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Fortsetzung: Die WTO

Stormy Mildner

Prinzipien des GATT/WTO

Ziel des GATT und heute der WTO ist der Abbau von Zöllen und sonstigen Handelshemmnissen sowie die Beseitigung von Diskriminierungen, was zu einer allgemeine Erhöhung des Lebensstandards führen soll. Die durch das GATT angestrebte Liberalisierung des Welthandels soll durch die folgenden Grundsätze abgesichert werden:

Die expliziten Prinzipien, die auch in Artikeln verankert sind, sind:

  1. Most-favoured-nation treatment. Die unbedingte Meistbegünstigung (Article I): alle Vorteile, Begünstigungen und Befreiungen von Zöllen etc., die eine Vertragspartei einer anderen im internationalen Handel zugesteht, muss diese unverzüglich allen anderen GATT-Mitgliedern einräumen
  2. National Treatment Obligation (Article III) – Inländerbehandlung, Nicht-Diskriminierung von ausländischen gegenüber inländischen Produkten
  3. Abbau der Zölle und anderer Handelsbarrieren (Article II and Schedules): Die einheimischen Produkte sollen nicht durch Kontingente, sondern durch Zölle geschützt werden, da Zölle leichter zu bewerten und abzubauen sind als Kontingente. Dieses Prinzip soll zu einer weiteren Liberalisierung des Welthandels beitragen. Alle Vertragsparteien sollen auf eine Erhöhung von bestehenden Zöllen und sonstigen Abgaben sowie auf nicht-tarifäre Handelshemmnisse verzichten. Einmal gesenkte Zölle dürfen nur als Ausnahme und zeitlich beschränkt (escape clause) wieder angehoben werden.

Die indirekten, grundlegenden Prinzipien des GATT und heute der WTO (Prinzipien, die nicht explizit aufgeführt sind) sind:

  1. Reciprocity: Die Reziprozitätsklausel soll gewährleisten, dass sich die Vertragspartner untereinander gleichwertige Zugeständnisse einräumen, was sich dann durch die allgemeine Meistbegünstigung multilateral auswirkt. Reziprozität im GATT (nicht explizit aufgeführt) ist multilateral und nicht ergebnisorientiert sondern prozessorientiert. (Charles Pearson: "Am Ende eines Verhandlungstages sollen die Länder das Gefühl haben, im Wert gleiche Zugeständnisse erhalten wie eingeräumt zu haben").
  2. Multilateralismus
  3. Transparenz

Neben diesen Prinzipien gibt es jedoch auch eine Reihe von Ausnahmen.

Diese sind unter anderen:

  1. Articles XII to XV, Balance of payments exceptions: allowing the use of quotas and import restriction to guard a country's balance of payments.
  2. Article XIX, Escape clause: safeguard measure which allows a temporary departure from MFN if imports have increased due to a prior tariff reduction and cause or threaten serious injury to domestic producers
  3. Article XXIV, Exceptions for customs unions and free trade areas
  4. Article XXXV, Opt-out provision: one-time opt-out between GATT members at the time one or the other first enters the agreement
  5. Articles XVIII:a and XVIII:c: infant industry protection
  6. Articles XVIII, Part IV and Articles XXXVI-XXXVIII Exceptions for developing countries
  7. Article XXV: general waiver allowing members to ask permission not to be bound by an obligation. Requires formal approval 3/4 by GATT Council.
  8. Article XX : general exceptions: measures to safeguard public morals, health and natural resources
  9. Article XXI national security

Die Ausnahmen und Abweichungen von den Grundprinzipien wurden in das GATT Regelwerk aufgenommen, um Regierungen die Möglichkeit zu geben, einen Grad an Souveränität zu wahren und kurzfristig den durch Handelsliberalisierung entstehenden Anpassungsdruck zu mildern. Insbesondere letzteres wurde als wichtig angesehen, um ein Ventil für nationalen Druck durch Interessensgruppen und Konsumenten zu schaffen, ohne das GATT als solches zu gefährden. Weiter waren die Ausnahmen wichtig, um eine breite Unterstützung für das GATT zu schaffen und es zum Abschluss zu bringen. Beide Argumente spiegeln sich auch in einem der wichtigen Prinzipien des GATT, der Reziprozität, wider. Nach dem Zweiten Weltkrieg, mit einer durchschnittlich sehr hohen Zollbelastung, wäre eine unilaterale, radikale Reduzierung der Zölle nicht möglich gewesen. Auch bestand weder ein großes Vertauen zwischen den Regierungen noch ein reger Kommunikationsaustausch, so dass das Gefangenendilemma und das relative Gewinn Problem (relative gains problem) noch von großer Bedeutung waren. Das heißt, dass die meisten Regierungen nur bereit waren ihre Zölle zu senken, wenn es die anderen Länder ebenfalls taten und diese Zollsenkungen nicht mehr umkehrbar waren. Die Zollsenkungen mussten somit auf Gegenseitigkeit (Reziprozität) beruhen, um sicherzustellen, dass ein Land nicht mehr profitierte als die anderen.

Die Ausnahmen im GATT reflektieren auch den "embedded liberalism", der in der Neuorientierung der Weltwirtschaft angestrebt wurde und sich auch in der Ausgestaltung des Internationalen Währungsfonds wiederfindet. So sollte ein relativ offenes Weltwirtschaftssystem geschaffen werden, während die nationale Souveränität der Staaten bis zu einem gewissen Grad gesichert werden sollte.

Die Vertragsinhalte der WTO

Die Uruguay Runde und die neue Struktur der WTO

Die neuen Bereiche in der Uruguay-Runde spiegeln das sich wandelnde weltwirtschaftliche Umfeld wider. Zu diesen Bereichen gehören der Dienstleistungshandel, Schutz geistigen Eigentums (TRIPs) und die mit Handel verbundenen Investitionen (TRIMs).

1) Im Bereich des Dienstleistungshandels wurde das "General Agreement on Trade in Service" (GATS) geschaffen, das von allen WTO Mitgliedern unterzeichnet werden muss. Innerhalb des GATS wird eine progressive Liberalisierung des Dienstleistungshandels angestrebt, wobei bei Abschluss des Abkommens noch die Sicherung des Status Quo die Priorität hatte. Durch das GATS ist ein bedeutender Grundstein für weitere Liberalisierung gesetzt worden. Im GATS wird zwischen vier Formen der internationalen Dienstleistungserbringung unterschieden. Modus eins beschreibt den internationalen Handel. Unter diesen Modus fällt eine Dienstleistungserbringung bei der zum Beispiel ein amerikanisches Unternehmen bei einer deutschen Bank einen Kredit aufnimmt. Modus zwei beschreibt die Dienstleistungserbringung bei der der Dienstleistungsempfänger nationale Grenzen überschreitet. Ein Beispiel hierfür ist die deutsche Familie, die im Urlaub einen Kredit bei einer französischen Bank aufnimmt. Modus drei beschriebt den internationalen Direktinvestitionsverkehr. Modus vier beschreibt die Dienstleistungserbringung bei der der Dienstleistungserbringer nationale Grenzen überschreitet.

Allgemeine Verpflichtungen des GATS sind unter anderem die Meistbegünstigung in Artikel II und Transparenz in Artikel III. Die Meistbegünstigung ist im Vergleich zum GATT in abgeschwächter Form in das GATS aufgenommen worden. So erlaubt der Vertragstext individuelle Abweichungen von der MFN-Pflicht im Anhang für MFN-Ausnahmen. Die Ausnahmen sollen jedoch nur übergangsmäßig gelten, nach fünf Jahren überprüft werden und nach zehn Jahren vollständig wegfallen. Spezifische Verpflichtungen sind Marktzugang in Artikel XVI und Inländerbehandlung in Artikel XVII. Sie beziehen sich nur auf die Sektoren, die ein Land in seiner Liberalsierungsliste aufgeführt hat (positiver Listenansatz). Die Integration des Dienstleistungsbereiches in die WTO wird als Erfolg gewertet.

2) Für handelsbezogenen Direktinvestitionen (Trade Related Investment Measures) sollen einige wichtige Handelshemnisse abgebaut werden. Diese Martkzugangsbeschränkungen sind zum Beispiel: Beschränkung der Anzahl der Anbieter, Verpflichtungen über die Zahl der in- und ausländischen Angestellten, Bestimmungen über die juristische Form, Bestimmungen über den Anteil ausländischen Kapitals und Bestimmungen über den Wert der Transaktionen. So dürfen ab 1999 keine Anteile inländischer Arbeit oder Material (local content) vorgeschrieben werden. Auch sollen Vorschriften über Ex- und Importquoten abgeschafft werden. Allgemein sollen die in einem Land ansässige ausländische Firmen die gleiche nationalen Behandlung erhalten wie die heimischen Firmen. Sie dürfen nicht durch spezielle Auflagen belastet werden. Das TRIMs Abkommen wird oftmals als enttäuschend angesehen, da es nur handelsbezogene Direktinvestitionen behandelt. So ist kein allgemeines Investitionsabkommen geschaffen worden.

3) Das "Trade Related Intellectual Property Rights Agreement" TRIPs), das Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums soll zum einen den Patentdiebstahl, insbesondere in Entwicklungsländern, zum anderen den unbefugten Gebrauch verhindern.

Industrien, die besonders eng mit Forschung und der Entwicklung neuer Technologien verbunden sind und somit hohe Ausgaben haben (research and development expenditure), sind durch die damit verbundenen höheren Preise ihrer Produkte weniger konkurrenzfähig, als Firmen, die neu entwickelte Technologien übernehmen und somit nur an ihre Produktionskosten gebunden sind. Dadurch haben erst-genannten Industrien ein besonderes Interesse am Schutz ihres geistigen Eigentums.

Es wird weiter argumentiert, dass sich der fehlende internationale Schutz des geistigen Eigentums innovations- und entwicklungshemmend auswirkt, da Firmen nicht mehr R&D betreiben, sondern versuchen, die neu entwickelten Technologien anderer Firmen zu übernehmen. Da viele Unternehmen ähnlich denken, wird es zu einem Nachlassen der Innovationsrate kommen.

Schutz den geistigen Eigentums (Copyright- und Patentschutz) war bislang hauptsächlich die Aufgabe der Weltorganisation zum Schutz geistigen Eigentums (WIPO). Dieses war jedoch aufgrund fehlender Durchsetzungsmechanismen weniger erfolgreich. In der Uruguay-Runde wurde festgesetzt, daß (gestaffelt nach dem Entwicklungsgrad eines Landes) in einem bestimmten Zeitraum, Maßnahmen zum Schutz geistigen Eigentums aufgestellt werden müssen. Auch enthält der Vertrag Durchsetzungsmechanismen.

Es wird argumentiert, dass es durch das TRIPs zu einer größeren Motivation für weiteren Forschung kommt. Andererseits müssen jedoch auch die Schwierigkeiten gesehen werden, die sich aus dem TRIPs Abkommen insbesondere für Entwicklungsländer ergeben. So haben Entwicklungsländer kaum die Faszilitäten und Ressourcen, selbst neue Technologien zu entwickeln und sind somit in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung sehr eingeschränkt.

Traditionell weniger erfolgreiche Verhandlungsthemen, die während der Uruguay Runde verhandelt wurden

Zu den traditionell weniger erfolgreichen Verhandlungsthemen des GATT gehörten die Agrarwirtschaft und der Textil- und Bekleidungsbereich. Beide Bereiche wurden in die Uruguay-Runde mit aufgenommen und verstärkt behandelt.

Bis 1992 wurde durch die beiden extrem von einander abweichenden Positionen der EG und der USA im Bereich Agrarwirtschaft keine Einigung erzielt. Nachdem es 1991 zu einem erfolglosen Vermittlungsversuch durch Generaldirektor Dunkel gekommen war, einigten sich die Verhandlungsparteien im November 1992 schließlich auf eine Reduzierung der durchschnittlichen, staatlichen Agrarsubvention um 20% über die folgenden sechs Jahre, ausgehend von der Basisperiode 1986-1988. Weiter wurde festgelegt, dass das Volumen der subventionierten Exporte um 21% in den folgenden sechs Jahren gesenkt werden muss. Letztlich einigten sich die Verhandlungspartner auf eine Reduzierung des Wertes der Exportsubventionen um 36%. Auch wurde eine Mindestmarktöffnung festgelegt.

Die sogenannte Friedensklause (Peace clause, Article 13) legt fest, dass Länder, die sich an ihre Liberalisierungsverpflichtungen halten, über eine Periode von neun Jahren, immun gegen GATT-Beschwerden anderer Länder sind.

During the implementation period, notwithstanding the provisions of GATT 1994 and the Agreement on Subsidies and Countervailing Measures (referred to in this Article as the "Subsidies Agreement"):

(a) domestic support measures that conform fully to the provisions of Annex 2 to this Agreement shall be:

(i) non-actionable subsidies for purposes of countervailing duties;

(ii) exempt from actions based on Article XVI of GATT 1994 and Part III of the Subsidies Agreement; and

(iii) exempt from actions based on non-violation nullification or impairment of the benefits of tariff concessions accruing to another Member under Article II of GATT 1994, in the sense of paragraph 1(b) of Article XXIII of GATT 1994;

(b) domestic support measures that conform fully to the provisions of Article 6 of this Agreement including direct payments that conform to the requirements of paragraph 5 thereof, as reflected in each Member's Schedule, as well as domestic support within de minimis levels and in conformity with paragraph 2 of Article 6, shall be:

(i) exempt from the imposition of countervailing duties unless a determination of injury or threat thereof is made in accordance with Article VI of GATT 1994 and Part V of the Subsidies Agreement, and due restraint shall be shown in initiating any countervailing duty investigations;

(ii) exempt from actions based on paragraph 1 of Article XVI of GATT 1994 or Articles 5 and 6 of the Subsidies Agreement, provided that such measures do not grant support to a specific commodity in excess of that decided during the 1992 marketing year; and

(iii) exempt from actions based on non-violation nullification or impairment of the benefits of tariff concessions accruing to another Member under Article II of GATT 1994, in the sense of paragraph 1(b) of Article XXIII of GATT 1994, provided that such measures do not grant support to a specific commodity in excess of that decided during the 1992 marketing year;

(c) export subsidies that conform fully to the provisions of Part V of this Agreement, as reflected in each Member's Schedule, shall be:

(i) subject to countervailing duties only upon a determination of injury or threat thereof based on volume, effect on prices, or consequent impact in accordance with Article VI of GATT 1994 and Part V of the Subsidies Agreement, and due restraint shall be shown in initiating any countervailing duty investigations; and

    1. exempt from actions based on Article XVI of GATT 1994 or Articles 3, 5 and 6 of the Subsidies Agreement. http://www.wto.org/english/docs_e/legal_e/14-ag.wpf)

Die Friedensklausel soll somit neue Handelskonflikte im Agrarbereich verhindern, die die Implementierung der GATT-Verpflichtungen schwierig gestalten oder verzögern könnten.

Kritisch ist anzumerken, dass die Übergangszeiten sehr langfristig geplant waren und es noch zu keiner grundlegenden Marktöffnung gekommen ist.

Unter der Einbeziehung des Texilbereiches in das GATT kommt es zur Festlegung einer graduellen Abschaffung von bilateralen Mengenbeschränkungen und der Abschaffung des Multifaserabkommens. Auch sollen die Importe von Produkten graduell gesteigert werden, die weiterhin Importrestriktionen unterliegen. Der Schutz der Textilindustrie in Industrieländern soll bis 2005 auslaufen.

Traditionelle GATT Bereiche

Zu den traditionellen GATT Bereichen, die in der Uruguay Runde verhandelt wurden, gehören die unfairen Handelspraktiken wie Dumping, der Missbrauch von Anti-Dumping Regeln und Subventionen. Hierbei betonten die USA und die EG, dass durch Dumping und Subventionen anderer Regierungen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen und US-amerikanischen Industrien unterminiert und gefährdet werde. Auf der anderen Seite wurde den USA und der EG vorgeworfen, dass sie Anti-Dumping Regeln zur unfairen Diskriminierung gegenüber ausländischen Herstellen missbrauchten. Folglich sollten neue, und strengere Dumping- und Subventionsregeln zum einen Dumping und Subventionen verhindern, zum anderen den Missbrauch von Antidumping- und Ausgleichzollregeln (countervailing duties) vorbeugen. Weiter wurde festgelegt, dass Antidumping Maßnahmen nach 5 Jahren auslaufen oder überprüft werden müssen (Sunset-clause).

In der Uruguay Runde wurde eine Unterteilung der Subventionen in 3 Bereiche festgelegt: 1. Subventionen, die von ökonomischen Nutzen sind (wie die Unterstützung von Forschung) 2. Subventionen, die der Wirtschaft schaden und somit verboten sind (wie die Exportsubventionen oder Subventionen, die die Bevorzugung eines heimischen Produktes gegenüber eines ausländischen Produktes bedingen) und 3. der Bereich der Subventionen, in dem von Fall zu Fall individuell entschieden werden muss und der Konfliktlösung des GATT untersteht.

Insgesamt kam es zu einer Verbesserung des Streitschlichtungsmechanismus (Dispute Settlement Body). So wurden die unterschiedlichen Vorgehensweisen durch einen vereinheitlichten, automatischen Streitschlichtungsmechanismus mit zeitlichen Limits ersetzt.

Im Abkommen über Marktöffnung für Güter wurden vor allem die Schwellenländer in den Liberalisierungsprozess mit einbezogen. So machten die Entwicklungs- und Schwellenländer erstmals signifikante Zugeständnisse. Weiter fanden erneute Zollsenkungen um durchschnittlich 1/3 statt. Auch kam es zu einer Liberalisierung bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und in der zivilen Luftfahrt. Beides wurde in plurilateralen Abkommen vereinbart, denen sich jedoch nicht alle Länder angeschlossen haben.

Wie bereits erwähnt wird die Uruguay-Runde als Erfolg gewertet, da wichtige Abkommen für alle Mitglieder gelten und es zu einer weitgehenden Überwindung des GATT "á la carte" gekommen ist.

Neue Herausforderungen für die WTO

Umwelt- und Arbeitsstandards, Pro und Kontra: Sollen Umweltstandards in das WTO-Regelwerk aufgenommen werden?

Im folgenden sollen kurz einige Argumente für und gegen Aufnahme von Umwelt- und Arbeitsstandards in das WTO-Regelwerk aufgezeigt werden, ohne jedoch eine weitere Wertung vorzunehmen:

Argumente für die Aufnahme von Umweltstandards in das WTO-Regelwerk

Argumente gegen die Aufnahme von Umweltstandards im WTO-Regelwerk

Es gibt jedoch auch eine Anzahl von Punkten, die gegen die Aufnahme von Umweltstandards in die WTO sprechen.

Ausschuss für Handel und Umwelt

Der Ausschuss für Handel und Umwelt wurde 1994 gegründet und steht allen WTO-Mitgliedern offen. Interessierte Organisationen wie UNCTAD, FAO, IWF, UN etc. haben Beobachterstatus. Zu den Aufgaben des Ausschusses für Handel und Umwelt gehört die Behandlung von folgenden Themen:

1996 machte der Ausschuß folgende Vorschläge:

Arbeits- und Sozialstandards und die WTO

Die Argumente für und gegen die Einbeziehung von Sozialstandards in das WTO-Regelwerk sind denen der Umweltstandards sehr ähnlich. Der größte Unterschied ist hier jedoch, dass es sich bei Sozialstandards um nationale Fragen handelt. Angemessene Arbeitsbedingungen sind kein öffentliches Gut. Auch gibt es hier keine internationalen negativen Effekte ("negative spill-overs"). Im folgenden sollen einige Argumente vorgestellt werden.
Hierbei muss betont werden, dass es sich bei Sozialstandards primär um die Bedingungen am Arbeitsplatz, Versicherung, Unfallgefahr, Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Vereinigungsfreiheit, Tarifverhandlungsrecht und Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf, nicht jedoch um eine Anhebung des Mindestlohns handelt.

Argumente für die Aufnahme von Arbeitsstandards in das WTO-Regelwerk

Argumente gegen die Aufnahme von Arbeitsstandards in das WTO-Regelwerk

Doch auch hier gibt es einige Argumente, die gegen ein Aufnahe von Sozialstandards sprechen. Auch diese sind den Argumenten in der Debatte bezüglich der Umweltstandards sehr ähnlich.

Warum ist Seattle gescheitert

The failure of Seattle and its Repercussions

Most observers and analysts had expected that the WTO Ministerial Meeting in December 1999 would lead to a new trade round, the so-called "Millennium Round".
A new trade round was to continue trade liberalisation in areas left unfinished by the Uruguay Round such as agriculture, services, and rules making. A new trade round was also seen as necessary because of the built in agenda on further liberalisation in services and agriculture deriving form the Uruguay Round. Furthermore, the trade round was to create a sense of confidence and security in the international economic system, still unstable by the repercussions of the Asian crisis.

The EU, the main proponent and initiator of a new round, proposed a very comprehensive approach. Thus it proposed four goals:

  1. Further liberalisation of world trade and removal of market entrance barriers
  2. The new round was to integrate developing countries more strongly into the WTO in order to create confidence in the developing world and to ensure a consensus
  3. Another point on the agenda was to clarify the dispute settlement mechanism and to create more accountability.
  4. Last, a wider range of issues was to be integrated such as investment and competition policy.

On December 3rd, at the WTO Ministerial Meeting, the attempt to start a new trade round, the Millennium Round, failed. We have to ask, what caused the failure of Seattle.

1. Organisational problems:

First, it is important to note, that the start of the trade round did not fail because of the NGOs, their resistance and demonstrations. Moreover, insufficient planning and organisational deficits can be made responsible for the failure:

2. North-South Conflict:

The failure of Seattle was also due to the North-South conflict, conflicts within the developed world and the inadequate decision making process. After negotiations ,which included all members, had failed, negations were again held in a small circle of 25 countries. Apart from a small number of developing country and newly developed countries, which have gained more power and greater influence, most developing countries have neither the resources to attend all meetings nor to put forward their demands. Consequently, many developing countries felt left out and believed that mainly subjects, which were not in their interest, such as labour and social standards, were negotiated. This generated their opposition. On the other hand, it did not appear that the EU was willing to grant greater market access in agricultural products. Conflicts between the developed and the developing countries also arose about antidumping measures, investment and competition. The developing country agenda was mainly neglected by the US.

3. Industrial Countries: The lacking will to find a compromise

Meanwhile the industrialised countries could not find a consensus on many issues either. Thus the EU did not want to give up its Common Agricultural Policy. No consensus could be reached concerning market access in services. Furthermore, the EU and the US did not agree on the scope of investment and competition policy, nor on new issues such as the environment.

4. The NGOs and Demonstrations:

Last one has to name the NGOs and demonstrators: Long before the WTO Seattle ministerial conference started on November 30th, protestors organised against free trade. Various NGOs, which often had contradictory complaints about globalisation, joint each other in their campaign against free trade: trade unionists joined environmentalists, human rights campaigners, consumer rights groups, nationalists and others. Trade unionists lobbied for fair trade, which entails curbing competition from low standard and low wage countries. Environmental groups, such as the Sierra Club, claimed that the WTO wracks the environment by declaring environmental standards as trade barriers and banning them. Consumer groups argued that the WTO fosters genetically modified food and promotes the interests of big corporations at the expense of the people. The protest of these groups, which is not new, has assumed greater importance and strength and came to head so dramatically because the NGOs were extremely well organised, making great use of the internet. At the Seattle meeting, many delegates, seeing the apparently great protest in the population, quickly identified the protestors with their agenda. The French for example claimed that the protests proved how many people hated genetically modified food. The US was already quite close to the position of many moderate protestors. Charlene Barshesky, the USTR, declared that the administration policy already reflected the concerns of those who believed that the WTO is undemocratic and should pay more attention to labour and environmental rights. When President Bill Clinton announced that he was sympathetic to many of the complains expressed by the protestors and insisted that the WTO decision making process should be opened up to them, the negotiation practically died (The Economist December 4th 1999: 56). Being in an election year, Clinton did not lobby for free trade but tried to show his concern for issues put forward by the AFL-CIO and environmental groups, both traditional democratic electorates. The negotiations partly failed because countries and the WTO had neglected supporting the formation of free trade groups and to educate the public about the benefits deriving from free trade. Instead negotiations were held behind closed door until now, creating great public suspicion.

Repercussions of the Failure of Seattle

It is not clear whether or not the failure of the Ministerial Meeting in Seattle represents a resting point in international trade liberalisation or a turning point towards more protectionism. Trade negotiations have stalled before, and initiatives for new GATT Rounds have failed, such as in 1982. Furthermore, many trade liberalising agreements have been reached since the conclusion of the Uruguay Round .

On the other hand, the surge of protectionism has already stalled or killed various international agreements since 1994. The failure of Seattle has stalled the momentum of further liberalisation. As a result, protectionist forces probably added years to the life expectancy of agricultural barriers, textile and apparel tariffs as well as U.S. antidumping laws. Additionally, they enlisted sympathisers who want the WTO to encompass moral values. In general they gained more public support. Further, the failure of Seattle is being perceived as victory of the free trade opponents. This victory gives them a momentum for further protectionist demands and leads to an increase of protectionist forces. Last, the authority of the WTO has been undermined. Furthermore, the conflicts between the North and South and within the developed world on various issues as well as the problems within the procedures of the WTO are equally important impediments to further successful trade rounds.

Despite all protectionist forces and their increasing importance, there will be increasing pressure for further liberalisation from the markets and from governments. Thus, there will be increasing pressure on the EU to reform its CAP. The phasing out of the "Peace clause" within the agreement on agriculture in 2003 will also create a new momentum for trade liberalisation. Due to market forces, pressure on liberalising trade in services will increase. These forces, however, are likely to be insufficient to ensure the success of new trade rounds. Moreover, the right conditions for success have to be created. These conditions are:

In conclusion, if these conditions are fulfilled, multilateral trade negotiations will have a future and Seattle will have been a resting and not a turning point in multilateral trade liberalisation.

Siehe auch: : Bernhard May: Der Fehlstart der WTO-Runde in Seattle, 2000

General Problems and Challenges

The WTO is facing a number of serious problems and challenges on the institutional level (within the WTO), the international/systemic level and the domestic level. These will be listed and discussed briefly in the following.

Institutional difficulties: Problems within the WTO decision making process

Systemic difficulties

Domestic difficulties

While most of these claims have little empirical evidence, they generate public opposition to globalisation and support for protectionism. Globalisation also results in the increasing demand for protection against social risk (Rodrik 2000: 464).

Anti-globalisation and pro-protectionist voices are particularly audible because producers and workers threatened by imports are highly concentrated while benefits from free trade are more diffuse. Since the groups hurt by free trade are relatively small, they can organise and lobby more easily than large consumer groups. Thus they find greater support from politicians.

This surge of protectionism can be seen especially in the US. In 1998, imports increased from crisis hit economies in Asia and elsewhere. While the US is booming, demand in the rest of the world is falling. With imports surging and exports declining, the US current account deficit is constantly increasing. In 1998 it ballooned to a record of $244 billion. Despite the high growth rates and well being of the economy, low unemployment, etc. pressure for protectionism has risen. Countervailing voices demanding to keep the market open have been very weak. Neither Congress nor Clinton was willing to lobby for free trade in an election year (The Economist: January 30, 1999: 77). The WTO is not only very unpopular among import competing producers, environmental and labour groups in the US. Recently US businessmen have started to protest against WTO rulings. As a result, many Republicans joined the business opposition to the WTO. As a result, opposition to the WTO is growing in the US (The Economist, March 4, 2000: 107). Congress is soon expected to vote on whether or not the US should stay in the WTO. Although Congress is not very likely to take the US out of the WTO, the vote and the debate in the US will undermine the WTO.

Due to the surge of protectionism, the US President has also not been granted Fast Track Authority for several years. However, this undermines his negotiation power and the US-position in trade negotiations. Thus, other countries might believe that negotiations would not lead anywhere since Congress can reject any concluded agreement. Consequently countries will be less willing to make trade liberalisation concessions.

These developments are especially problematic because the US has been one of the main advocates for free trade, initiator for new trade rounds and greatest force in the ongoing liberalisation process. If this fails to continue, the liberalisation process will slow down (The Economist, March 4, 2000: 107).


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Jahrbuch Internationale Politik: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik
von Josef Braml, Karl Kaiser, Hanns W. Maull, Eberhard Sandschneider, Klaus Werner Schatz (Hrsg.)

Veröffentlicht am 2. Juni 2008

Das neu konzipierte Standardwerk der internationalen Politik bietet eine systematisch-vergleichende Analyse eines aktuellen Themas: Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik. Autorinnen und Autoren sind renommierte deutsche Experten sowie maßgebliche Repräsentanten der operativen Politik, des Bundeskanzleramts, des Bundestags und von Bundesministerien. Neben der wechselseitigen Politikberatung leistet das Jahrbuch – in Zusammenarbeit mit den Medien und anderen Multiplikatoren – auch Öffentlichkeitsberatung.

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