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Internationaler Kapitalverkehr

Stormy Mildner

Inhalt:

1. Internationale Finanzmärkte

Norbert Walter zufolge ist das Weltfinanzsystem die zugrundeliegende Mikrostruktur für die Abwicklung von Finanzaktionen, wobei die Finanzinstitute und Märkte für Finanztransaktionen das Rückgrat des Weltfinanzsystems bilden. (Walter 1995: 208) Das Weltfinanzsystem ist vom internationalen Währungssystem zu unterscheiden. Das Weltwährungssystem ist die Gesamtheit aller nationalen und internationalen Institutionen und praktischen Regelungen, die die reibungslose Durchführung von zwischenstaatlichen wirtschaftlichen Transaktionen gewährleisten. Zu diesen Transaktionen zählen insbesondere der Zahlungs- und Kreditverkehr. Zu den praktischen Regelungen des Weltwährungssystem zählen vor allem die Vereinbarungen, die innerhalb des IWF, der OECD, BIZ und der EU getroffen wurden.

Seit den 1980er Jahren ist es zu einer noch nie gekannten Internationalisierung der nationalen Finanzmärkte gekommen. So sind die Grenzen zwischen den verschiedenen nationalen Finanzmärkten immer fließender geworden. Täglich kommt es zu internationalen Kapitalströmen in einer kaum vorstellbaren Höhe. So betrugen die täglichen Devisenhandelsumsätze Mitte der 1990er Jahre ca. 1000 Milliarden US Dollar weltweit, während im Vergleich dazu die täglichen Devisenhandelsumsätze Ende der 1970er Jahre bei ca. 75 Mrd. US Dollar und Mitte der 1980er Jahre bei 150 Mrd. US Dollar täglich lagen (Walter 1995: 212). Ein weiterer Indikator für die stetig wachsenden Kapitalströme ist ihr Verhältnis zum Wachstum der Handelsströme. So waren 1986 die Umsätze auf den Devisenmärkten das 25-fache des Welthandelsvolumens. 1990 ist diese Relation auf das 70-fache angestiegen.

Die fortschreitende Vernetzung der nationalen Kapitalmärkte zu einem wirklich internationalen Kapitalmarkt ist somit der sichtbarste Ausdruck des Wandlungsprozesses in der Weltwirtschaft. Diese Entwicklungen machen eine Neuorientierung und zahlreiche Reformen der Weltfinanzordnung (Reform of the financial architecture) erforderlich.

Nach einer kurzen Darstellung einiger Faktoren, die die Internationalisierung der Finanzmärkte forciert haben, sollen die Herausforderungen aufgezeigt werden, vor denen die internationalen Finanzmärkte und regulierenden Finanzinstitutionen heute stehen. Eine ausführliche Darstellung dessen findet sich auch in der Analyse: "Financial Crises Prevention: Should the IMF support capital controls?" Anschließend sollen die Reformvorschläge für die internationale Finanzarchitektur vorgestellt werden.

Weiter sollen im folgenden einige Begriffe erläutert werden, die im Zusammenhang mit den internationalen Finanzmärkten stehen. Hier sollen auch anhand einiger Beispiele die Ursachen von internationalen Kapitalbewegungen und ihre Auswirkungen auf die nationale Wirtschaftspolitik beschrieben werden.



Fortsetzung: Internationaler Kaptialverkehr


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Das kommende Europa
von Martin Koopmann und Stephan Martens (Hrsg.)

Veröffentlicht am 11. Februar 2008

50 Jahre nach dem Inkrafttreten der Römischen Verträge verbinden 22 deutsche und französische Autoren eine Bilanz des europäischen Einigungsprozesses mit einer Analyse der künftigen Herausforderungen in Europa. Wissenschaftler aus Think tanks und Universitäten erörtern ausgewählte Themen des europäischen Integrationsprozesses, wobei Fragen des Binnenmarktes und der Wirtschafts- und Sozialpolitik ebenso behandelt werden wie der Komplex der Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik, das Problem politischer Führung in der EU, die Rolle Europas in der Welt sowie spezifische Themen wie die Migrations-, die Energie- oder die Menschenrechtspolitik.

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