitalverkehrskontrollen unterscheiden. Zu den internationalen Kapitalverkehrskontrollen gehört die sogenannte „Tobin Tax“ (Steuer auf internationale Kapitalbewegungen), die jedoch von der internationalen Staatengemeinschaft aufgrund fehlender Unterstützung (wirtschaftlich und politisch motiviert) nicht umgesetzt wurde.
Motiviert werden entgeldliche Kapitalbewegungen unter anderem durch Unterschiede in den nationalen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Zu diesen zählen:
Es gibt unterschiedliche Währungssysteme. Dazu zählen unter anderem das System fester Wechselkurse (wie das Bretton Woods System fester Wechselkurse von 1945-1973), die Währungsunion (wie die Europäische Währungsunion), der Goldstandard (wie im 19. Jahrhundert) und das System flexibler Wechselkurse (flexible Wechselkurse zwischen den G-8 Ländern heute).
Bei der Einführung eines Währungssystems ist zu beachten, dass die drei Ziele: 1. freier Kapitalverkehr, 2. Autonomie der Geldpolitik und 3. stabile Wechselkurse nicht gleichzeitig erreicht werden können. Sollen insbesondere die Wechselkurse stabil gehalten werden, muss man entweder auf eine eigenständige Geldpolitik wie im Goldstandards verzichten oder auf die Kapitalverkehrsfreiheit wie im Bretton Woods System fester Wechselkurse. Bevorzugt man eine Kapitalverkehrsfreiheit und möchte die Eigenständigkeit der Geldpolitik bewahren, so muss man die Stabilität der Wechselkurse aufgeben. Bevorzugt man ein System fester Wechselkurse bei einer gleichzeitigen Wahrung der eigenständigen Geldpolitik, so muss die Kapitalverkehrsfreiheit eingeschränkt werden.
Die Wahl des Währungssystems wird grundlegend von nationalen Interessen und internationalen Verflechtungen beeinflusst. Ein Land, das im hohen Maße von Exporten abhängig ist, enge Handelsbeziehungen mit seinen Nachbarn unterhält und in dem der Exportsektor politisch sehr einflussreich ist, wird ein System fester Wechselkurse befürworten. Beispiele hierfür sind das Europäische Währungssystem und die Europäische Währungsunion. Bei Beibehaltung der Kapitalmobilität und bei Einführung einer gemeinsamen Währung muss die nationale Geldpolitik aufgegeben werden. Ist für ein Land die eigenständige Geldpolitik wichtiger und der Finanzsektor sehr einflussreich, der Einschränkungen der Kapitalverkehrsfreiheit ablehnt, so wird das entsprechende Land Wechselkursstabilität zugunsten von Kapitalverkehrsfreiheit und Autonomie der Geldpolitik aufgeben. Ein Beispiel hierfür sind die USA seit den 1970er Jahren.
Es gibt folgende Wechselkursregime:
System flexibler Wechselkurse: In einem System flexibler (freier, floatender, schwankender) Wechselkurse ergibt sich der Gleichgewichtskurs durch das freie Spiel der Marktkräfte am Devisenmarkt: Devisenangebot und Devisennachfrage. Der Wechselkurs ist der Kurs, der Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht bringt. Umtausch der Devisen in Inlandswährung, beziehungsweise Umtausch der Inlandswährung in Devisen ist nur am Devisenmarkt, nicht bei der Zentralbank möglich.
System fester Wechselkurse: Im System fester Wechselkurse sind die Notenbanken, anders als im System flexibler Wechselkurse, verpflichtet, ausländische Währungen zu einem gesetzlich festgelegten oder vertraglich geregelten, fixierten Kurs in inländische Währung umzutauschen. Die Notenbanken sind verpflichtet, diesen Kurs zu halten. Im Falle eines Abwertungsdrucks auf die inländische Währung sind sie verpflichtet, diese auf dem Devisenmarkt anzukaufen, so dass das Angebot der inländischen Währung sinkt und folglich ihr Preis wieder steigt. Ist der Abwertungsdruck durch Inflation im Inland entstanden, müssen sie die Geldmenge reduzieren.
Wie wird nun der Interventionspunkt bei festen Wechselkursen festgelegt?
Hier ist die Interventionspflicht zumeist symmetrisch.
Unter einem nominellen Wechselkurs (Preisnotierung) versteht man den Preis einer ausländischen Währungseinheit ausgedrückt in Inlandswährung: 1 Pfund kostet 3,2 DM. Der Wechselkurs ist 1 zu 3,2. Beim Devisenkurs (Mengennotierung) ist dahingegen der Preis einer inländischen Währung in Auslandswährung angegeben.
In einem System fester Wechselkurse sind die Notenbanken durch Devisenkäufe verpflichtet, einen gesetzlich oder vertraglich festgelegten Kurs zu halten. Im System flexibler Wechselkurse ergibt sich der Wechselkurs durch Angebot und Nachfrage an den Devisenmärkten.
Unter einem realen Wechselkurs versteht man das Preisverhältnis zweier Güter in unterschiedlichen Währungsräumen. Es wird definiert als nomineller Wechselkurs mal ausländisches Preisniveau dividiert durch das inländische Preisniveau. Nimmt man nun an, dass ein ausländischer Warenkorb 100 Dollar kostet und der entsprechende Warenkorb 200 DM kostet und der Wechselkurs 1,50 ist, so ist der reale Wechselkur = 1,50 DM/Dollar mal 100 geteilt durch 200 = 0,75.
Die Bestimmung des realen Wechselkurses ist recht problematisch, da die Ermittlung repräsentativer und international vergleichbarer Warenkörbe sehr schwierig ist.
Effektiver Wechselkurs: Der effektive Wechselkurs ist kein bilateraler Wechselkurs, sondern ein multilateraler Wechselkurs. Er wird aus dem gewichteten Mittel bilateraler Wechselkurse ermittelt.
Unter dem Wechselkursrisiko versteht man das Risiko von Aufwertungen oder Abwertungen als Abweichungen vom Wechselkurs, mit dem die Kalkulation eines Angebotes erstellt wurde bis zum Zeitpunkt der Zahlung. Zur Absicherung können folgende Instrumente genutzt werden:
Unter Devisen versteht man sofort fällige Forderungen in ausländischer Währung. Devisen im weiteren Sinne sind Ansprüche auf Zahlungen in fremden Währungen an einem ausländischen Platz. Es sind zumeist Guthaben bei ausländischen Banken sowie auf Fremdwährungen lautende, im Ausland zahlbare Schecks und Wechsel.
Devisenbewirtschaftung (auch Devisenkontrolle): hierunter versteht man die partielle oder totale staatliche Regelung und Überwachung der Verwendung von Devisen, d.h. Regulierung der Devisenabflüsse und/oder -zuflüsse, in einem System fester Wechselkurse.
Die Börse ist der Markt (Treffpunkt von Angebot und Nachfage) für Wertpapiere, Devisen und bestimmte Waren, auf dem vereidigte Makler während der Börsenstunden Kurse (Preise) feststellen, die sich aus den bei ihnen vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträgen ergeben. Der Handel wird also nicht direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgeschlossen, sondern von dazu berechtigten Maklern, und die gehandelten Güter sind nicht physisch anwesend. Die Anleger beauftragen über ihre Bank einen Ausübung und Übertragung auf andere an den Besitz der Urkunde gebunden sind.
Außer in Frankfurt werden in Deutschland noch an sieben Regionalbörsen Wertpapiere gehandelt: Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart. International bedeutende Börsenplätze sind die New Yorck Stock Exchange ("Wall Street"), London und Tokio.
Spekulationsgeschäfte sind der Verkauf beziehungsweise Kauf einer Ware (eines Gutes, eines Wertpapiers, einer Devise) um bei einer Preisveränderung durch Wiederverkauf oder Wiederankauf einen Gewinn zu erzielen. Durch Spekulationen sollen also Preisänderungen in der Zeit ausgenutzt werden. Sollen Preisunterschiede im Raum, z.B. zwischen verschiedenen Börsenplätzen ausgenutzt werden, so handelt es sich hierbei um Arbitragegeschäfte.
Wertpapier sind Urkunde über Vermögensrechte, deren Ausübung und Übertragung auf andere an den Besitz der Urkunde gebunden sind. Die bekanntesten börsengehandelten Wertpapiere sind Aktien und Anleihen.
Aktien: Unter dem Begriff Aktie versteht man den Bruchteil des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft. Die Aktie ist demnach das Wertpapier, welches ein Anteilsrecht an einer Aktiengesellschaft festlegt und verbrieft. Dabei repräsentiert jede Aktie einen in einer beliebigen Währung ausgedrückten, nach der Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien, berechneten Anteil am Grundkapital der Aktiengesellschaft. Man kann zwischen verschiedenen Aktienformen wie z.B. Stammaktien, Vorzugsaktien und jungen Aktien unterscheiden, die teilweise besondere Bedingungen in Hinblick auf die Höhe von Dividendenzahlungen, das Stimmrecht oder bei Auflösung der AG verbriefen. Der Aktienkurs ist der Preis, zu welchem eine Aktie an der Börse gehandelt wird.
Anleihen: Unter Anleihen fallen Schuldverschreibungen, Obligationen und Bonds. Anleihen verbriefen eine schuldrechtliche Verpflichtung. Der Inhaber einer Anleihe hat Anspruch auf Verzinsung (zumeist feste Verzinsung) und Rückzahlung des Nominalbetrages. Dementsprechend besteht eine Anleihe im Allgemeinen aus zwei Elementen: 1. Im sogenannten Mantel wird die Rückzahlung zu 100% verbrieft, 2. auf dem Zinsschein bzw. Kupon werden die Zinskonditionen festgelegt.
Anleihen basieren auf einem Gläubiger-/Schuldnerverhältnis, nicht auf einem Beteiligungsverhältnis wie bei einer Aktie. Das heisst, dass Käufer einer Anleihe im Gegensatz zur Anlage in Aktien nicht zum Anteilseigner an einem Unternehmen, sondern Kreditgeber bzw. Gläubiger der emittierenden Institution werden.
Direktinvestitionen sind eine Form der Auslandsinvestitionen und gehören zu den langfristigen Kapitalströmen. Wesentliches Kennzeichen von FDI sind Beteiligungen am Eigenkapital und die dauerhafte Einflussnahme auf das unternehmerische Geschehen. (Erwerb von Immobilien, Gründung von Betriebsstätten oder Tochterunternehmen, Erwerb ausländischer Unternehmen, Beteiligung am Eigenkapital ausländischer Unternehmen).
Diese indirekte Investition ist Form der Auslandsinvestition. Durch Portfolioinvestitionen werden Forderungen im Ausland erworben, die keine direkten Eigentumsrechte begründen. Das heißt bei dem Erwerb von Anteilen an Unternehmen, dass hiermit kein wesentlicher Einfluss auf die Unternehmensführung erworben wird. Definitionsgemäß handelt es sich hierbei um Minderheitsbeteiligungen bis zu 10% des Kapitals eines Unternehmens oder eines Fonds.
Derivate sind Produkte, die von Kassapapieren wie Aktien, oder festverzinsliche Wertpapiere abgeleitet werden. Bei derivaten Finanzinstrumenten handelt es sich demnach um keine eigenständigen Anlageinstrumente, sondern um Rechte, deren Bewertung vornehmlich aus dem Preis und den Preisschwankungen und -erwartungen eines zugrundeliegenden Basisinstruments, zum Beispiel Aktien und Anleihen, abgeleitet ist. Zu den Aktienderivativen gehören die Aktienoptionen, Futures und Optionen auf Aktienindizes oder Aktienoptionsscheine. Zu den Zinsderivaten zähen: Zinsoptionen, Zinsfutures, Zinsoptionsscheine, Swaps, Caps, Collars, Floors und Forward Rate Agreements.
Termingeschäft:Unter Termingeschäfte fallen Geschäfte an der Börse wie Futures oder Options, bei denen die Erfüllung eines Vertrags zu einem am Abschlusstag festgelegten Kurs an einem späteren Termin erfolgt. Im Gegensatz zum Kassageschäft ist das Termingeschäft dementsprechend eine Börsentätigkeit, bei welcher der Erfüllung des Geschäftes ein späterer vereinbarter Zeitpunkt zugrunde liegt. Gehandelt werden können Güter aller Art wie Wertpapiere, Metalle, Waren.
Financial Futures: (Finanzterminkontakt) Ein Finanzterminkontakt ist ein Instrument des Finanzmarktes, das in den 1970er Jahren einerseits als Sicherungsinstrument (auch als "hedging" bezeichnet) gegen die zunehmenden Wechselkursrisiken und andererseits für spekulative Geschäfte entwickelt worden ist. Es handelt sich hierbei um einen standarisierten, börsenmäßig handelbaren Terminkontakt.
Options:Innerhalb dieses Termingeschäfts erhält der Käufer einer Option die Wahlmöglichkeit/Option, innerhalb einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten, vorher vereinbarten Zeitpunkt, zu einem vorab festgelegten Kurs, gegen sofortige Zahlung einer Optionsprämie zu verkaufen/ kaufen. Im Optionsgeschäft an den internationalen Finanzplätzen sind unter anderen folgende Begriffe geläufig: Call Option (Kaufoption: Der Käufer derselben erwirbt das Recht - aber nicht die Pflicht - während der Laufzeit die angebotenen Wertpapiere zu den festgelegten Konditionen zu kaufen) , Put Option (Verkaufsoption: Der Käufer derselben erwirbt das Recht - aber nicht die Pflicht - während der Laufzeit die angebotenen Wertpapiere zu den festgelegten Konditionen zu verkaufen), Spread, Straddle, Stragle, Strice Price.
Im Vergleich zum Termingeschäft versteht man hierunter einen Vertragabschluß an der Börse über den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Finanzinstrumenten, Devisen oder Waren, wobei der Vertrag sofort oder ganz kurzfristig erfüllt werden.
Institutionelle Anleger sind Versicherungskonzerne, Investment- und Pensionsfonds. Sie sind insbesondere in den 1990er Jahren zu wichtigen Akteuren auf den Finanzmärkten geworden. 1996 verwalteten sie ein Vermögen von 21 Billionen US Dollar.
(indirekte Form der Investition) Investmentfonds sind Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft. Sie lassen sich mit einem großen Topf vergleichen, in den eine Vielzahl von Anlegern einen Anlagebetrag einzahlen. Im Gegenzug zu seiner Einzahlung erhält der Anleger Investmentanteile. Von professionellen Fondsmanagern wird das gesammelte Kapital (Sondervermögen) in viele verschiedene Wertpapiere, Immobilien oder Geldmarktanlagen investiert. Bei einem Fonds wird also das Kapital vieler Anleger gebündelt und von einem Fondsmanager in viele verschiedene Wertpapiere oder Immobilien investiert. Der Investmentfonds wird durch eine Kapitalanlage- bzw. Investmentgesellschaft verwaltet.
Pensionsfonds: Pensions-Sondervermögen, die seit Anfang 1998 in Deutschland zum Handel zugelassen sind, sind eine neue Form von Investmentfonds. Sie dienen dem langfristigen Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge und sind daher als Ergänzung zur traditionellen staatlichen Rente gedacht. Primäres Anlageziel ist dabei grundsätzlich die Substanzerhaltung.
Hedgefunds: Hedgefunds sind Investmentfunds mit großer Hebelwirkung. Es handelt sich hier um Personengesellschaften, deren Teilhaber häufig institutionelle Investoren sind und in der Regel mit hohem Investitionsvolumen (mehrere Mio. US Dollar) spekulieren. Sie streben unter Verwendung sämtlicher Anlageformen eine möglichst rasche Vermehrung ihres Kapitals an. Hedgefunds bieten die Chance auf eine sehr hohe Rendite, bergen aber auch ein entsprechend hohes Risiko des Kapitalverlusts.
Insbesondere in den 1990er Jahren hat die Zahl der Hedgefunds rapide zugenommen. Nach dem Managed Account Report gibt es weltweit etwa 1.115 Hedgefunds. Davon haben ca. die Hälfte ihren Sitz in den USA.
Im folgenden sollen sowohl die positiven als auch die negativen Implikationen der Liberalisierung und Internationalisierung der Finanzmärkte aufgezeigt werden.
Positive Implikationen:
Negative Implikationen:
Ein weiteres Bild, dass das irrationale Verhalten der Investoren beschreibt, ist der sogenannte „Beauty Contest“. Angenommen wird ein Schönheitswettbewerb mit einer Jury, die einerseits entscheiden soll, wer gewinnt, andererseits Wetten über die Gewinner abschließen kann. Diejenige Dame gewinnt, die von der Mehrzahl der Juroren für die Schönste gehalten wird. Der Juror, der auf die Gewinnerin gesetzt hat, erhält ein Preisgeld. Demnach werden die Juroren nicht die Dame auswählen, die sie selbst am hübschesten finden. Vielmehr werden sie diejenige auswählen, von der sie annehmen, dass die Mehrzahl der Juroren sie am hübschesten findet. Denn nur so kann der Juror das Preisgeld gewinnen. Diese gilt auch für Investoren. Sie werden nicht die Aktie kaufen, die sie selbst für die beste halten, sondern die, von der sie annehmen, dass sie auch von den anderen Investoren ausgewählt wird. So steigt der Wert der Aktie, die von den meisten Investoren gekauft wird, schneller als der Wert der anderen Aktien die weniger nachgefragt werden. Folglich steigen die Gewinne der Investoren ebenso schnell. Diese Investitionsentscheidung basiert nicht auf einer Risikoanalyse, sondern auf der Analyse des möglichen Verhaltens der anderen Investoren.
Entscheiden sich nun einige große Investoren die Aktien zu verkaufen, kann dieses durch den Herdentrieb zur Panik führen. Dieses kann katastrophale Wirkungen für die betroffene nationale Wirtschaft haben.
Dieses irrationale Verhalten der Investoren verstärkt auch die Gefahr des sogenannten „Ansteckungseffekts“. Glauben Investoren, dass die wirtschaftlichen Bedingungen und Institutionen in einem Land nicht mehr vorteilhaft sind, können sie schnell zu dem Schluss kommen, dass dies für eine ganze Region zutrifft, auch wenn es länderspezifisch nicht der Fall sein muss. Da Investoren ihr Geld aus der gesamten Region oder ähnlichen Ländern abziehen, kann dieses zu einer Ausdehnung der Finanzkrise auf andere Länder in der Region führen. Ein Beispiel hierfür ist die Asienkrise.
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