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Regionale Wirtschaftskooperationen
Regionale Wirtschaftskooperationen
Wirtschaftliche Zusammenschlüsse und Freihandelszonen
gibt es neben Europa auch auf dem nord- und
südamerikanischen Kontinent sowie in Asien. Hierzu
gehören die NAFTA (North American Free Trade Agreement),
Mercosur (Mercado Comùn del Cono Sur), APEC
(Asia-Pacific Economic Cooperation) und ASEAN (Association of
South East Asian Nations). Eine ähnlich tiefe politische
Integration wie in der EU, die die wirtschaftliche Kooperation
begleiten und ergänzen würde, ist aber in keinem der
Fälle bisher zu verzeichnen, obgleich vielfach die
strukturellen Bedingungen hierzu gegeben sind. Bisherige
Bemühungen scheitern oft an mangelndem politischen Willen
oder an den unterschiedlichen Entwicklungsstandards in den
Mitgliedsländern. Interinstitutionelle Zusammenarbeit etwa
in Form von Assozierungsabkommen ist nicht ungewöhnlich,
beispielsweise zwischen Mercosur und der EU.
Spezialthemen
Analysen
-
The Southern African Development Community and its
Relations to the European Union - Deepening Integration in
Southern Africa?
von Ariane Kösler, in: ZEI Discussion Paper 169 / 2007
Wichtigster Beispielgeber und Kooperationspartner
regionaler Integration in Afrika ist die EU. Der Kontinent
weist 14 teils überlappende Zusammenschlüsse auf,
darunter die 1980 gegründete SADC, die bereits
substanzielle wirtschaftliche und politische
Integrationsschritte zurückgelegt hat. Dennoch sind
weitere Impulse nötig. Sowohl Mitglieder als auch
externe Spieler müssen die Gemeinschaft als
einheitlichen Akteur unterstützen. Dabei ist die
EU-Politik hilfreich, aber auch nicht frei von
Inkohärenzen, wie der Abschluss eines bilateralen
Handelsabkommens mit Südafrika zeigt. Die Autorin
komplettiert ihre Analyse mit einer Darstellung der
Organisation und der größten
Entwicklungshemmnisse des afrikanischen Projekts.
[pdf]
-
Global Voices on Regional Integration
von Ariane Kösler, Martin Zimmek (Hg.), in:
ZEI-Discussion Paper
176 / 2007
Die Europäische Union als Vorbild für andere
regionale Zusammenschlüsse? Mittlerweile ist die EU zu
einer weltweit akzeptierten und angesehenen
Vergleichsgröße im Zusammenhang mit friedlicher
Konfliktbewältigung, wirtschaftlichem Wohlstand und
Demokratieförderung geworden. Die Analysen dieses
Sammelbandes versuchen, den tatsächlichen Beitrag der
EU zum "region-building" sowie Vorteile und Schwierigkeiten
des "region-building" zu ermitteln. Dazu wird die Rolle der
EU als Modell und Partner bei Integrationsprozessen in
Afrika, der Karibik, Lateinamerika und Asien
untersucht. [pdf]
-
ASEM und APEC - transregionale Kooperation im Lichte der
Theorien internationaler Politik
von Jörn Richert, November 2006
Als Antwort auf das sich schnell wandelnde internationale
Umfeld, insbesondere die zunehmende Verflechtung der
Weltwirtschaft, gewinnen regionale Kooperationen an
Bedeutung. Die Analyse untersucht deren Bedeutung und
praktische Ausgestaltung und greift dabei auf die
Analyseschemata dreier großer Theorieschulen der
Internationalen Politik -- Realismus, Liberalismus und
Konstruktivismus -- zurück. Beispielhaft werden die
"Asian Pacific Economic Co-operation" (APEC) und das
"Asia-Europe Meeting" (ASEM) betrachtet. Es zeigt sich,
dass regionale Wirtschaftskooperationen kaum zu
kurzfristigen Erfolgen führen. Ihr Potential wird
vielmehr in langfristiger Perspektive deutlich.
-
Regionale Handelsabkommen in einer globalisierten
Weltwirtschaft - ASEAN, AFTA und die WTO
von David Gudisch, September 2006
Das Aussetzen der Doha-Runde nährt Zweifel an den
Erfolgsaussichten weiterer globaler
Handelsliberalisierungen. Einige Wissenschaftler
argumentieren, dass die Weltwirtschaft nun in eine Phase
der Regionalisierung eintrete, die von einer Proliferation
regionaler Handelsabkommen geprägt werde. Das Beispiel
der Association of South East Asian Nations (ASEAN) zeigt
allerdings, dass solche regionalen Projekte nicht
notwendigerweise ein Hindernis für eine weltweite
Vereinbarung darstellen müssen. Vielmehr hängt
ihre Wirkung auf die WTO von den Motiven der beteiligten
Staaten ab: Wenn Regierungen an absoluten
Wohlstandsgewinnen interessiert sind, werden sie
wahrscheinlich sowohl regionale als auch globale
Verhandlungen nutzen, um einen Abbau von
Handelsbeschränkungen durchzusetzen.
-
Globalization, Regional Integration and the EU -- Pleadings
for a Broader Perspective
von Cordula Janowski, in ZEI Discussion Paper 162 / 2006
Nach dem Einschnitt des Kalten Krieges prägen globale
Verflechtung und regionale Kooperation zunehmend die
internationalen Beziehungen. Beide Phänomene sind kein
Gegensatz, sondern kommunizierende Entwicklungen. Staaten
kooperieren regional vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet
und begreifen die Integration als Antwort auf weltweite
Herausforderungen. Am Beispiel Chinas und Taiwans zeigt die
Autorin, wie konflikthemmend und wohlstandsfördernd
wachsende Interdependenz wirkt. Die EU fungiert weltweit
als Vorbild, ist jedoch mit ihrer einzigartigen
Integrationstiefe kaum als übertragbares Modell
geeignet. Eines der größten Probleme zwischen-
oder überstaatlichen Regierens bleibt das
Demokratiedefizit. [pdf]
Ausgewählte Literatur